Gleichzeitig steht die Food-Branche vor gewaltigen Herausforderungen, die die gesamte Branche langfristig verändern könnten. Ein wichtiger Treiber hierbei sind die Megatrends; Sicherheit, Gesundheit und Wissenskultur. Diese zeigen sich vor allem durch ein gesteigertes Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher für eine gesunde Ernährung. Überaus wichtig bleiben weiterhin aber auch Kriterien wie „Bezahlbarkeit“, „Genuss“ und „Vielfalt“ für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Diese beschriebene Transformation stellt die Lebensmittelbranche in Hamburg unter einen hohen Innovationsdruck. Die Lebensmittelwirtschaft und die Lebensmittelindustrie müssen sich in Zukunft auf disruptive Food Innovationen einstellen. Sie befinden sich in einem fundamentalen Wandel und unter einem hohen Innovationsdruck.
Angesichts der umzusetzenden Transformationsprozesse in der Food Branche bedarf es einer erheblich weitergehenden Stärkung über die bestehenden Strukturen hinaus, um die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit in Hamburg und in Norddeutschland weiter zukunftssicher aufzustellen. Vor diesem Hintergrund soll die erfolgreiche Clusterpolitik des Hamburger Senates für den Bereich der Ernährungswirtschaft fortgeführt und ein neues Food Cluster Hamburg auf den Weg gebracht werden.
Dazu wurde in der Behörde für Wirtschaft und Innovation in Zusammenarbeit mit dem Institut für Innovation und Technik (iit) die umfangreiche „Studie zum Aufbau eines Clusters Ernährungswirtschaft, Food Cluster Hamburg“ erarbeitet.
Senator Michael Westhagemann: „Wir wollen die Branche dabei unterstützen, die Herausforderungen am Markt besser zu bewältigen und die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit am Ernährungsstandort Hamburg und in Norddeutschland weiter zu stärken. Aus wirtschaftspolitischer Sicht ist ein starkes Ernährungscluster erforderlich, welches als Netzwerk- und Vermittlungsplattform das Ziel verfolgt, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Ernährungswirtschaft in Hamburg und seiner Metropolregion zu stärken. Die Studie bietet Lösungsmöglichkeiten für eine Struktur, das Potential und die Handlungsempfehlungen für das zukünftige Food Cluster Hamburg. “
Das zukünftige Food Cluster Hamburg soll sich in die bestehende Cluster Landschaft der acht Hamburger Wirtschaftscluster einfügen und die Unternehmen bei diesen Aufgaben unterstützen, die Herausforderungen am Markt besser zu bewältigen, Hamburg als „Food Standort“ zu stärken und zu entwickeln, eine innovative Gründerszene zu schaffen und die Vernetzung zur wissenschaftlichen Forschung in Hamburg sicherzustellen.
Themenschwerpunkte der Studie:
- Darstellung der vorhandenen Ernährungsindustrie und die Entwicklung einer Vision für das Jahr 2050 für die Ernährungswirtschaft in Hamburg
- Die Transformation in der Lebensmittelindustrie
- Die Förderung von Innovationen im Food Sektor
Um die anspruchsvollen Zielbilder für die Food-Branche in Hamburg zu erreichen, gilt es, eine entsprechende strategische Ausrichtung zu formulieren, die auch unmittelbar die besonderen Herausforderungen der Akteurinnen und Akteure des Food Clusters Hamburg und der Branche transportiert.
Im Rahmen des Analyseprozesses wurden fünf strategische Ausrichtungen identifiziert, die sowohl einzeln als auch in ihrer Summe einen Beitrag zur Erfüllung der Hamburger Leitbilder leisten.
- Positionierung der Hamburger Food-Branche als führende Region in Bezug auf deren Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit
- Etablierung einer Kooperationskultur, die den Innovationsoutput steigert, Unternehmensgründungen erleichtert und den Wissenstransfer stimuliert
- Nachhaltige Weiterentwicklung und Sicherstellung der Kompetenzen in für die Hamburger Food-Branche wichtigen Bereichen
- Etablierung optimaler Rahmenbedingungen zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Food-Branche am Standort
- Etablierung von leistungsfähigen und nachhaltigen Clusterstrukturen unter Einbindung existierender Initiative
Es bedarf auch weiterer Anstrengungen die Rahmenbedingungen in der Metropolregion Hamburg für die Lebensmittelproduktion vor Ort zu verbessern, um langfristig eine ökonomische, ökologische und auch nachhaltige Produktion am Standort zu bezahlbaren Kosten zu erreichen. Somit könnte auch ein Beitrag zur gesteigerten Widerstandfähigkeit durch Dezentralisierung der Lebensmittelproduktion in Hamburg geleistet werden. Gleichzeitig bietet der Standort hohe Potentiale für regional hergestellte Lebensmittelprodukte. Durch die Optimierung von Produktionsprozessen, innovativen Produktionsmethoden und Nachhaltigkeit bei der Beschaffung von Rohstoffen kann eine klimaneutrale und nachhaltige Produktion vor Ort erreicht werden. Auch hier bedarf es entsprechend optimierter Rahmenbedingungen, um diese Potentiale zu nutzen.
Alle Hamburger Unternehmen aus der Food Branche sind herzlich eingeladen, das Food Cluster aktiv mitzugestalten und sich im zukünftigen Clusterverein zu beteiligen. Das Cluster kann nur mit den Unternehmen gemeinsam erfolgreich zukünftige Herausforderungen lösen.
Die nächsten Schritte:
Nach der Präsentation der Studie plant die Wirtschaftsbehörde mit einer Vorlage (Drucksache) Senat und Bürgerschaft zu befassen, um eine entsprechende politische und finanzielle Grundlage für die Clustergründung eines Food Clusters sicherzustellen und damit das bürgerschaftliche Ersuchen Drs. 22/6267 zu beantworten.