Investition

Hamburg soll Top-Informatikstandort werden

03. Februar 2017 Pressemitteilung
  • Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Senatorin Fegebank mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulen und Forschungseinrichtungen
© BWFG

Die Digitalisierung stellt Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft vor enorme Herausforderungen: Stärker vernetzte Maschinen und Infrastrukturen erzeugen komplexe Aufgaben, etablierte Geschäftsmodelle werden infrage gestellt, allverfügbare Daten fordern uns privat und beruflich heraus. Die Informatik gilt dabei als Schlüsseldisziplin für Innovation und Transformation im Digitalisierungsprozess. Gemeinsam mit den beteiligten Hochschulen baut die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung die Informatikplattform „ahoi.digital“ im Rahmen der Gesamtstrategie Digitale Stadt auf. Das Projekt kann unter Berücksichtigung von weiteren Fördermitteln ein Gesamtfördervolumen von 32,9 Millionen erreichen. Geplant sind 35 neue Professuren und bis zu 1.500 zusätzliche Informatik-Studienplätze.

Die Universität Hamburg, TU Hamburg, HAW Hamburg, die HafenCity Universität Hamburg und die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung bauen die Informatikplattform als Gemeinschaftsprojekt auf. Ziel der Plattform ist es, die Informatik auf Spitzenniveau auszubauen und Hamburg als Top-Informatikstandort zu etablieren.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Ich freue mich, dass ‚ahoi.digital‘ nun startet. Hamburg will im Digitalisierungsprozess eine aktive Rolle spielen. Dabei kommt der Wissenschaft eine Schlüsselfunktion zu: Ohne Wissen über digitale Technologien und ihre Anwendungsmöglichkeiten können wir den neuen Anforderungen, die vor uns liegen, nicht gerecht werden. Das Programm bietet die Chance, Fachkompetenz und Know-How im Bereich der Informatik zu bündeln, Talente zu gewinnen und Hamburg als attraktiven Informatikstandort auszubauen.“

Konzept Informatikplattform „ahoi.digital“

Das ganzheitliche Konzept der Informatikplattform ist deutschlandweit einzigartig. Die Plattform basiert auf den drei tragenden Säulen Bildung, Forschung und Transfer. Sie dient dabei als Katalysator, indem sie Forschung und Bildung stärkt und in Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Verwaltung als Problemlöser wirkt. Als Kompetenzzentrum und Netzwerk gibt sie außerdem Impulse für Gründung und Innovation. Sie soll die Kooperation mit den städtischen Clustern stärken und die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu Unternehmen ausbauen. Dazu ist eine enge Abstimmung mit allen Akteuren geplant.

Auch der Wissenschaftsstandort Hamburg profitiert: zusätzliche Professuren erhöhen die nationale und internationale Sichtbarkeit Hamburgs als Informatikstandort, wissenschaftliche Talente werden angezogen und größere Forschungsverbünde ermöglicht.

Inhaltlich legt das Konzept den Fokus auf vier Kernthemen der Informatik, die hochschulübergreifend bearbeitet werden und die Schwerpunkte der Informatikaktivitäten der Hamburger Hochschulen bilden sollen:

Wie kann ein Roboter während der Interaktion mit Nutzern schnell Sprachinformationen verarbeiten? Mit dieser und vielen anderen Fragen beschäftigt sich die Universität Hamburg in Kooperation mit dem UKE in einem der Schwerpunktthemen „Cognitive/Learning Systems“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen komplexe Lernprozesse als Grundlage für neue Informatiksysteme. Anwendung finden die neuen Erkenntnisse unter anderem in der Logistik, Medizin und Pflege. Mit „Cross-Modal Learning“ existiert hier bereits ein internationaler Sonderforschungsbereich.

Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist das Forschungsvorhaben „Smart Systems / Cyber-Physical Systems“,  das gegenwärtig an der TU Hamburg und HAW Hamburg angesiedelt ist. Dabei bearbeiten Forscherinnen und Forscher technisch und methodisch Verknüpfungen von Informatik mit smarten Infrastrukturen und Maschinen. Sie arbeiten eng mit den Ingenieurswissenschaften und der Medizin zusammen. Anwendungsbereiche sind zum Beispiel die Luftfahrt, Energiewirtschaft und Medizin.

„Information Governance Technologies“ befasst sich mit dem Umgang sensibler Daten als Grundlage für Verwaltungs-, Mitbestimmungs- und Wertschöpfungsprozesse. Im Mittelpunkt stehen Forschungsfragen, die die ethische Dimension der Verantwortung umfassen: Wie kann transparent zwischen Individualisierung der Informationen und der Diskriminierung von Information und Informationsquellen abgewogen werden? Aktuell arbeitet ein interdisziplinärer Forschungsverbund, bestehend aus den Rechts-, Medien- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Hamburg in Kooperation mit der TU Hamburg und dem Hans-Bredow Institut, an diesem Schwerpunkthema. Vor allem in den Bereichen Medien, IT und „smarte“ Infrastrukturen werden die Forschungsergebnisse angewendet.

Das vierte Kernthema der geplanten Informatikplattform ist „Data Science“. Die Querschnittsdisziplin beinhaltet zahlreiche Facetten, über alle Hochschulen verteilt. Sie stellt das Bindeglied zwischen Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften dar und beschäftigt sich mit Handling von Big Data, also der Speicherung und Verarbeitung von heterogenen Datenquellen. Von den Forschungsergebnissen profitieren Dienstleister, die große Datenmengen verwalten müssen wie beispielsweise Energie- und Wasserversorger.

Hintergrundinformationen zur Informatik an den beteiligten Hamburger Hochschulen finden Sie im Anhang

Rückfragen der Medien
Julia Offen
Pressesprecherin
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Telefon: (040) 428 63 – 2322
E-Mail: julia.offen@bwfg.hamburg.de

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Hintergrundinformationen zur Informatik an den Hamburger Hochschulen

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