Laubmischwald
Ein Laubmischwald ist ein besonderer Waldtyp, welcher von vielen unterschiedliche Laubbaumarten besiedelt wird. Eichen und Hainbuchen sind im Laubmischwald häufig anzutreffen. Die Laubbäume verlieren im Herbst ihre Blätter, die dann am Boden Pilzen und Kleinstlebewesen als Nahrung dienen. Sie räumen den Wald im übertragenen Sinne auf. Das zersetzte Laub dient als Düngung und schützt vorher in warmen Sommern den Boden vor dem Austrocknen. Der Laubmischwald bietet darüber hinaus vielen Tieren, wie Vögeln, Eichhörnchen und Insekten, ein Zuhause. Sie finden dort Nahrung und Schutz. Die Vielfalt im Laubmischwald macht diesen zu einem wichtigen Lebensraum.
Typischerweise präsentiert sich der Wald in der Metropolregion Hamburg als Laubmischwald. Aufforstungen führten zu einer Verschiebung der Verhältnisse: Der Anteil an Nadelbäumen dominiert und somit verändert sich auch der Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Auwald
In manchen Gebieten entlang von Bächen und Flüssen gibt es einen besonderen Wald: Der Auwald ist speziell an Überschwemmungen und schwankende Wasserstände angepasst. Nur Arten, die mit diesen Bedingungen zurechtkommen, können im Auwald überleben. Aufgrund der vielfältigen Lebensräume im Auwald gibt es viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten. Einige dieser hier vorkommenden Arten sind so einzigartig, dass sie weltweit nur im Bereich der Tideelbe leben.
Sumpfwald
Beim Sumpfwald handelt es sich um einen faszinierenden Lebensraum, der – wie der Auwald – von schwankenden Wasserständen geprägt ist. Im Vergleich zum Bruchwald fällt der Sumpfwald regelmäßig, zumindest alle paar Jahre, trocken. Die wechselnden nassen Bedingungen haben zu einer besonderen Anpassung bei seinen Bewohnern geführt. Neben der Schwarzerle und der Moorbirke können einige Weidenarten mit den schwankenden Wasserständen gut umgehen. Die Sumpfdotterblume ist einer der ersten Vorboten des Frühlings und zaubert erste Farbtupfer an die Ufer.
Bruchwald
Der Bruchwald ist im Gegensatz zum Au- und Sumpfwald permanent mit Wasser überstaut. Besonders im Frühjahr finden im Bruchwald Überschwemmungen statt. Die Überstauung kann mehrere Wochen oder Monate andauern.
Zahlreiche Wasserstellen bieten Fröschen und anderen Amphibien einen wichtigen Lebensraum. Die Erdkröte ist dank ihrer erdfarbenen Oberseite gut getarnt. Im Frühjahr sieht man oft zahlreiche junge Kröten im Umfeld von Gewässern. Später sind die Tiere vorwiegend nachtaktiv und verstecken sich tagsüber unter Totholz und Steinen.
Wie auch beim Sumpfwald sind die wertvollen Bruchwälder in der Vergangenheit durch Entwässerungen trockengelegt worden. Viele Wälder mit naturgemäß hohen Wasserständen sind so verschwunden und mit ihnen das Zuhause zahlreicher Tiere- und Pflanzenarten.
Moore
Moore sind ganz besondere Lebensräume. Der nährstoffarme Boden bietet ideale Lebensbedingungen für Torfmoose. Durch die hohen Wasserstände fehlt der Sauerstoff im Boden, sodass aus der absterbenden pflanzlichen Masse über viele Jahrtausende Torfe gebildet werden. Wir unterscheiden Hochmoore (durch Regen gespeiste Moore) von Niedermooren (durch Grundwasser gespeiste Moore). Darüber hinaus gibt es noch Übergangsmoore, die eine Zwischenform darstellen.
Besonders schön lassen sich hier Libellen – die Jäger der Lüfte und des Wassers – beobachten. Bereits in der Entwicklungsphase sind die Libellenlarven gefährliche Räuber im Wasser; sie jagen Wasserflöhe und Mückenlarven. Und auch in ihrer späteren Flugform präsentieren sie sich als geschickte und schnelle Jäger.
Sümpfe
Neben den Mooren zählen Sümpfe zur zweiten Gruppe der Feuchtgebiete. Umgangssprachlich wird der Begriff oft für alle feuchten, offenen Lebensräume verwendet. Sümpfe lassen sich an Seeufern und in Flussniederungen finden – der Boden ist zeitweise ziemlich stark vernässt und schlammig. Zahlreiche Pflanzen haben sich an dieses feuchte Umfeld angepasst. Schilf ist dabei ein wahrer Allrounder: Optisch eher unspektakulär, bietet es einen wichtigen Lebensraum und ist besonders zur Brutzeit ein wahrer Vogelmagnet. Der Teichrohrsänger und Rohrschwirl sind nur zwei Vertreter, die man im Schilf finden kann. Wo Vögel sind, sind Insekten meist nicht weit. Auf und in den Schilfstängeln tummelt sich in den warmen Monaten das Leben.
Seen und Fließgewässer
Elbe, Alster und Bille sind wohl die bekanntesten Flüsse Hamburgs. Doch es gibt noch viele mehr und neben ihnen zahlreiche Bäche. Naturnahe Fließgewässer sind ein Paradies für Tiere und Pflanzen wie den Eisvogel, Stichlinge und das an den Ufern blühende Vergissmeinnicht. Im Gegensatz zu den Fließgewässern handelt es sich bei Teichen und Seen um Stillgewässer – eine fließende Bewegung des Wassers ist hier nicht zu erkennen.
