Die Zukunft der Gleichstellungspolitik gestalten

Vierte Fortschreibung des Hamburger Gleichstellungsmonitors veröffentlicht

23. Juni 2026 Pressemitteilung

Wie steht es um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hamburg? Wo zeigen sich Fortschritte, wo besteht Handlungsbedarf? Auf diese Fragen liefert der Gleichstellungsmonitor der Stadt Hamburg konkrete Antworten. Nun ist die fünfte Auflage (vierte Fortschreibung) erschienen. Anhand von mittlerweile 78 zentralen Indikatoren beleuchtet der Gleichstellungsmonitor Bereiche wie politische Teilhabe, Bildung und wissenschaftliche Qualifizierung, Arbeit, Einkommen und Vermögen, Sorgearbeit, Mobilität sowie ganz neu: Gesundheit. Viele der Indikatoren liegen nun über einen Zeitraum von zehn Jahren vor, sodass zunehmend zeitliche Trends ablesbar sind.

  • Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Der Gleichstellungsmonitor gibt Hamburger:innen einen wichtigen Einblick in die Lebensrealitäten von Frauen und Männern in unserer Stadt und dient gleichzeitig als konkrete Grundlage für die Prüfung und Weiterentwicklung politischer Maßnahmen. 

Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal: „Frauen stellen 51 Prozent der Hamburger Bevölkerung – gleichgestellt sind sie deshalb noch lange nicht. Der Hamburger Gleichstellungsmonitor zeigt, wo wir Fortschritte erzielt haben und wo Ungleichheiten fortbestehen. Er macht sichtbar, dass es nicht die eine Lebensrealität von Frauen gibt und dass Diskriminierung häufig mehrere Ursachen hat. Der Gleichstellungsmonitor liefert die Datenbasis, um Fortschritte zu messen, Handlungsbedarfe zu erkennen und unsere Gleichstellungspolitik wirksam und lebensnah weiterzuentwickeln. So gestalten wir gemeinsam eine Zukunft für alle.“

Ein Blick auf die Daten zeigt: Wichtige Fortschritte wurden erzielt. Bei der Bürgerschaftswahl 2025 haben sich erstmals mehr Frauen als Männer beteiligt. Der Frauenanteil bei den Mandaten lag nach der Wahl bei einem bisherigen Höchststand von 49 Prozent. Und im Senat sind zum ersten Mal in der Geschichte mehr Frauen als Männer vertreten. Auch in Wissenschaft und Bildung gibt es deutliche Fortschritte: Der Frauenanteil der Hamburger Studierenden ist von 49 (WS 2015/2016) auf 54 Prozent (WS 2024/2025) gestiegen, bei Promovierenden (Anstieg auf 49 Prozent) und Professuren (Anstieg auf 34 Prozent) geht es ebenfalls voran. Doch der Monitor macht ebenso deutlich: Auch in Hamburg ist die Realität vieler Frauen noch immer von Ungleichheit geprägt. Für das gleiche Jahreseinkommen arbeiten sie im Durchschnitt neun Wochen länger als Männer. Frauen tragen weiterhin den Großteil der Sorgearbeit, arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit, sind stärker von Altersarmut betroffen und in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Im Bereich Gesundheit zeigen die erstmals im Gleichstellungsmonitor abgebildeten, geschlechterdifferenziert ausgewerteten Daten, dass Frauen im Vergleich zu Männern seltener rauchen oder Alkohol und Drogen konsumieren. 

Wer Gleichstellung ernst nimmt, muss genau hinsehen – und Mehrfachdiskriminierung mitdenken. Mehr als ein Viertel der Frauen ohne Migrationshintergrund verfügt über kein oder maximal 1.000 Euro monatliches Nettoeinkommen, bei Frauen mit Migrationsgeschichte sind es mehr als die Hälfte. Wirksam handeln können wir nur, wenn wir diese Vielfalt sichtbar machen und erfassen. Deshalb wird das Gender Monitoring konsequent weiterentwickelt: intersektional, differenziert und nah an den realen Lebensbedingungen. 

Der Hamburger Gleichstellungsmonitor wird vom Referat Frauen und Gleichstellung, Amt für Gleichstellung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) in Zusammenarbeit mit dem Statistikamt Nord erstellt. Datenlücken der amtlichen Statistik werden dabei mit Daten aus weiteren Quellen geschlossen, u. a. mit Daten der Hamburger Fachbehörden und – erstmalig – des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE).

Die vierte Fortschreibung des Hamburger Gleichstellungsmonitors ist hier abrufbar. 

Rückfragen der Medien
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Pressestelle
Telefon: 040 42863 2322
E-Mail: pressestelle@bwfg.hamburg.de

Zum Weiterlesen

18 Dozierende erhalten den Hamburger Lehrpreis 2026 beim Senatsempfang im Lichthof der Staatsbibliothek.
Jann Wilken

Preis für innovative Lehre 18 Dozierende erhalten den Hamburger Lehrpreis 2026

Der Hamburger Lehrpreis 2026 geht an 18 Dozierende, die durch herausragende Lehre, innovative Lehrmethoden und neue Vermittlungskonzepte überzeugt haben. Im Rahmen eines feierlichen Senatsempfangs wurde der Preis von Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal überreicht.

07. Juli 2026 Pressemitteilung
Dr. Anna von Villiez
Gesche Jäger

Bestellung Dr. Anna von Villiez wird neue Beauftragte für jüdisches Leben und die Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus

Mit Beschluss in der heutigen Sitzung hat der Hamburger Senat Dr. Anna von Villiez als neue Beauftragte für jüdisches Leben und die Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus bestellt. Frau Dr. Anna von Villiez hatte sich zuvor in einem mehrstufigen Auswahlverfahren durchgesetzt.

30. Juni 2026 Pressemitteilung
Zwei Menschen tragen Warnwesten in einem Lager.
IMAGO / imagebroker / Unai Huizi

455 Tandems beim DUOday Hamburg bringt Unternehmen und Menschen mit Behinderung zusammen

250 Hamburger Unternehmen öffneten in diesem Jahr anlässlich des DUOday am 28. Mai ihre Türen und setzten ein starkes Zeichen für mehr berufliche Teilhabe und Vielfalt in der Arbeitswelt. Einen Tag lang begleiteten Menschen mit Behinderung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Arbeitsalltag.

19. Juni 2026 Pressemitteilung