Industriekoordinator legt Bericht vor

„Industriestandort Hamburg ist gut für die Zukunft aufgestellt“

22. Mai 2025 Pressemitteilung

Die Industrie erwirtschaftet ungefähr 30 Prozent des Gesamtumsatzes in Hamburg. Die etwa 3.000 Industrieunternehmen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung und Sicherung der rund 110.000 Arbeitsplätze in Hamburgs Industrie.

  • Wirtschaft, Arbeit und Innovation

Industriekoordinator Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Innovation: „Das Jahr 2024 hielt für die Industrieunternehmen in Hamburg Herausforderungen, aber auch Chancen bereit. Die Bundespolitik war von Unwägbarkeiten geprägt und das internationale Handelsumfeld blieb angespannt. Zugleich ist die doppelte Transformation hin zur klimaneutralen und digitalisierten Wirtschaft hier im vollen Gange. Im Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft und Fachbehörden setze ich mich für gute Rahmenbedingungen für die Hamburger Industrie ein und – im Falle von widerstreitenden Interessen – für einvernehmliche Lösungen. Denn die Attraktivität des Industriestandorts Hamburg ist von großer Bedeutung für den Wohlstand der Stadt, für ihre Fortschritte auf dem Gebiet von Technologie und Klimaschutz und für die Sicherung guter Arbeitsplätze. Ich möchte das Bewusstsein dafür schärfen, dass Hamburg eine moderne Industriestadt ist und dass die Hamburgerinnen und Hamburger stolz auf ihre Industrie sein können.“

Der Umsatz der Hamburger Industrie stieg im Jahr 2024 um 4 Prozent an. Bei Berücksichtigung der Mineralölbranche, deren Umsätze durch gesunkene Ölpreise am Weltmarkt im letzten Jahr schrumpften, ging der Umsatz um 0,9 Prozent zurück. Deutliche Umsatzzuwächse konnten die Branchen Fahrzeugbau (+7,8 Prozent) sowie Reparatur und Installation von Maschinen und Anlagen (+6,4 Prozent) verzeichnen. Besonders positiv entwickelte sich der Auslandsumsatz (+9 Prozent), während der Inlandsabsatz um 1,3 Prozent zurückging. Die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe stieg im vergangenen Jahr um 8,9 Prozent an (preisbereinigt: +5 Prozent). So trug das Verarbeitende Gewerbe maßgeblich dazu bei, dass die Gesamtbruttowertschöpfung Hamburgs preisbereinigt 2024 um 1,7 Prozent wuchs.

Branchenmix

Eine zentrale Rolle spielt die Mineralölindustrie, deren 13 Unternehmen knapp 60 Prozent des Umsatzes der Hamburger Industrie ausmachen. Von wachsender Bedeutung am Standort ist auch die Verteidigungsindustrie, die unter anderem Unternehmen aus der maritimen und der Luftfahrtbranche umfasst.

Zu den industriellen Rahmenbedingungen am Standort Hamburg zählt wesentlich auch die Nähe zu Forschung und Innovation. 2024 wurden hier bedeutende Fortschritte erzielt. So wurde am 10. Juli die 3D-Druck-Initiative „Industrialized Additive Manufacturing Hub Hamburg“ (IAMHH e. V.) gegründet. Am 8. November folgte mit dem DLR-Institut für Luftverkehr die Eröffnung eines neuen industrienahen Forschungsinstituts. 2024 wurde zudem die Responsible AI Alliance für verantwortungsvolle KI ins Leben gerufen. Auf dem Gebiet der Quantentechnologie wurde mit der Übergabe des ersten Hamburger Quantencomputers an die Quanteninitiative des DLR ein Meilenstein erreicht. Als wichtige Schritte für den Innovationsstandort sind außerdem die Eröffnung des ZAL II in Finkenwerder und des tecHHub im Innovationspark Altona zu nennen.

Klimaneutral bis 2045

Hamburg hat es sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es erforderlich, dass energieintensiven Industrieunternehmen berechenbare Rahmenbedingungen und Energieträger zur Verfügung stehen, die aus erneuerbaren statt fossilen Quellen stammen.