Watt
Im Hamburgischen Wattenmeer fallen bei Ebbe regelmäßig Flächen trocken. Die freigefallenden Flächen, geformt durch die wechselnden Umweltbedingungen, werden Watt genannt. Sie sind Sonne, Regen, Wind, Frost und dem Eisgang ausgesetzt. Bei Sturm und extremem Wellengang wird regelmäßig der Boden umgelagert.
Dieser Lebensraum, der von mikroskopisch kleinen Lebewesen bis hin zu Löffel- und Krickenten, Aalen, Stint und Kegelrobbe bewohnt wird, ist einzigartig.
Priel
Die Wasserläufe im Watt sind nur bei Niedrigwasser oder Ebbe erkennbar. Die sogenannten Priele bleiben bei Ebbe noch wassergefüllt. Sie bieten Tieren eine Zuflucht, die ein Trockenfallen nicht so gut vertragen. Sie können hier bis zur nächsten Flut ausharren.
Dünen
Dünen sind Erhebungen aus Sand, welche ohne oder nur mit spärlichem Aufwuchs geprägt sind und vom norddeutschen Wind geformt werden. Sie entstanden hauptsächlich gegen Ende der letzten Eiszeit – der Weichsel-Eiszeit – vor 12.000 Jahren aus am Rand des Elbe-Urstromtals abgelagerten Flugsanden. Eine Pionierin auf den Dünen ist die Binsenquecke, die sich im Windschatten der Düne wohlfühlt. Strandhafer und Strandroggen mögen es exponierter. Ohne die Vegetation auf den Dünen wäre die Umformung durch den Wind deutlich leichter. Neben den von der Nordsee geprägten Dünen sind die Binnendünen in Hamburg eine echte Besonderheit. In der Boberger Niederung befindet sich Hamburgs letzte Wanderdüne, welche ein Relikt der ehemaligen Dünenlandschaft zwischen Berliner Tor und Bergedorf ist.
Brack
Hinter der Deichlinie haben Sturmfluten in der Vergangenheit bei Deichbrüchen den Boden vertieft und mit Wasser gefüllt. Da der Aufwand für die Verfüllung mit Boden zu groß war, blieben diese tiefen Auskolkungen in der Landschaft erhalten und lassen sich auch heute noch entdecken. Das Wort Brack kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutet so viel wie Bruch. Ein Brack ist ein typischer Bestandteil einer Landschaft.
Röhricht
Beim Röhricht handelt es sich um eine Pflanzengesellschaft, die im Flachwasser- und Uferrandbereich zu finden ist. Schilf, Rohrkolben, Rohr-Glanzgras und andere Pflanzen bieten Tieren mit ihrem Dickicht gute Versteckmöglichkeiten und Brutplätze.
Hochstaudenflur
Entlang von Gewässern und Waldrändern entwickeln sich Bereiche, die von höher wachsenden Pflanzen besiedelt werden. Die Pflanzen der Hochstaudenflur sind überwiegend mehrjährig, verholzen jedoch nicht wie Bäume und Sträucher. Krautige und wunderschön blühende Pflanzen wie das Mädesüß und der Echte Baldrian profitieren von den meist nährstoffreichen Böden.
Wiesen und Weiden
Offene Flächen kommen in Deutschland natürlicherweise eigentlich nur unter Extrembedingungen vor, etwa in häufig überfluteten Bereichen oder in den alpinen Zonen Süddeutschlands, denn hier können Bäume nur schwerlich wachsen.
Die landwirtschaftliche Nutzung ehemals bewaldeter Flächen formte jedoch diesen Lebensraum, der für viele Tier- und Pflanzenarten zu einem wichtigen Rückzugsort wurde. Weiden werden durch das Grasen der Tiere vor der Verbuschung bewahrt, Wiesen durch Mahd. Besonders auf Nasswiesen tummeln sich die Arten.
Heide
Die Heidelandschaft entstand einst durch die Bewirtschaftung durch den Menschen. Der große Bedarf an Holz führte zu offenen Flächen. Wo einst Laubmischwälder zu finden waren, wurden die Böden durch den Wind weiter freigelegt, der nun freie Hand hatte. Auf den kargen Sandböden konnten sich überwiegend nur niedrig wachsende Arten etablieren. Und so ist das Heidekraut, welches nur auf nährstoffarmen und sauren Böden gedeiht, hier anzutreffen. Ende August und Anfang September verzaubert das Heidekraut mit einem lila Teppich die Landschaft.
Trockenrasen
Ähnliche Bedingungen wie die Heide bietet der Trockenrasen. Die Nährstoffarmut und Trockenheit ermöglicht es nur niedrigen Kraut- und Halbstrauchpflanzen, hier zu gedeihen. Da hier nur besonders angepasste und damit sehr seltene Arten vorkommen können, zählt der Trockenrasen zu den besonders schutzwürdigen Lebensräumen.
Knicks, Feldgehölze und Feldhecken
Beim Knick handelt es sich um eine regionale Besonderheit. Als Abgrenzung zwischen landwirtschaftlichen Flächen wurden früher Wälle angelegt und bepflanzt. Die Sträucher wurden regelmäßig geschnitten, denn Brennholz wurde benötigt. So entstand ein besonderer und vielfältiger Lebensraum zwischen den Ackerflächen. Auch ohne den Wall bieten die Feldhecken vielen Tieren einen wichtigen Rückzugsraum. Die Feldgehölze als Inseln in der Landschaft dienten früher ebenfalls der Brennholzgewinnung. Eberesche und Eiche sowie Schlehe, der weiß blühende Weißdorn und die Hunds-Rose sind nur einige der heimischen Gehölze dieses Lebensraumes.