Energie-Campus der HAW Hamburg wächst

Grundsteinlegung für das Demonstrationszentrum für Sektorkopplung in Bergedorf

14. September 2026 Pressemitteilung

Damit die Energiewende gelingt, braucht es praxisnahe Lösungen, die unterschiedliche Sektoren wie Strom, Wärme und Mobilität miteinander verbinden. Um dieser Forschung ein neues Zuhause zu geben, wurde am Energie-Campus der HAW Hamburg in Bergedorf heute der Grundstein für das Demonstrationszentrum für Sektorkopplung (DZS) gelegt. Der Forschungsneubau schafft einen gemeinsamen Ort für das Competence Center for Energy Transition (CC4E) der HAW Hamburg und das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES. Wissenschaftler:innen sollen dort gemeinsam mit Unternehmenspartner:innen innovative Technologien für die Energiewende entwickeln, testen und für die Öffentlichkeit erlebbar machen.

  • Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Entwurf des Demonstrationszentrums für Sektorkopplung, ein kastiges Gebäude mit bodentiefen Fenstern.
Sprinkenhof GmbH, MBH Architekten + Ingenieure

Den Grundstein legten Maryam Blumenthal, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Prof. Dr. Ute Lohrentz, Präsidentin der HAW Hamburg, Prof. Dr.-Ing. Hans Schäfers, Leiter des CC4E, Prof. Dr.-Ing. Jan Wenske, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IWES sowie Martin Sowinski, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH.

Auf einem 2.800 qm großen Grundstück entsteht ein dreigeschossiges Gebäude mit rund 2.500 qm Bruttogrundfläche. Geplant sind sechs Forschungslabore, Büroarbeitsplätze für etwa 50 Mitarbeitende, Konferenzräume sowie ein Showroom, in dem die Forschung durch Exponate, Modelle und digitale Anwendungen anschaulich vermittelt wird.

Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 21,5 Mio. Euro. Die Freie und Hansestadt Hamburg stellt hierfür einen Investitionskostenzuschuss bereit; zusätzlich unterstützt der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union das Vorhaben mit rund sechs Millionen Euro. Realisiert wird das Projekt im Mieter-Vermieter-Modell.

Maryam Blumenthal, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Die Forschung, die künftig am Demonstrationszentrum Sektorkopplung stattfinden wird, schließt eine wichtige Lücke: Sie verbindet Strom, Wärme und Mobilität zu einem System, das im Alltag funktioniert. Dieses Gebäude wird die Energieforschung dorthin tragen, wo sie hingehört: In den Dialog mit den Bürger:innen. Denn die Energiewende gelingt nur, wenn die Menschen verstehen und erleben können, wie sie funktioniert. Hamburg zeigt hier, dass Forschung nicht im Labor bleibt, sondern aktiv unsere Zukunft gestaltet.“

Prof. Dr. Ute Lohrentz, Präsidentin der HAW Hamburg: „Wie sehr wir die wissenschaftlich fundierten Beiträge unserer Energiewende-Expertinnen und -Experten brauchen, sehen wir jeden Tag in den Nachrichten. Das neue Forschungsgebäude kommt daher zur richtigen Zeit: Es bietet optimale Bedingungen, um Lösungen für die Energiewende zu erforschen und gemeinsam mit unseren Partnern in die Praxis zu bringen. Besonders wichtig ist dabei der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Denn die Energiewende braucht nicht nur technologische Innovationen, sondern auch Wissenstransfer, Transparenz und gesellschaftliche Beteiligung. Mit seinen Laboren und dem öffentlich zugänglichen Showroom wird das Gebäude all dies an einem Ort zusammenführen und die Rolle des CC4E als einzigartiges Wissenschafts- und Innovationszentrum für klimaneutrale Energiesysteme weiter stärken.“

