Senatsempfang im Rathaus

Hamburg feiert 60-jähriges Jubiläum des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden

19. Mai 2026 Pressemitteilung

1966 wurde das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) als bundesweit erste Forschungseinrichtung gegründet, die sich ausschließlich mit der deutsch-jüdischen Geschichte auseinandersetzt. Anlässlich seines Gründungsjubiläums lud Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal gestern zu einem feierlichen Senatsempfang im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses ein. Das IGdJ ist bis heute eine international angesehene Stimme in der Erforschung jüdischer Geschichte und Gegenwart.

  • Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Seit seiner Gründung verbindet das IGdJ wissenschaftliche Grundlagenforschung mit engagierter Wissensvermittlung. Die über 400-jährige jüdische Geschichte Hamburgs bildet dabei den Ausgangspunkt – von den portugiesisch-jüdischen Kaufleuten des 16. Jahrhunderts über die Verfolgungs-, Flucht- und Exilgeschichten der NS-Zeit bis hin zu den vielfältigen jüdischen Lebenswelten unserer Gegenwart. In der Schriftenreihe „Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden“ wurden in sechs Jahrzehnten nahezu 60 Bände veröffentlicht; zahlreiche analoge und digitale Vermittlungsangebote – darunter der Podcast Jüdische Geschichte Kompakt und das Schulprojekt Geschichtomat – erschließen die Forschungsergebnisse für ein breites Publikum. Das Institut leistet damit auch einen wesentlichen Beitrag zur Antisemitismusstrategie des Hamburger Senats.

Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal: Was 1966 mit der Gründung des IGdJ in Hamburg als Signal der Hoffnung auf eine lebendige jüdische Geschichtsforschung in Deutschland begann, ist heute ein international renommiertes Institut, das Wissenschaft, Vermittlung und Erinnerungskultur auf einzigartige Weise verbindet und stetig weiterentwickelt. Ich danke dem Institut und allen Mitarbeitenden für diese wichtige Arbeit. Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden von dem Verbrennen einer Israelflagge im Rahmen einer Demo am Samstag auf dem Rathausmarkt überschattet. Für uns alle muss klar sein: Diese Form des offen zur Schau gestellten Hasses ist zutiefst zu verurteilen und widerspricht allem, wofür wir als Stadt stehen. Wir dürfen auch israelbezogenem Antisemitismus keinen Platz lassen in unserer Gesellschaft. Eine solche Tat muss uns alle wachrütteln. Aus unserer Geschichte erwächst die gemeinsame Verantwortung, jüdisches Leben zu fördern und gegen wieder erstarkenden Antisemitismus zu schützen.“

Dr. Kim Wünschmann, Direktorin des IGDJ: „Seit mittlerweile 60 Jahren erforscht das Institut für die Geschichte der deutschen Juden die deutsch-jüdische Geschichte und sendet dabei von Hamburg aus wichtige Impulse in die internationale Wissenschaftsgemeinschaft. Dabei rücken neben dem historischen Fokus, jüdisches Leben in der Gegenwart, Antisemitismusforschung, aktuelle Fragen des Erinnerns und Gedenkens sowie die Arbeit mit neuen Medien und digitalen Techniken stärker in den Blick. Das IGdJ verbindet auf innovative Weise Forschung und Wissenstransfer, und wirkt mit seinen Arbeiten in die breite Öffentlichkeit hinein.“

Hintergrund
Das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts in der Trägerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Institut unterhält vielfältige Forschungskooperationen im In- und Ausland, u. a. mit der Universität Hamburg, der Forschungsstelle für Zeitgeschichte (FZH), der Hebrew University of Jerusalem und der Bar-Ilan University. 

Rückfragen der Medien
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Pressestelle
Telefon: 040 42863 2322
E-Mail: pressestelle@bwfg.hamburg.de

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