Inklusion in Hamburg

Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen legt Tätigkeitsbericht vor

12. Februar 2026 Pressemitteilung

Hamburg hat in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte auf dem Weg zu mehr Inklusion erzielt. Das zeigt der Tätigkeitsbericht der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen Ulrike Kloiber, der an diesem Mittwoch der Bürgerschaft vorgelegt wurde.

  • Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Insbesondere in den Bereichen Arbeit, Bildung und Mobilität wurden Maßnahmen ergriffen, um Barrieren abzubauen und Teilhabe zu stärken. Zugleich macht der Bericht deutlich: Es gibt noch viel zu tun, um gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu erreichen.

Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal: „Inklusion ist kein abstraktes Konzept, sondern muss jeden Tag mit Leben gefüllt werden. In der Schule und auf dem Weg dorthin, im Hörsaal oder am Arbeitsplatz genauso wie beim Arztbesuch oder beim Sport. Damit das gelingt und wir in Politik und Verwaltung die richtigen Weichen stellen, ist die Arbeit der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen von entscheidender Bedeutung. Ihr Tätigkeitsbericht macht deutlich, was wir in Hamburg in Sachen Inklusion bereits erreicht haben, zum Beispiel im Bereich der inklusiven Bildung. Zugleich zeigt er auf, worin wir noch besser werden müssen, damit alle Menschen in Hamburg selbstbestimmt leben und teilhaben können. Ich danke Ulrike Kloiber und ihrem Team für diesen Bericht und ihren großen Einsatz für ein inklusives Hamburg.

Ulrike Kloiber, Senatskoordinatorin für die Belange von Menschen mit Behinderungen: „Inklusion ist kein Randthema, sondern eine Frage der grundsätzlichen Ausrichtung unserer Gesellschaft und unseres Gemeinwesens. Gerade in Zeiten von Krisen und wachsendem gesellschaftlichem Druck entscheidet sich, ob wir zusammenstehen oder Menschen zurücklassen. Der Tätigkeitsbericht zeigt, was wir in Hamburg trotz dieser Herausforderungen erreicht haben, wo wir vorankommen und wo weiterhin Barrieren bestehen – insbesondere in Arbeit und Bildung. Projekte wie die Bildungsfachkräfte an der HAW, bei denen Menschen mit Behinderungen als qualifizierte Lehrende aus eigener Lebensrealität Studierende und die Fach- und Führungskräfte von morgen sensibilisieren, verdeutlichen, was Empowerment und echte Teilhabe bedeuten. Zugleich greifen sie zentrale Erkenntnisse der Disability Studies auf, die Behinderung als gesellschaftlich hergestellte Barriere verstehen und die Perspektiven behinderter Menschen ins Zentrum stellen. Davon brauchen wir mehr, denn das Eintreten für eine vielfältige und inklusive Gesellschaft ist nur glaubwürdig, wenn Hamburg ein sicherer Ort der Teilhabe für alle bleibt.“

Laut Senatskoordination lebten Ende 2024 rund 248.000 Menschen mit Behinderungen in Hamburg, davon etwa 7,5 Prozent der Gesamtbevölkerung mit einer Schwerbehinderung. Die Zahl der Betroffenen ist weiter gestiegen, insbesondere im höheren Lebensalter. Leicht angestiegen ist auch die Zahl arbeitsloser Menschen mit Schwerbehinderung. Zugleich engagiert sich Hamburg mit Projekten wie dem DUOday, Supported Employment und der Einführung von Bildungsfachkräften an Hochschulen, um den Zugang zum Arbeitsmarkt zu verbessern.

Erfolge lassen sich auch im Bereich Bildung verzeichnen: So ist der Anteil inklusiv beschulter Schülerinnen und Schüler in Hamburg seit 2011 deutlich gestiegen und lag im Berichtszeitraum bei rund 67 Prozent. Seitdem hat sich die Inklusionsquote an Schulen weiter erhöht und liegt aktuell bei einem neuen Höchststand von 71,5 Prozent. Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere bei der Schulbegleitung, der Transparenz von Verfahren und dem Nachteilsausgleich bei Prüfungen. Die Senatskoordination unterstützt die Empfehlungen der Evaluation der Schulbegleitung und setzt sich für klare Zuständigkeiten, Qualitätsstandards und bessere Koordination ein.

Im Bereich Mobilität wurden wichtige Schritte unternommen, etwa bei barrierefreien Ladesäulen, digitalen Assistenzsystemen im ÖPNV und der Entwicklung einer Leitlinie für den Fußverkehr. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass Barrieren im Alltag – etwa durch defekte Aufzüge, nicht barrierefreie Haltestellen oder E-Scooter im öffentlichen Raum – weiterhin bestehen. Auch der Mangel an bezahlbarem barrierefreiem Wohnraum bleibt eines der drängendsten Probleme.

Der vollständige Bericht ist hier einsehbar. 

Rückfragen der Medien
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