Natürlich Hamburg

Wildblumenwiese im Loki Schmidt Garten

10.000 Quadratmeter Wildblumenwiese bieten im Zentrum des Gartens ein reiches Pollen- und Nektarbuffet für Schmetterlinge, Wildbienen und Co. Unterstützt wird das Projekt durch „Natürlich Hamburg!“

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
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Der Botanische Garten der Universität Hamburg (Loki Schmidt Garten) hat im Mai 2023 auf der Fläche des ehemaligen Pflanzensystems eine artenreiche Wiese angesät. Dafür haben die Mitarbeitenden nach einer aufwendigen Bodenbearbeitung zunächst eine Zwischensaat aus Kornblume, Mohn, Ackersenf, Buchweizen und Leindotter ausgebracht. Die entwickelte sich über den Sommer zu einem prächtigen Pflanzenbestand und zog zahlreiche Insekten an. Da diese Pflanzen nur einjährig sind und unerwünschte Pflanzen geschwächt werden sollten, wurde die Fläche im Herbst erneut umgebrochen. Der nördliche Bereich wurde zudem mit Sand abgemagert, um hier Pflanzen zu fördern, die an nährstoffärmere Standorte angepasst sind. Im September brachten die Gärtner:innen eine gebietseigene Saatgutmischung aus. Sie beinhaltet 50% Kräuter wie Wilde Möhre, Kuckucks-Lichtnelke, Großen Klappertopf sowie 50% Gräser.

Seit dem Frühjahr 2024 wird die Fläche abschnittsweise gemäht. Das erste Drittel Anfang Juni, das zweite Drittel Anfang Juli und das letzte Drittel Anfang August. So hält die Wiese über das ganze Jahr ausreichend Lebensraum und Nahrungspflanzen für Insekten bereit. Um die Insekten bei der Mahd möglichst wenig zu schädigen, kommt ein Balkenmäher zum Einsatz und das Schnittgut bleibt für eine Woche auf der Wiese liegen. So können Insekten auf benachbarte Flächen umsiedeln und das Saatgut kann nachreifen und auf der Fläche ausfallen. Im Nordbereich der Wiese entstand ein „Sandarium“, das sandbewohnende Insekten fördern soll.

Betreuer:innen der Fläche sind die FÖJler:innen des Gartens. Sie kümmern sich um die Wiese, führen Pflegearbeiten durch und erarbeiten pädagogische Konzepte für Schülergruppen. Der Fachbereich Biologie hat auf der Fläche bereits Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet, um über die kommenden Jahre die Entwicklung der Pflanzen- und Insektenvielfalt zu beobachten. Außerdem sind Fortbildungen zum Thema Wildblumenwiesen geplant.

Das in Kooperation mit dem BUND durchgeführte Tagfaltermonitoring zeigt erste interessante Ergebnisse. So sichtete eine Gärtnerin des Botanischen Gartens im Sommer 2024 Falter und Raupen des Schwalbenschwanzes. Diese wärmeliebende Art profitiert wahrscheinlich von der Klimaerwärmung. Die Raupen fressen gern an der Wilden Möhre, die auf der Wildblumenwiese in großen Mengen wächst.

Kontakt

Loki-Schmidt-Garten - Botanischer Garten der Universität Hamburg
Dr. Thea Lautenschläger
thea.lautenschlaeger@uni-hamburg.de

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Barbara Engelschall

Projektleitung „Natürlich Hamburg!“

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

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Jessica Klemm

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft