Der 5-Minuten-Takt kann flächendeckend und insbesondere in den Gebieten der äußeren Stadt nur unter Einbindung von On-Demand-Verkehren erreicht werden. Für die letzte Meile von der Bahn- oder Bushaltestelle oder auf bislang nicht vorhandenen Querverbindungen sowie für die Erschließung in den Tagesrandzeiten besteht ein großes Potential. Das On-Demand-Angebot soll daher perspektivisch stetig erweitert werden und eine weitgehende Integration in den ÖPNV erfahren.
Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Um den Hamburg-Takt perspektivisch umsetzen zu können, wollen wir On-Demand-Dienste, etwa als Zubringer und sinnvolle Ergänzung zum Schnellbahn-System, aber auch als nachhaltige und bequeme Alternativen zum eigenen Pkw weiter ausbauen und in das Nahverkehrsangebot einbetten. Dabei ist es uns wichtig, dass wir die neuen Angebote und die öffentliche Verkehrsinfrastruktur auch da hinbringen wollen, wo die Menschen sie sehnsüchtig erwarten – etwa nach Harburg, nach Jenfeld oder auch nach Rahlstedt. Damit vernetzen wir Bereiche der äußeren Stadt verkehrlich noch stärker mit den Gebieten der inneren. Moia plant deshalb, sein Angebot ab 2023 weiter zu ergänzen. Mit ioki Hamburg machen wir erstmals mit einem solchen On-Demand-Angebot den Sprung über die Elbe und stellen auch den Harburgerinnen und Harburgern ein alternatives Mobilitätsangebot zur Verfügung.“
Moia plant in den kommenden Monaten ausgehend vom bestehenden Bediengebiet von rund 200 qkm weiter zu wachsen. Die Serviceergänzung um weitere Bereiche von Osdorf und Lurup integriert einen zusätzlichen Teil der Stadt Hamburg in das Ridepooling-Angebot und schafft somit gleichzeitig eine Alternative zum innerstädtischen Pkw-Verkehr insgesamt sowie ein attraktives Angebot als Zubringerdienst zum Schnellbahnnetz . Die Gebietserweiterung wird dabei mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) aus dem Modellprojekt „Auf dem Weg zum Hamburg-Takt“ unterstützt. Ziel des Teilprojektes „Ausweitung des existierenden Ridepooling-Angebots auf bisher nicht bediente Randgebiete“ ist die Ausdehnung des Ridepooling-Services Moia auf weitere Gebiete der Stadt und die stärkere Verzahnung mit dem ÖPNV, auch auf tariflicher Ebene.
Toralf Müller, Geschäftsführer VHH: „Die beteiligten Projektpartner von ioki Hamburg haben in den letzten vier Jahren bewiesen, dass in den ÖPNV integrierte On-Demand-Verkehre einen entscheidenden Beitrag zur Mobilitätswende leisten können. Das belegen die insgesamt mehr als 730.000 Fahrgäste, die in den vergangenen vier Jahren rund 4,2 Millionen Kilometer zurückgelegt haben. Nun freuen wir uns, das in Lurup/Osdorf und Billbrook Gelernte in Harburg weiter auszubauen und weiter zu entwickeln.“
Das On-Demand-Konzept von ioki Hamburg gilt seit seiner Einführung als Leuchtturmprojekt für bedarfsgerechte und klimafreundliche Mobilität in Deutschland. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2019 und dem Deutschen Verkehrswende-Preis 2022 setzt es Maßstäbe für einen flexiblen Nahverkehr der Zukunft. ioki Hamburg wird unter Beibehaltung des bewährten Konzepts und mit einer Verdopplung der Fahrzeuganzahl als innovatives ergänzendes Mobilitätsangebot nach Harburg übertragen. Dieser Stadtteil verfügt bis dato über kein vergleichbares, bedarfsgerechtes Verkehrsangebot. Sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter verkehrlichen Gesichtspunkten ist es sinnvoll, nicht beide Dienste in einem Stadtteil parallel fahren zu lassen, sondern mehrere Stadtteile zu bedenken und mit On-Demand-Diensten zu bedienen.
Während die ioki-Services in Hamburg Osdorf/Lurup und Billbrook Ende 2022 auslaufen, wird das Projekt in Ahrensburg sowie im Raum Brunsbek/Trittau/Lütjensee fortgeführt. Anders als in Osdorf/Lurup sind die Projekte in Ahrensburg und Umgebung im Rahmen des Reallabors Hamburg als Förderprojekte auf die Straße gebracht worden. Nun wurden sie über das Förderprojekt hinaus verlängert, perspektivisch bis 2024. Der Ausbau der ioki Hamburg-Verkehre ist Teil des ÖVerKAnT“ (Stärkung des Öffentlichen Verkehrs. Kreisübergreifende Angebotsoffensive zum Ausbau und zur Schaffung eines metropolitanen Stadt-Land-Taktes), ein Projekt der Randkreise, das der Bund mit knapp 18 Millionen Euro fördert.
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