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Prävention

Hochwasserschutz in Hamburg heute

Die Sturmflut von 1962 hat nicht nur das Schicksal vieler Menschen geprägt, sondern markiert auch einen Wendepunkt für den Hochwasserschutz in Hamburg. Als Konsequenz aus der Katastrophe bekam das Thema einen hohen Stellenwert in der Stadt. Seither wurde viel für den Hochwasserschutz getan.

Bis zur Nacht des 16. Februar 1962 fühlten sich die Hamburger hinter ihren Deichen sicher: Die letzte schwere Sturmflut lag schließlich bereits 107 Jahre zurück. Seitdem hatte es in Hamburg keine Schäden mehr durch Sturmfluten gegeben. Diese trügerische Sicherheit führte dazu, dass die Menschen nicht viel Aufwand in die Unterhaltung der Deiche investierten und diese in einem schlechten Zustand waren. Außerdem war es üblich, beim Bau sowie bei der Erhöhung von Deichen Rücksicht auf bestehende Gebäude und andere Anlagen zu nehmen. Teilweise wurden sogar die Deiche selbst bebaut und bewirtschaftet.

Lernen aus der Katastrophe

Die Sturmflutkatastrophe von 1962 bewirkte ein Umdenken. Sämtliche Deiche gingen in das Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg über. Die Hansestadt übernahm damit alle Aufgaben und damit verbundenen Kosten für die Errichtung, die Verteidigung und die Unterhaltung der Deiche. Heute werden in den Ausbau des öffentlichen Hochwasserschutzes jährlich zwischen 20 und 30 Millionen Euro investiert.

Im Jahr 1962 betrug die Deichhöhe in Hamburg etwa 5,70 Meter über mittlerem Wasserstand (NHN). Seitdem wurde die Hauptdeichlinie im Mittel um rund 2,50 Meter erhöht. Dank dieser Anstrengungen ist die Bedrohung durch Sturmfluten heute geringer als jemals zuvor in der Geschichte Hamburgs.

Seit 1962 kam es immer wieder zu Sturmfluten mit Scheitelwasserständen, die höher lagen als die der Katastrophensturmflut am 16. Februar des Jahres. Dabei ist es zu keinen gravierenden Schäden an der Hauptdeichlinie gekommen. Hamburg besitzt heute dank der benötigten Verstärkung der öffentlichen Hochwasserschutzanlagen einen effektiven Schutz vor Sturmfluten.

Die öffentliche Hochwasserschutzlinie mit einer Länge von 103 km und diversen dazugehörigen Bauwerken bildet das Rückgrat des Hamburger Hochwasserschutzes. Um den Schutz vor Hochwasser langfristig sicherzustellen, wird deren Schutzniveau kontinuierlich überprüft. Dabei fließen auch die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel mit ein. Im aktuell laufenden „Bauprogramm für den Hochwasserschutz“ werden die Anlagen auf den 2013 veröffentlichten Bemessungswasserstand angepasst, der den Meeresspiegelanstieg bis 2050 berücksichtigt.

Bis 2050 soll das aktuell laufende „Bauprogramm für den Hochwasserschutz“ abgeschlossen sein. Wenn die heutigen Prognosen zum Klimawandel und dem damit verbundenen Meeresspiegelanstieg eintreten, werden daran anschließend weitere Erhöhungsmaßnahmen erforderlich sein. Dies zeigt, dass der Hochwasserschutz auch in Hamburg eine Daueraufgabe ist. Die Anpassung der Schutzelemente wird solange fortwähren, wie sich die Anforderungen ändern.

Der Klimawandel und der zu erwartende Meeresspiegelanstieg werden den Hochwasserschutz auch zukünftig vor große Herausforderungen stellen. Diese Zukunftsaufgabe ist umso wichtiger, seit die städtische Entwicklung in den innenstadtnahen und tiefliegenden Gebieten voranschreitet. Mit der HafenCity und dem „Sprung über die Elbe“ rücken Wohnbereiche in den Fokus der Stadtplanung, die dauerhaft vor den Folgen des Klimawandels geschützt werden müssen, aber nicht durch den öffentlichen Hochwasserschutz geschützt werden. Bei der Planung der HafenCity spielte der Hochwasserschutz daher eine wichtige Rolle. Auch bei den Planungen zum neuen Stadtteil Grasbrook besitzt der Hochwasserschutz eine zentrale Rolle.

Als weiteres Werkzeug im Schutz vor Hochwasser hat sich die europäische „Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken“ das Ziel gesetzt, die Risiken durch Hochwasser zu verringern. Ein Schwerpunkt der Richtlinie ist die verbesserte Information der betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Zuletzt wurde der Hochwasserrisikomanagementplan Ende 2021 aktualisiert.

Auch der beste Schutz hat Grenzen

Einen absoluten Schutz vor Sturmflutkatastrophen können weder weitere Deichverstärkungen noch Sperrwerke bieten. Neben der laufenden Verbesserung des technischen Schutzes ist es daher wichtig, sich mit dem unvermeidbaren Restrisiko auseinanderzusetzen. Nur gut informierte Bürgerinnen und Bürger sind in der Lage, im Katastrophenfall richtig zu reagieren. Um auch für Extremfälle bestmöglich vorbereitet zu sein, ist für Hamburg darüber hinaus nach der Sturmflut 1962 eine umfassende Deichverteidigungsorganisation aufgebaut worden. Die teilweise ehrenamtlich tätigen Mitglieder haben bei den schweren Sturmfluten der vergangenen Jahrzehnte immer wieder ihre hohe Einsatzbereitschaft bewiesen. Die Deichverteidigungsorganisation wird auch zukünftig ein wesentlicher Bestandteil der Hamburger Schutzstrategie vor Sturmfluten bleiben.

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Hochwasserschutz

Abteilung Wasserwirtschaft Neuenfelder Straße 19 | 21109 Hamburg | E-Mail:hochwasserschutz@bukea.hamburg.de