455 Tandems beim DUOday

Hamburg bringt Unternehmen und Menschen mit Behinderung zusammen

19. Juni 2026 Pressemitteilung

250 Hamburger Unternehmen öffneten in diesem Jahr anlässlich des DUOday am 28. Mai ihre Türen und setzten ein starkes Zeichen für mehr berufliche Teilhabe und Vielfalt in der Arbeitswelt. Einen Tag lang begleiteten Menschen mit Behinderung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Arbeitsalltag und nahmen aktiv an diesem teil. Ziel des Aktionstages ist es, Begegnungen zu ermöglichen, Vorurteile abzubauen und neue Perspektiven auf den Arbeitsmarkt zu eröffnen. Unternehmen erhalten zudem die Möglichkeit, neue Talente und Fachkräftepotenziale zu entdecken. Insgesamt nahmen in diesem Jahr 455 Duos teil – so viel wie nie zuvor. Gestern fand die feierliche Abschlussveranstaltung in den Räumen der Handelskammer statt.

  • Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal: „Aus jedem ersten Schritt in ein neues Berufsleben kann sich eine Erfolgsgeschichte ergeben – für den einzelnen Menschen, für das Unternehmen und für die ganze Gesellschaft. Dafür steht der DUOday und er macht deutlich, was möglich wird, wenn wir am Arbeitsmarkt alle zusammenarbeiten. Ich freue mich, dass Hamburger Unternehmen diesen Weg aktiv mitgestalten und am diesjährigen Aktionstag 455 Duos gemeinsam Inklusion am Arbeitsmarkt mit Leben gefüllt haben.“

Ulrike Kloiber, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung: „Der DUODay zeigt Jahr für Jahr: Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt funktioniert, wenn man sie ermöglicht. Dass wir in Hamburg erneut eine deutliche Steigerung der DUOs und der teilnehmenden Unternehmen verzeichnen konnten, ist ein starkes Signal. Es zeigt, wie viel Bereitschaft in Unternehmen steckt, wenn man ihnen die Chance gibt, Menschen mit Beeinträchtigungen als Kolleginnen und Kollegen zu erleben. Dieses Engagement verdient Rückenwind, auch auf politischer Ebene. Denn Teilhabe braucht verlässliche Strukturen. Die zuletzt diskutierten Kürzungen in der Eingliederungshilfe konnten verhindert werden. Das ist gut, und es war das Ergebnis eines engagierten zivilgesellschaftlichen Widerstands. Es zeigt: Engagement lohnt sich. Doch der Druck, bei sozialstaatlichen Leistungen zu sparen, bleibt spürbar. Daher ist es umso wichtiger, dass Hamburg mit dem DUODay weiterhin ein starkes Signal für Inklusion setzt. Denn: Begegnung schafft Vertrauen, Vertrauen schafft Beschäftigung.“

Rolf Tretow, 1. Vorsitzender der LAG WfbM Hamburg: „Der DUOday bringt Menschen und Unternehmen unkompliziert zusammen. Er macht sichtbar, welches Potenzial in Menschen mit Behinderungen steckt – und dass Inklusion im Arbeitsalltag konkret gelingen kann. Unternehmen gewinnen an Vielfalt, Perspektiven und Loyalität – das ist heute ein klarer Wettbewerbsvorteil.“

Hintergrund 

Der DUOday wird seit 2018 jährlich begangen und in diesem Jahr von den Mitgliedsunternehmen der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für Menschen mit Behinderung Hamburg (LAG WfbM Hamburg) organisiert. Schirmherrin ist Ulrike Kloiber, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Das Prinzip des DUOday ist einfach: Eine Person mit Behinderung bildet für einen Tag ein Tandem mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter im Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um Einblicke in den Berufsalltag, sondern auch um den persönlichen Austausch.  Viele dieser Begegnungen wirken über den Aktionstag hinaus: Sie können der Anfang für Praktika oder konkrete Schritte in Richtung Beschäftigung sein. Müssen sie aber nicht.

Was der DUOday bewirken kann, zeigt das Beispiel von Dennis Kaczynski: Sein Einstieg begann 2024 am DUOday. Es folgte ein dreiwöchiges Praktikum; heute ist er fester Teil eines Teams auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz bei Selgros (regionaler Großmarkt für Gastronomiebedarf) – mit Aufgaben von der Kundenbetreuung bis zur Warenlogistik. Für ihn zählen besonders das freundliche Miteinander und der kurze Weg zur Arbeit. Das Beispiel zeigt: Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung können Hand in Hand gehen – und der DUOday kann ein erster, entscheidender Schritt sein.

Rückfragen der Medien
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Pressestelle
Telefon: 040 42863 2322
E-Mail: pressestelle@bwfg.hamburg.de

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