Das neue Gebäude mit 15 Stationen, zehn Interventions-Suiten (Katheterlabore) und neun OP-Sälen verbindet hochmoderne universitäre Versorgung von Patientinnen und Patienten mit translationaler Forschung und setzt damit neue Maßstäbe für die Herz-, Gefäß-, und Lungenmedizin in Deutschland. Der Einsatz von innovativen Therapiestrategien, die im Rahmen von klinischen Forschungsprojekten kontinuierlich weiterentwickelt werden und die Kombination hoher klinischer Behandlungsfallzahlen mit starker kompetitiver Forschung machen das UHZ zu einem Aushängeschild für unseren exzellenten Wissenschaftsstandort. Ab dem 1. Juni beginnt der Umzug bei laufendem Betrieb. Zunächst werden Bereiche wie Administration, Forschung, Ambulanzen und Funktionsbereiche im neuen Gebäude eingerichtet, danach folgt der Umzug der Stationen, die ab 25. Juni vollständig im neuen Gebäude zu finden sein werden. Rund 1.000 Mitarbeitende werden in das Gebäude umziehen. Damit ist die erste Phase des Zukunftsplans 2050 des UKE abgeschlossen.
Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Der Neubau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums stärkt Hamburg als führenden Standort der Medizin in Deutschland. Das UKE verbindet im Herzzentrum Hochleistungsmedizin mit exzellenter Forschung und Lehre. Das UHZ setzt Maßstäbe für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, um Menschen mit Herzerkrankungen bestmöglich zu behandeln. Ich gratuliere dem UKE zur Eröffnung des Herzzentrums und wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den künftigen Patienten alles Gute für die Zukunft.“
Maryam Blumenthal, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Der Neubau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des UKE ist ein doppelter Gewinn für die gesamte Stadt und die Metropolregion. Von nun an werden Herzkranke jeden Alters hier bestmöglich versorgt und gleichzeitig Forschung auf internationalem Spitzenniveau vorangetrieben. Alleinstellungsmerkmal ist dabei nicht nur die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit im ,Hamburger Modell‘, sondern auch die starke Verbindung von Forschung und Versorgung. So kommen wichtige Erkenntnisse zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen – noch immer Todesursache Nummer eins in Deutschland – schnellstmöglich dorthin, wo sie Leben retten: zu den Patientinnen und Patienten.“
Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE: „Das Universitäre Herz- und Gefäßzentrum schreibt heute seine Erfolgsgeschichte in patient:innenorientierter, universitärer Spitzenmedizin weiter. Mit diesem modernen und richtungsweisenden Neubau schaffen wir optimale Bedingungen für eine interdisziplinäre, multiprofessionelle Zusammenarbeit und eine translationale Forschung mit dem Ziel, junge wie ältere Patient:innen jetzt noch besser versorgen zu können. Ich möchte mich bei all denjenigen bedanken, die den Bau durch ihre tatkräftige Unterstützung möglich gemacht haben.“
Hintergrund
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weiterhin zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Aufgrund des demografischen Wandels und der steigenden Zahl älterer Patientinnen und Patienten wächst zugleich der Bedarf an hochspezialisierter medizinischer Versorgung kontinuierlich. Das UHZ verfolgt dabei einen besonderen Ansatz: Patientinnen und Patienten werden nicht entlang von Klinikgrenzen, sondern organ- und krankheitsorientiert versorgt. Interdisziplinäre Teams aus verschiedenen Fachbereichen entscheiden gemeinsam über die jeweils beste Therapie – von der Diagnostik über interventionelle Eingriffe bis hin zu komplexen Operationen und Transplantationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf minimalinvasiven und kathetergestützten Verfahren, etwa in der Herzrhythmustherapie, der Herzklappenmedizin oder der Behandlung komplexer Gefäßerkrankungen. Hinzu kommen robotikgestützte Chirurgie, Kinderherzchirurgie sowie Herz-, Lungen- und kombinierte Herz-Lungen-Transplantationen. Durch die enge räumliche und medizinische Vernetzung entstehen kurze Wege und eine hochintegrierte Versorgung für Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen. Gleichzeitig ermöglicht der Neubau, auch künftig flexibel auf neue Anforderungen in Medizin, Forschung und Gesundheitsversorgung zu reagieren.
Das Gebäude ist in seiner Ausstattung wegweisend: Auf sechs Ebenen mit einer Fläche von rund 72.000 Quadratmetern Nutzfläche findet die Akutversorgung sowie die ambulante und stationäre Versorgung von großen und kleinen Patientinnen und Patienten mit Herz-, Gefäß- und Lungenerkrankungen, ergänzt um moderne Dialyseverfahren, statt. Dafür stehen insgesamt 379 Betten, darunter 60 Intensivbetten sowie 16 Betten auf der „Cardio Vascular Care Unit (CVCU)“, auf sechs Allgemeinpflegestationen, zwei Komfortstationen, einer Kinderherzstation sowie drei Erwachsenen-Intensivstationen und einer Kinderintensivstation zur Verfügung. Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) werden auf der hochspezialisierten „Heart Failure Unit“ behandelt, u. a. vor und nach Transplantationen oder mit Herzunterstützungssystemen. Erstmals werden die Disziplinen Pneumologie und Thoraxchirurgie gemeinsam Patientinnen und Patienten auf einer Station vor und nach Lungeneingriffen und mit chronischen Lungenerkrankungen behandeln.
Insgesamt stehen neun Operationssäle – darunter drei Hybrid-OPs und ein mit Operationsrobotik ausgestatteter Saal – sowie zehn Interventions-Suiten inklusive zwei Hybrid-Suiten für kathetergestützte Eingriffe zur Verfügung. Ergänzt wird die Infrastruktur durch 23 Dialyseplätze, eine große funktionsdiagnostische Abteilung mit rund 30 spezialisierten ambulanten Sprechstunden sowie eine leistungsfähige Sterilgutaufbereitung. Zentrale Bedeutung hat das „Cardiovascular Imaging Center“, das gemeinsam von der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin und der Klinik für Kardiologie betrieben wird. Hochauflösende CT- und MRT-Verfahren der neuesten Generation sowie der Herzultraschall machen eine präzisere Diagnostik und Therapie von Herz-Gefäß-Erkrankungen in sehr frühen Stadien möglich.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 292 Millionen Euro und wurden über das in der Stadt praktizierte Mieter-Vermieter-Modell realisiert. Es ist das dritte Großprojekt des UKE-Zukunftsplans 2050 der vergangenen Jahre neben der Martini-Klinik und dem Campus Forschung II und Hamburg Center for Translational Immunology.
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