Wissenschaft gestaltet Zukunft

Hamburger Förderprogramm „Calls for Transfer“ bringt 16 Innovationsprojekte an den Start

30. März 2026 Pressemitteilung

Vom medizinischen KI-Copiloten über gebärdensprachliche Lernformate bis hin zu urbanen Landwirtschaftslaboren. Im zwölften Förderaufruf des Programms „Calls for Transfer“ (C4T) wurde mit 119 eingereichten Projekten ein neuer Rekord erreicht. Die beeindruckende Bandbreite der Ideen aus allen antragsberechtigten staatlichen Hamburger Hochschulen verdeutlicht, wie groß das wissenschaftliche Innovations- und Transferpotenzial in der Hansestadt ist.

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Ein unabhängiges Expert:innengremium hat nun 16 Projekte ausgewählt, die ab dem 1. Mai für sechs Monate in ihre Realisierungsphase starten. Damit beginnt eine neue Runde wissenschaftsbasierter Innovationsimpulse, die Hamburgs Zukunftsfähigkeit auf vielfältige Weise stärken, vor allem mit Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen, technologische Entwicklungen und nachhaltige Lösungen.

Maryam Blumenthal, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Ob im Labor, im Hörsaal oder im Orchester – in Hamburgs Hochschullandschaft werden die Ideen von morgen entwickelt und unser Calls for Transfer Programm bringt sie einen entscheidenden Schritt weiter auf dem Weg in die Anwendung. Die 16 ausgewählten Projekte machen deutlich, wie Wissenschaft Zukunft gestaltet: konkret, lösungsorientiert und im engen Austausch mit Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Die geförderten Vorhaben reichen von Gesundheit und Bildung über nachhaltige Stadtentwicklung bis hin zu neuen Technologien. Sie zeigen, wie vielfältig Transfer in Hamburgs Wissenschaftslandschaft gedacht und gelebt wird.“

Über das Programm Calls for Transfer

Das Förderprogramm wird von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert, befindet sich in Trägerschaft der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und wird operativ von der Hamburg Innovation GmbH (HI) umgesetzt und koordiniert. Calls for Transfer setzt gezielt Impulse für den Wissenstransfer, indem es Forschenden eine frühe Anschubfinanzierung für praxisorientierte Projekte ermöglicht. So entstehen erste Demonstratoren, Ausgründungsideen oder neue Kooperationen, die das Potenzial haben, langfristig Wirkung in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zu entfalten. Seit 2018 werden vielversprechende Vorhaben in ihrer Anfangsphase mit bis zu 35.000 Euro unterstützt und in ihrer Weiterentwicklung begleitet. Insgesamt konnten so bereits 167 Projekte angestoßen werden, – einige von ihnen tragen inzwischen deutlich über die Programmlinie hinaus zur Innovationskraft Hamburgs bei.

Hintergrund zu den geförderten Projekten

Die 16 neu ausgewählten Projekte zeigen, dass Transfer nicht nur den Weg von der Forschung in die Praxis beschreibt, sondern immer auch Austausch, Dialog und gemeinsame Entwicklung bedeutet. Die ausgewählten Projekte spiegeln die Vielfalt wissenschaftlicher Ansätze wider: Sie reichen von technologischen Neuentwicklungen über kulturelle und gesellschaftliche Formate bis hin zu Lösungen für Nachhaltigkeit, Gesundheit und soziale Teilhabe.

Zu den geförderten Projekten gehört unter anderem ein KI-gestützter Dokumentations-Copilot für Hebammen der Universität Hamburg. Ersetzt genau dort an, wo Fachkräfte im klinischen Alltag unter erheblichem Zeit- und Haftungsdruck stehen. Der geplante Prototyp soll narrative Beobachtungen automatisch erfassen, strukturiert aufbereiten und in eine juristisch belastbare Verlaufslogik übersetzen. Das Ziel: Entlastung, mehr Qualität in der Betreuung und eine Stärkung der Rechtssicherheit. Zugleich entsteht eine Grundlage für eine spätere Ausgründung und breite Anwendung im Gesundheitssystem.

Ebenfalls an der Universität Hamburg entsteht gemeinsam mit der Elbschule mit dem „SIGNSCAPE GAME – von der Forschung in die Schule. Eine gebärdensprachliche Lehr- und Lernressource“ ein mobiles Escape Game für Kinder und Jugendliche in Deutscher Gebärdensprache. In einer vollständig visuellen Lernumgebung werden wissenschaftliche Inhalte aus Technik, Naturwissenschaften und Medien spielerisch aufbereitet.

Im Bereich des kulturellen Austauschs entwickelt das Filmprojekt „Narrative Return: Kollaboratives Filmemachen als multidirektionaler Wissenstransfer mit Maasai-Gemeinschaften“ ein dialogisches Transferformat, das Stimmen von Maasai-Gemeinschaften in restitutionsbezogene Debatten einbringt. Durch gemeinsames Filmemachen entsteht ein mehrseitiger Wissensaustausch zwischen Gemeinschaften, Museen und Wissenschaft. Ein Ansatz, der kulturelle Verantwortung für unser koloniales Erbe mit methodischer Innovation verbindet.

Das Projekt „HipHop Academy Zertifikat@HfMT“, eine Kooperation zwischen der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der HipHop Academy Hamburg, zeigt, wie Wissenschaft kulturelle Impulse aufnehmen und weiterentwickeln kann. In einem wechselseitigen Lernprozess treffen künstlerische Praxis, wissenschaftliche Reflexion und gesellschaftliche Perspektiven aufeinander. Mit der Pilotierung des Zertifikats entsteht ein Modell, das urbane Jugendkultur dauerhaft in die Hochschullehre integriert.

Auch Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung spielen in der neuen Förderrunde eine wichtige Rolle. Die HafenCity Universität beispielsweise bereitet mit dem Projekt Landschaftslabor urbane Landwirtschaft die Gründung einer Organisation vor, die urbane Landwirtschaft als festen Bestandteil städtischer Entwicklungsprozesse stärken soll. An der HAW Hamburg wird mit dem Projekt „2-D-Fuel Scan“ ein Demonstrator entwickelt, der zentrale Eigenschaften biogener Kraftstoffe deutlich schneller bewertet als bisherige Verfahren. Diese Echtzeitfähigkeit ermöglicht effizientere, ressourcenschonendere und besser steuerbare Raffinationsprozesse – ein wichtiger Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs- und Energiesektors.

Im Bereich zukunftsweisender Fertigungstechnologien entwickelt die TUHH einen Tragwerksturm, dessen Knotenverbindungen vollständig additiv gefertigt, formoptimiert und mit nanostrukturierten Schichtsystemen veredelt werden. Der Einsatz metallischen 3D-Drucks in einem realen Anwendungsbeispiel markiert einen Meilenstein für zukünftige Fertigungsverfahren, die ressourcenschonend, flexibel und hochpräzise arbeiten. 

Rückfragen der Medien
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Pressestelle
E-Mail: pressestelle@bwfg.hamburg.de
Internet: https://www.hamburg.de/bwfg/
X: hh_bwfgb I Instagram: hh_bwfgb 

Hamburg Innovation GmbH
Co-Projektleitung “Calls for Transfer”:
Rea Alp: alp@hamburginnovation.de
Inga Twisselmann: twisselmann@hamburginnovation.de
Mehr Informationen: https://callsfortransfer.de, www.hamburginnovation.de

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