Hornissen und Hummeln stehen nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung unter Naturschutz. Eine Umsiedlung oder gar Vernichtung von Völkern ist deshalb gemäß §§ 44 und 45 BNatSchG nur nach einer genauen Prüfung und Aufklärung im Umgang mit diesen Tieren gestattet, sofern keine zumutbaren Alternativen bestehen. Wespen genießen einen Mindestschutz nach § 39 BNatSchG.
Dafür stehen in Hamburg speziell ausgebildete und vom Naturschutzamt befähigte, ehrenamtliche Insektenfachpersonen zur Verfügung. Die Insektenfachpersonen können Ihren konkreten Fall in Augenschein nehmen, ggf. Alternativen zu einer Umsiedlung oder Vernichtung prüfen und Sie im Zweifelsfall bei der Antragsstellung für eine naturschutzrechtliche Befreiung unterstützen. Die telefonische Beratung wird von den Insektenfachpersonen ehrenamtlich und kostenlos durchgeführt. Alle weiteren Maßnahmen und ggf. anfallende Kosten sind mit den Insektenfachpersonen zu besprechen.
Ehrenamtliche Insektenfachpersonen
- Edda Gebel info@immenzucht.de 0173 2425691
- Bent Schubert wespen@gmx.de 0171 9610264 (Hamburg-West)
- Dr. Willi Müller Dr_Willi_Mueller@Hamburg.de 0173 9291327 (Hamburg-Nord, -Ost, -Süd, auch Ameisen)
- Gökhan Eroglu-Gebel info@immenzucht.de 0175 2873523
- Markus Schreiber mschreiber@stadthonig.hamburg 0178 5335002
- Katja Dingerkus k.dingerkus@asw-nord.de 0176 97924479 (nur Ameisen)
- Tim Poweleit hornissenundwespenberatunghamburg@web.de 0171 6470170
- Merlin Hanika info@wespenexperten.de 01739316539
- Meiko Wilde hymenopterahh@yahoo.de (Hamburg-Nord)
Wespen
Auch Wespen gehören zu den schützenwerten Insekten. Sie beteiligen sich an der Bestäubung und ernähren sich von anderen Insekten. Von mehreren Hundert Arten, die in Deutschland heimisch sind, sind es nur zwei soziallebende Wespen, die das Image dieser schönen Insekten beschädigen. Nur die Gemeine (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) besuchen uns im Sommer am Kaffeetisch im Garten oder auf dem Balkon. Ruhe bewahren und Lebensmittel abdecken ist ein guter Weg mit diesen Tieren umzugehen. Gefahr geht von diesen Wespen nur für Insektenallergiker aus. In diesem Fall besorgen Sie sich bitte ein Notfallset von Ihrem Hausarzt.
Hornissen
An Esstischen findet man Hornissen (Vespa crabro) höchst selten. Sie sind, anders als z.B. die gemeine Wespe, an Nahrungsmitteln des Menschen nicht interessiert. Die Europäische Hornisse gehört seit 1987 zu den besonders geschützten Tierarten.
Nicht verwechseln:
Die Asiatische Hornisse Vespa velutina nigrithorax
Wildbienen
Die Wildbienen kommen bei uns in großer Artenvielfalt vor. Trotzdem sind sie weitgehend unbekannt. Dies liegt häufig daran, dass die heimischen Vertreter oft kleiner und auch unscheinbarer sind und deswegen leichter übersehen werden. Ein Staat der Honigbiene kommt im Normalfall auf bis zu 10.000 - 60.000 Bienen. Die solitären Bienen haben viel weniger Nachkommen und fallen weniger auf.
Weiterführende Informationen:
Einfluss von Honigbienen auf Wildbienen
Hummeln
Hummeln bilden wie Honigbienen einen Sozialverband, nur erheblich kleiner. Hummeln sind wichtige Bestäuber. Auch wirtschaftlich werden viele Hummelvölker zum Bestäuben in Gewächshäusern eingesetzt. Somit sorgen Hummeln dafür, dass Sie schon früh im Jahr Erdbeeren genießen können.
Ameisen
Ameisen leben ebenfalls in sozial organisierten Staaten und sind als Schädlings- und Aasfresser ein wichtiger Bestandteil im Ökosystem. Von den 108 in Deutschland einheimischen Arten wurden über die Hälfte der Arten von der Roten Liste Deutschland als bestandsgefährdet eingestuft. Zudem gehören die Waldameisen (Gattung Formica) zu den besonders geschützten Arten (§44 Bundesnaturschutzgesetz).
Ameisen sind für den Menschen weitestgehend ungefährlich. Ein Ameisenbefall im Haushalt kann durch sorgsam verschlossene Lebensmittel vorgebeugt werden und im akuten Fall können Hausmittel, wie z.B. Zimt, zum friedlichen Vertreiben genutzt werden.
Weiterführende Informationen
Nachfolgend finden Sie für jede Insektengruppe weiterführende Informationen.