Trinkwasserverbrauch in Hamburg

Hamburg schenkt ein

Hahn auf und Wasser marsch! Wir Hamburger:innen verbrauchen durchschnittlich 111 Liter Trinkwasser pro Tag. Für welche Tätigkeiten wir diese Menge an Wasser benötigen, die täglich durch unsere Leitungen fließt, ist uns dabei oftmals gar nicht bewusst. Deshalb nehmen wir den Hamburger Trinkwasserverbrauch unter die Lupe. Wusstest du zum Beispiel, dass wir jeden Tag auch sogenanntes virtuelles Wasser verbrauchen?

  • Umwelt, Klima, Energie, Agrarwirtschaft
Zwei kleine Kinder spielen in einer weißen, mit Schaum gefüllten, Badewanne. Das Kind auf der linken Seite sitzt im Schaumbad und spuckt Wasser in einem Strahl in die Luft.
iStock Milos | Stankovic

Unser täglicher Wasserverbrauch

Gerade für uns Hamburger:innen ist Wasser allgegenwärtig. Ob in unseren Flüssen, Seen oder direkt aus der Leitung. Wir duschen, putzen unsere Zähne, waschen Wäsche, gießen unsere Pflanzen – und all das meist mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser. So kommt jede:r Hamburger:in durchschnittlich auf einen täglichen Verbrauch von etwa 111 Liter Trinkwasser. Eine Einschätzung für den eigenen Verbrauch bietet der Wasserverbrauchsrechner.

Wasser ist zum Waschen da

Der Großteil unseres täglichen Verbrauchs fließt in unsere Körperpflege beim Duschen oder Baden.

Einer Studie zufolge duschen etwa 87 Prozent der befragten Hamburger:innen mindestens 2 bis 3 Mal pro Woche, 47 Prozent täglich. Bei einer Duschzeit von neun Minuten können so rund 108 Liter – bei  durchschnittlich 12 Litern pro Minute – durch die Leitungen rauschen. Ein Vollbad liegt im Vergleich, je nach Größe, zwischen 150 bis 250 Litern.

Ein Tortendiagramm zeigt die Hauptgründe des täglichen Trinkwasserverbrauchs in Deutschland: 36% Trinkwasser werden für Körperpflege verwendet, 27% für die Toilettenspülung und 12% für Wäschewaschen.
Trinkwasserverwendung im Haushalt PONY & BLOND

Toilettenspülung: Weniger ist mehr

Auch der zweitgrößte Wasserschlucker steht im Badezimmer: die Toilettenspülung. Sie macht mehr als ein Viertel des täglichen Trinkwasserverbrauchs aus. Ein Wert, der sich sehr einfach reduzieren lässt. Schließlich kann die Spülung bei den meisten Toiletten vorzeitig gestoppt werden. Viele moderne Toiletten haben sogar eine kleinere Spartaste, durch die automatisch weniger Wasser fließt.

Zudem sollte die Spülung nur für den Toilettengang genutzt werden: Haarbüschel, Wattepads oder Haushaltstücher gehören in den Mülleimer und nicht in die Toilette!  

Wäschewaschen: Die Nr. 3 im Alltag

Neben der Körperhygiene und Toilettenspülung macht das Wäschewaschen mit 12 Prozent den drittgrößten Verbrauchswert aus. Um die Waschgänge möglichst nachhaltig zu gestalten, sollte die Maschine immer voll beladen sein und das Eco-Programm genutzt werden. Kurze Waschgänge mit einer halbvollen Maschine sind nicht nur Wasser- sondern auch Energiefresser. Viele Kleidungsstücke kann man zudem mehrmals auslüften oder kleine Flecken punktuell mit der Hand entfernen. So lassen sich unnötige Waschgänge einfach vermeiden. Weitere Einsparpotenziale im Bad, Haushalt und Garten findet ihr hier.  

Virtuelles Wasser

Wir verbrauchen nicht nur Wasser, wenn der Hahn läuft oder wir unter der Dusche stehen. Zu diesem direkten und offensichtlichen Verbrauch kommen zusätzlich täglich rund 4.000 Liter pro Kopf in Deutschland – sogenanntes virtuelles Wasser. Dieser indirekte Wasserverbrauch entsteht bei der Herstellung von Produkten, Kleidung sowie dem Anbau und der Verarbeitung von Lebensmitteln wie Südfrüchten und Kaffee. Beim Kauf dieser Produkte ist das dafür verwendete Wasser nicht mehr sichtbar. Deshalb nennt man es virtuelles Wasser. Virtuelles Wasser ist besonders problematisch, wenn es aus wasserarmen und trockenen Regionen der Welt in wasserreiche Regionen exportiert wird z. B. aus Afrika, Asien oder Südeuropa nach Mitteleuropa. 

Ein Balkendiagramm zeigt den durchschnittlichen Verbrauch virtuellen Wassers für unterschiedliche Produkte
Infografik Virtuelles Wasser PONY & BLOND

Um den virtuellen Wasserverbrauch zu senken, lohnt es sich beim Kauf ganz genau hinzusehen:

  • Nutze recycelte Produkte und achte beim Kauf auf das Produktionsland.
  • Bevorzuge ökologisch erzeugte Lebensmittel.
  • Nutze deine Textilien länger, achte auf gute Qualität, kaufe Second-Hand und überlege bei jedem Neukauf, ob du das Kleidungsstück wirklich brauchst und trägst (#30wears). 
  • Trinke Leitungswasser anstatt abgepacktes Flaschenwasser. So sparst du das virtuelle Wasser, das bei der Produktion, Transport und Reinigung oder Recycling der Flaschen anfällt.

Wer Trinkwasser als Ressource wirklich schätzt, überdenkt den eigenen Wasserverbrauch in allen Aspekten des täglichen Handelns.

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