Bengaluru, die Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka, gilt als führendes Zentrum für IT, Digitalisierung, Startups und Künstliche Intelligenz in Indien. Die starke Präsenz von Software- und Deeptech-Unternehmen macht Bengaluru zu einem Standort unter den Top15-Startup-Ökosystemen weltweit. Die Hamburger Delegation konnte im fachlichen Austausch mit Industrie- und Softwareunternehmen, darunter SAP, Airbus und Tata Elxsi, zahlreiche Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit ausmachen.
Die Reise unterstreicht das Ziel des Senats, die Wirtschaftsbeziehungen Hamburgs zu diversifizieren und dient der Umsetzung des strategischen Außenwirtschaftskonzeptes. Zugleich werden Impulse für wichtige Zukunftsthemen der Hamburger Wirtschaft gesetzt.
Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Indien hat für uns einen zunehmenden Stellenwert. Hier werden Jahr für Jahr Millionen Fachkräfte ausgebildet, die für den internationalen und damit auch den deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Hamburg kann davon profitieren, indem wir beispielsweise in den technischen Berufen, der Pflege oder im IT-Segment dringend gesuchte Stellenprofile mit indischen Bewerbern besetzen können. Das erfordert auf beiden Seiten eine gründliche Vorbereitung, und es bietet zugleich beidseitig ein erhebliches Potenzial.“
„Indien ist ein Land mit hoher wirtschaftlicher Dynamik und wachsender Bedeutung für globale Lieferketten und Technologien. Für Bremen ist das eine Chance Potentiale zu identifizieren und Kontakte zu knüpfen. Die Themenschwerpunkte der Reise spiegeln mit Häfen und Logistik sowie KI und Digitalisierung unsere hanseatischen Interessen wider. Für mich persönlich ist es entscheidend, dass die gewonnenen Erkenntnisse zusammen mit der Bremer Wirtschaft weiter vorangetrieben werden, um das derzeitige Momentum für die wirtschaftliche Kooperation zu nutzen“, sagt Maike Frese, Staatsrätin bei der Bremer Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, die auf Einladung Hamburgs an der Delegationsreise teilnahm und vor Ort den Wert der norddeutschen Zusammenarbeit unterstrich.
Im Gespräch mit Staatssekretär Vijay Kumar aus dem nationalen Technologieministerium Indiens wurde zuvor deutlich, dass der Standort Hamburg für gemeinsame Programme unter anderem im Bereich Deep Tech und die industrieorientierte Anwendung von Ergebnissen aus Hochschulkooperationen ein äußerst attraktiver Standort ist. Zur Vertiefung wurde ein Rückbesuch nach Hamburg vereinbart.
70 indische Unternehmen sind bereits in Hamburg ansässig – weitere könnten folgen: „In den zurückliegenden zwei Jahren konnten wir bereits zehn indische Unternehmen neu in Hamburg ansiedeln. Die Zahl der Unternehmen, mit denen wir in konkreten Gesprächen für ein Engagement in Hamburg sind, hat sich mit dieser Reise gut verdoppelt. Hamburg ist für indische Unternehmen eine hochinteressante Destination: Eine breite industrielle Basis, viele B2B-Potenziale, der Zugang zum norddeutschen und zugleich zu den skandinavischen Märkten, eine attraktive Metropolregion und die Betreuung durch das Hamburg Welcome Center for Professionals sprechen für uns“, sagt Rolf Strittmatter, Geschäftsführer der Hamburg Invest Wirtschaftsförderung.
Die beteiligten Unternehmen der Hamburger Delegation ziehen ein positives Fazit über den Nutzen der Reise: Neben umfangreichen Erkenntnissen im Zuge der Markterkundung sind schon vor Abschluss der Reise für rund ein Dutzend der Beteiligten konkrete geschäftliche Follow-ups, generierte Leads oder erfolgte Abschlüsse zu verzeichnen. Weitere Teilnehmer konnten bestehende Geschäftsbeziehungen intensivieren oder ausweiten, örtliche Partner für eine künftige Zusammenarbeit identifizieren und Erkenntnisse über die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markteintritt gewinnen. Basierend auf diesen Erkenntnissen erfolgt die weitere Umsetzung von Aktivitäten aus der Hamburger Wirtschaft heraus.
Beispielhaft steht eine beschlossene Partnerschaft der SRH Hochschule mit SAP, im Rahmen derer künftig eine Praxiszusammenarbeit umgesetzt werden soll.
Bei einem Austausch mit dem Coffee Board of India wurde die Positionierung Hamburgs als Handelspartner bestärkt. Die staatliche Institution beschäftigt sich mit der Förderung der Kaffeeproduktion und der Umsetzung von Qualitätsstandards im Export. Rund 60 Prozent der indischen Produktion grüner Kaffeebohnen werden in die EU exportiert; Deutschland ist insgesamt die zweitwichtigste Exportnation. Zehn Prozent des indischen Kaffee-Exports erfolgen nach Deutschland. Ein großer Teil davon wird über den Hamburger Hafen abgewickelt, der seit über 200 Jahren eines der wichtigsten Zentren der Kaffeewirtschaft in Deutschland und Europa ist. Neben der traditionell wichtige Rolle des Kaffeehandels, stellen weiterhin auch Weiterverarbeitung und -vertrieb bedeutende Wirtschaftszweige dar. Im Gespräch mit Kurma Rao, CEO and Secretary of the Coffee Board, wurde zudem eine Einladung zur India Week ausgesprochen, um die Zusammenarbeit fortzuführen.
Der Schwerpunkt im Bereich maritimer Logistik wurde nach den bilateralen Gesprächen mit der indischen Nationalregierung und erfolgreichen Terminen in Mumbai an der Ostküste im Hafen Chennai fortgeführt und im Rahmen eines Austausches von Hafenbehörden und privaten -betreibern über den Aufbau von Hafeninfrastrukturen im Nachgang der Reise fortgesetzt werden.
Indien-Delegationsreise aus Hamburg stärkt Positionierung in der Außenwirtschaft
Mit 450 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern und hoch entwickelten Märkten ist die EU eine wirtschaftliche Supermacht. Als internationale Handelsstadt, bedeutender Industriestandort und Zentrum für Wissenschaft und Forschung trägt Hamburg in besonderem Maße zu einer starken Europäischen Union bei. Diese Positionierung Hamburgs wurde im Rahmen der Reise bekräftigt.
Durch die Freihandelsabkommen mit den MERCOSUR-Staaten sowie mit Indien kann die Europäische Union ihre weltweiten Wirtschaftsbeziehungen entscheidend ausbauen, einseitige wirtschaftliche Abhängigkeiten verringern und dadurch ihre Resilienz stärken. Die Delegationsreise aus Hamburg, die nach Neu Delhi, Mumbai und Bangaluru führte, trägt zur langfristigen Diversifizierung der Hamburger Außenhandelsbeziehungen bei. Teil der Hamburger Delegation waren zahlreiche Unternehmen, Hochschulen, öffentliche Einrichtungen, Verbände und Organisationen.
Rückfragen der Medien
Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation
Martin Helfrich | Pressesprecher
Telefon: 040 42841 2239
E-Mail: pressestelle@bwi.hamburg.de