Daher arbeitet die Stadt mit Hochdruck am Aufbau der entsprechenden Infrastruktur als Voraussetzung für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. So werden zentrale Bereiche des Hafens zum Sustainable Energy Hub weiterentwickelt. Dort sollen vom Import bis zur Nutzung alle Schritte der wasserstoffbezogenen Wertschöpfungskette angesiedelt sein. 2024 erhielten außerdem ein Leitungsneubau für das Wasserstoffindustrienetz HH-WIN im Hamburger Süden sowie der Green Hydrogen Hub auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Moorburg die Zuwendungsbescheide im Rahmen des IPCEI-Prozesses (Important Projects of Common European Interest).

Der Senat setzt sich für den Industriestandort Hamburg ein

Um die Rahmenbedingungen am Industriestandort zu verbessern, arbeitet der Senat im Rahmen des Masterplans Industrie eng mit den Partnern – dem Industrieverband Hamburg, der Handelskammer Hamburg sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund Nord – zusammen. Der Masterplan umfasst fünf verschiedene Handlungsfelder und definiert zahlreiche Maßnahmen. So haben die Partner unter anderem vereinbart, dass Industrieflächen erhalten und weiterentwickelt werden, dass der Transfer zwischen Industrie und Wissenschaft gestärkt wird und dass junge Menschen für MINT-Berufe begeistert werden sollen. Gemeinsam mit der Industrie setzt sich der Senat zudem auf Bundes- und Europaebene für eine zuverlässige, wirtschaftlich tragfähige und klimaneutrale Energieversorgung ein.

Um die bürokratische Belastung für Hamburger Industrieunternehmen zu verringern, hat die Wirtschaftsbehörde 2024 zwei Praxischecks durchgeführt. Dabei wurden die Themen „Genehmigung von Großraum- und Schwertransporten“ und „Fachkräftezuwanderung aus Drittstaaten“ gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Unternehmen und Verwaltung auf bürokratische Hemmnisse und Lösungsansätze untersucht. Beispielsweise wird zukünftig die Anhörung der Autobahn GmbH des Bundes bei der Unterfahrung von Kreuzungsbauwerken entfallen. Die Praxischecks fügen sich in die Aktivitäten des Senats ein, der im Oktober 2024 ein Bürokratieabbau-Gesetz beschlossen hat. Seit dem 1. November 2024 ist Hamburg auch das erste Land mit einem vollständig elektronischen Baugenehmigungsverfahren.

Um die Hamburger Industrie mit der Stadtgesellschaft in Kontakt zu bringen, hat die Wirtschaftsbehörde gemeinsam mit dem Industrieverband Hamburg (IVH) die Kampagne „Industriedialog Hamburg“ ins Leben gerufen. Verschiedene Formate wie Schulspaziergänge, eine Wanderausstellung und Großveranstaltungen machten Industrie erlebbar. 2024 wurde die Kampagne mit einem Hoffest beim Museum der Arbeit zunächst erfolgreich abgeschlossen; weitere Folgemaßnahmen sind in Planung.

Bericht des Industriekoordinators

Der Industriekoordinator berichtet seit 2021 jährlich über die Situation der Industrie in Hamburg. Als zentraler Ansprechpartner im Dialog von Industrie und Verwaltung in Hamburg bringt er die Belange der Industrieunternehmen in die gesamtstädtische Entwicklung ein. Er setzt sich für gute Rahmenbedingungen für die Hamburger Industrie ein und wird in Konfliktfällen gegebenenfalls auch vermittelnd tätig, etwa bei Genehmigungsverfahren.

Der Bericht des Industriekoordinators für die Tätigkeit im Jahr 2024 ist hier online abrufbar: https://www.hamburg.de/go/1060116 

Rückfragen der Medien
Behörde für Wirtschaft und Innovation
Pressestelle
Telefon: 040 42841 1326
E-Mail: pressestelle@bwi.hamburg.de

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