Maryam Blumenthal, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Starke Wissenschaft kennt keine Landesgrenzen. Von Virusinfektionen über digitale Implantate bis zum Magnetsinn von Vögeln – die Bandbreite zeigt, wie vielfältig und innovativ die Lebenswissenschaften im Norden sind. Mit interdisziplinärer Zusammenarbeit, gezielter Nachwuchsförderung und starken Partnerschaften zeigen die Preisträger:innen, wie Kooperation über Landesgrenzen hinweg gelingen kann. Genau dafür setzen wir uns in Hamburg und als norddeutscher Verbund ein – gemeinsam sind wir leistungsfähiger. Ich freue mich besonders, dass Hamburg an allen drei Gewinnerprojekten beteiligt ist. Herzlichen Glückwunsch an alle Ausgezeichneten!“
Hintergrund zu den Gewinner-Projekten
Drei Projekte haben die Jury überzeugt:
Das Projekt, „Disrupt, Evade, Exploit: Genexpression und Manipulation der Wirtsantwort bei DNA-Virusinfektionen“ (DEEP-DV), erforscht Mechanismen bei DNA-Virusinfektionen, die chronische Erkrankungen begünstigen können. Gemeinsam mit Institutionen in Braunschweig und Hannover sind die Universität Hamburg (Federführung), das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Leibniz-Institut für Virologie in Hamburg und das Centre of Structural Systems Biology in Hamburg beteiligt. Die Jury hob die interdisziplinäre Herangehensweise und die exzellente Förderung der Early Career Forschenden hervor. Sie betonte zudem, dass diese Forschung weltweit nur unter den spezifischen Bedingungen der beteiligten Standorte möglich und von weltweiter Relevanz ist.
Das Projekt „Initiative for Digital Implant Research“ (IDIR) entwickelt digitale Zwillinge von Implantaten, die patientenspezifische Reaktionen vorhersagen. Durch die Verknüpfung von Materialforschung, experimentellen Daten, (prä-)klinischen Studien sowie KI-gestützten Simulationen sollen Implantate effizienter entwickelt, individuell angepasst und schneller zugelassen werden. Die Technische Universität Hamburg kooperiert hier mit Institutionen in Kiel, Geesthacht, Rostock und Lübeck. Die Jury lobte die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit sowie das internationale Renommee der beteiligten Wissenschaftler:innen und sah großes Potenzial für die Stärkung Norddeutschlands als Innovationsstandort. Zusätzlich wurde auch das nahezu paritätische Verhältnis führender Forscher:innen hervorgehoben.
Das neue Kooperationsvorhaben „Der Magnetsinn von Zugvögeln: Von Quantenzuständen zur biologischen Funktion“ untersucht mithilfe modernster Strukturbiologie, wie Zugvögel das Erdmagnetfeld wahrnehmen. Hierbei kooperieren Wissenschaftler:innen aus zwei Exzellenzclustern (Hamburg: CUI – Advanced Imaging of Matter) unterschiedlicher Bundesländer miteinander. Beteiligt sind die Universität Hamburg (Federführung), die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das Deutsche Elektronensynchroton (DESY) in Hamburg und das European XFEL in Hamburg. Die Jury bewertete das Projekt mit Blick auf die genutzte Infrastruktur als international einmalige Leistung.
Hintergrund zum Norddeutschen Wissenschaftspreis
Der Norddeutsche Wissenschaftspreis 2026 wird von der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz (NWMK) vergeben, um herausragende länderübergreifende Forschungskooperationen zu würdigen, die wissenschaftliche Spitzenleistungen erbringen, die wissenschaftlichen Netzwerke in Norddeutschland stärken und deren Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit fördern. Der Preis wird seit 2012 alle zwei Jahre mit wechselnder fachlicher Ausrichtung vergeben. Für 2026 liegt der Schwerpunkt auf den Lebenswissenschaften. Insgesamt gingen 35 Bewerbungen ein. Die Jury besteht aus renommierten Wissenschaftler:innen mit interdisziplinärer Expertise.
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