Aktuell gibt es auf dem Markt keine Hardware-Software-Lösung, die alle drei ITS-Kommunikationsstandards (ITS-G5, C-V2X, 5G/6G) miteinander verbindet. In Europa ist noch nicht klar, welcher der Standards sich durchsetzt. Im zweijährigen Projekt SILKOSTU werden die drei Kommunikationsstandards zur nächsten Generation Vehicle-2-Anything-Kommunikationsmodulen zusammengefasst und in einer städtischen Verkehrsinfrastruktur erprobt. Diese Herangehensweise ermöglicht einen flächendeckenden, technologieoffenen Hochlauf der städtischen Digitalisierung des Verkehrsaufkommens. Neben der erhöhten Verkehrssicherheit werden weitere Anwendungsfälle, wie die Priorisierung von Einsatzfahrzeugen oder des Nahverkehrs, das Leben in den Städten durch diese Entwicklung weiter verbessern.
Ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung der Kommunikationsmodule ist den hohen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, da durch den Zugang zur Cloud neue Angriffsvektoren entstehen. Neue Sicherheitsmodule, wie eine Embedded Universal Integrated Circuit Card (eUICC) oder eine sichere Operationsumgebung (TEE), sorgen für die Sicherheit der neu integrierten Kommunikationskanäle und bereiten die Kommunikationsmodule auf eine lernende Verkehrsinfrastruktur vor (sichere „Over the air updates“). Für die Absicherung der Mobilfunkkommunikation mittels eUICC existieren parallel mehrere Standards. Weiter liefern existierende TEE zwar hohe Sicherheit, wie sie von Anwendungen im 5G/6G-Bereich benötigt werden, sind aber aufgrund von Performance-Overheads nicht für den Einsatz im echtzeitkritischen 5G/6G-Bereich geeignet. Bei der Entwicklung in SILKOSTU stehen daher die Optimierung der Sicherheit und der Performance im Fokus.
Die FHH bringt hierbei ihre Anforderungen als Infrastrukturbetreiber in die Entwicklung der Kommunikationsmodule ein, ermöglicht die Erprobung der Komponenten in der städtischen Verkehrsinfrastruktur und sensibilisiert die Projektpartner für das Thema sichere ITS-Kommunikation.
Das Projekt erhält im Rahmen des Förderaufruf „Cyber-Sicherheit und digitale Souveränität in den Kommunikationstechnologien 5G/6G“ des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Fördersumme von 1,82 Mio. Euro, wodurch 70% der Gesamtkosten abgedeckt werden.
Projektpartner im Überblick
Konsortialführung: consider it GmbH
Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, Freie und Hansestadt Hamburg
Giesecke + Devrient Mobile Security GmbH
Universität zu Lübeck – Institut für IT-Sicherheit
Universität zu Lübeck – Institute of Computer Engineering