Oliver Panz, Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Bergedorf: „Schritt für Schritt entsteht in Bergedorf ein zukunftsfähiges und innovatives Cluster aus Projekten und Ansiedlungen aus dem Bereich Forschung, Wirtschaft und Energiewende. Hier im Schnittpunkt der Stadtentwicklungsprojekte der Schleusengrabenachse mit dem Energie-Campus, den neuen Wohnquartieren und dem Innovationspark Bergedorf etabliert sich ein gut vernetzter Zukunftsstandort aus Knowhow, Transfer und Kooperation. Die Zusammenarbeit von HAW und Fraunhofer zeigt beispielhaft, welches Potenzial sich hier bereits entfaltet. Bergedorf bietet Flächen, auf denen innenstadtnah zukunftsweisende Technologien entwickelt und erprobt werden und wir gestalten gemeinsam mit unseren Partnern aktiv den Rahmen dafür.“

Martin Sowinski, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH: „Wir freuen uns sehr, dieses zukunftsweisende Projekt als übergeordnete Projektsteuerung begleiten zu dürfen. Der Energie-Campus ist ein herausragender Standort für Innovationen rund um die Energiewende. Dass wir mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES bereits 2019 erfolgreich ein Forschungsgebäude auf demselben Areal realisieren konnten, gibt uns eine starke Grundlage und wertvolle Erfahrung für das neue Vorhaben. Gemeinsam freuen wir uns, mit den Beteiligten an diesen Erfolg anzuknüpfen und optimale Rahmenbedingungen für exzellente Forschung zu schaffen.“

Prof. Dr.-Ing. Hans Schäfers, Leiter des CC4E: „Mit dem Neubau setzen wir in Bergedorf ein starkes Zeichen: Wir schaffen mehr Raum für die Energiewende, für Kooperationen mit unseren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft und den Austausch mit der breiten Gesellschaft. Das Umfeld des Energie-Campus sowie des neuen Innovationsparks Bergedorf bieten uns beste Bedingungen, um unsere dort schon bestehende Infrastruktur zu erweitern und neue Schlüsseltechnologien auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. Ich freue mich ganz besonders, dass wir dies mit den Kolleg:innen des Fraunhofer IWES gemeinsam tun und unsere hervorragende Zusammenarbeit am Demonstrationszentrum fortsetzen und vertiefen können.“

Prof. Dr.-Ing. Jan Wenske, stellvertretender Institutsleiter und Technischer Direktor des Fraunhofer IWES: „Mit dem Demonstrationszentrum für Sektorkopplung entsteht ein weiterer wichtiger Baustein des Energie-Campus in Bergedorf. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem CC4E und dem Fraunhofer IWES hat sich in den vergangenen Jahren bereits vielfach bewährt. Der Neubau schafft nun zusätzliche Möglichkeiten, unsere Kompetenzen zu bündeln und gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie Lösungen für ein klimaneutrales Energiesystem zu entwickeln und zu erproben.“

Hintergrund

Sektorkopplung bezeichnet die Verbindung des Sektors der Stromerzeugung mit den Verbrauchssektoren Wärme, Mobilität und Industrie. Im Mittelpunkt der Forschung im neuen Gebäude stehen entsprechende Technologien sowie die Digitalisierung der Energiewende. Die Forschenden untersuchen unter anderem, wie sich CO2 aus Industrieprozessen oder aus der Umgebungsluft abscheiden und mit grünem Wasserstoff zu synthetischen Energieträgern umwandeln lässt (Power-to-X). Auch die Steuerung von Technologien zur Energiespeicherung und -wandlung gehört zu den zentralen Themen.

Der Energie-Campus und der Innovationspark Bergedorf: Der Neubau dient zugleich als Innovationsmotor des Stadtentwicklungsprojekts „Innovationspark Bergedorf“, einem von vier geplanten Innovationsparks der Stadt Hamburg. Die HAW Hamburg und das CC4E gestalten die Entwicklung der Fläche rund um den Energie-Campus als künftigen Innovationsort mit. Bereits seit 2015 betreibt das CC4E ein Forschungsgebäude am Schleusengraben, ergänzt durch den 2018 errichteten Forschungswindpark Hamburg-Curslack. Die enge Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IWES – etwa bei der Nutzung eines Großprüfstands für Windenergieanlagen – setzen die Partner im neuen Gebäude fort.

Bildmaterial zum Download finden Sie hier.
Copyright: Sprinkenhof GmbH, MBH Architekten + Ingenieure

Rückfragen der Medien

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Sprinkenhof GmbH
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Telefon: 0176 14181453
E-Mail: presse@sprinkenhof.de

HAW Hamburg | CC4E
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