Technische Unterstützung

Sauerstoff für den Isebekkanal

Im Isebekkanal kommt es aufgrund seiner Lage, des geringen Wasseraustauschs und der stofflichen Belastungen aus dem dicht bebauten Einzugsgebiet immer wieder zu kritischen Sauerstoffsituationen. Eine Sauerstoffanreicherungsanlage trägt bei kritischen Sauerstoffwerten technisch reinen Sauerstoff in das Wasser ein.

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
Isebekkanal von der Hohe Luft-Brücke Richtung Mansteinbrücke fotografiert. Links etwas verdeckt das Theaterschiff, rechts brfindet sich das Gebäude für die Technig der Sauerstoffanreicherungsanlage.
Isebekkanal Bezirksamt Eimsbüttel

Belastungen des Isebekkanals

Der Isebekkanal ist ein innerstädtisches, stark verändertes Gewässer. Er verläuft vom Weidenstieg bis zur Mündung in die Alster und weist nur einen geringen natürlichen Zufluss auf. Aufgrund des Rückstaus der Alster und der ausgebauten Kanalstruktur sind die Fließgeschwindigkeiten gering. Der Kanal verhält sich daher in weiten Teilen eher wie ein stehendes Gewässer. Das begünstigt Sauerstoffdefizite, insbesondere in warmen, niederschlagsreichen Sommerperioden.

Der Isebekkanal entstand im 19. Jahrhundert durch die Kanalisierung des Baches Isebek. Das ursprünglich ländlich geprägte Umfeld wurde im Zuge der Stadtentwicklung zunehmend verdichtet. Zur Entwässerung und Abwasserbeseitigung wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine Mischkanalisation gebaut. Da solche Systeme bei Starkregen nur begrenzte Kapazitäten haben, sind die Siele mit Notüberläufen ausgestattet. Bei Überlastung kann dadurch Mischwasser direkt in Gewässer abgeleitet werden – im Fall dieses Einzugsgebietes in den Isebekkanal.

Diese Einträge waren und sind über Jahrzehnte eine wesentliche Ursache für die zeitweise sehr schlechte Gewässerqualität: Es werden organische Stoffe, Nährstoffe und weitere Belastungen in den Kanal eingetragen. Zum organischen Material zählen unter anderem Pollen, Staub, Erde, Laub- und Pflanzenreste sowie Bestandteile aus häuslichem Abwasser. Dadurch können mit Mischwassereinträgen auch fäkale Verunreinigungen und Fäkalkeime in das Gewässer gelangen.

Beim biologischen Abbau dieser Stoffe wird Sauerstoff verbraucht. In Verbindung mit sommerlich erhöhten Wassertemperaturen kann dies zu Sauerstoffmangel, Geruchsbelästigungen und Fischsterben führen. Um diese Belastungen zu verringern, wurden bereits umfangreiche Baumaßnahmen am Hamburger Sielsystem vorgenommen. Dennoch kann auch künftig bei extremen Wetterlagen Mischwasser aus den Sielen in den Isebekkanal überlaufen.

Sauerstoffanreicherungsanlage

Um den Sauerstoffgehalt im Gewässer zu verbessern, verläuft auf zwei Kilometer Gewässerlänge ein Eintragssystem auf dem Gewässergrund. Über diesen wird bei kritischen Sauerstoffwerten technisch reiner Sauerstoff in den Isebekkanal eingetragen. Die Anlage wurde 1989 installiert und 2011 erneuert.

Die Sauerstoffanreicherungsanlage beseitigt nicht die Ursachen, hilft aber, akute Sauerstoffmangelsituationen abzumildern. Sie stabilisiert den Sauerstoffgehalt im Isebekkanal und ist damit ein wichtiger Baustein des Gewässerschutzes.

Einordnung nach Wasserrahmenrichtlinie

Der Isebekkanal ist Teil des Oberflächenwasserkörpers „Kanalisierte Alster“. Dieser Wasserkörper ist nach der Wasserrahmenrichtlinie als erheblich verändert eingestuft. Für den Bewirtschaftungszeitraum 2022 bis 2027 werden weiterhin Belastungen durch Niederschlagswassereinträge, Siedlungsabflüsse, Nährstoffe, sauerstoffzehrende Stoffe, erhöhte Temperaturen sowie hydromorphologische Veränderungen benannt.

Ziel ist es, das ökologische Potenzial und den chemischen Zustand des Gewässers weiter zu verbessern. Dafür sind neben dem Betrieb der Sauerstoffanreicherungsanlage vor allem quellenbezogene Maßnahmen im Einzugsgebiet und gewässerökologische Verbesserungen erforderlich.

Ausblick

Die Sauerstoffanreicherungsanlage wird weiterhin betrieben, überwacht und im Zusammenhang mit den geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte bewertet. Ob der Belüftungsbedarf langfristig reduziert oder eingestellt  werden kann, hängt von der Wirksamkeit weiterer Maßnahmen zur Verringerung von Mischwasser- und Regenwassereinträgen, Umsetzung gewässerökologischer Maßnahmen sowie von zusätzlichen Untersuchungen zum Sauerstoffhaushalt ab:

Der Kanal in Daten

  • Länge: 2.800 Meter (vom Weidenstieg bis zur Mündung in die Alster)
  • Breite: 15 bis 30 Meter
  • Tiefe: etwa 2 Meter
  • Einziger Zufluss: Ottersbek (Nähe Goebenstraße)
  • Angrenzende Bezirke: Eimsbüttel und Hamburg-Nord

Kontakt

Bezirksamt Eimsbüttel
Straßen und Gewässer
Grindelberg 62-66
20144 Hamburg
Mail: wasserwirtschaftundwasserbau@eimsbuettel.hamburg.de
Telefon: 040/42801-2686