Der Gleichstellungsmonitor gibt Hamburger:innen einen wichtigen Einblick in die Lebensrealitäten von Frauen und Männern in unserer Stadt und dient gleichzeitig als konkrete Grundlage für die Prüfung und Weiterentwicklung politischer Maßnahmen.
Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal: „Frauen stellen 51 Prozent der Hamburger Bevölkerung – gleichgestellt sind sie deshalb noch lange nicht. Der Hamburger Gleichstellungsmonitor zeigt, wo wir Fortschritte erzielt haben und wo Ungleichheiten fortbestehen. Er macht sichtbar, dass es nicht die eine Lebensrealität von Frauen gibt und dass Diskriminierung häufig mehrere Ursachen hat. Der Gleichstellungsmonitor liefert die Datenbasis, um Fortschritte zu messen, Handlungsbedarfe zu erkennen und unsere Gleichstellungspolitik wirksam und lebensnah weiterzuentwickeln. So gestalten wir gemeinsam eine Zukunft für alle.“
Ein Blick auf die Daten zeigt: Wichtige Fortschritte wurden erzielt. Bei der Bürgerschaftswahl 2025 haben sich erstmals mehr Frauen als Männer beteiligt. Der Frauenanteil bei den Mandaten lag nach der Wahl bei einem bisherigen Höchststand von 49 Prozent. Und im Senat sind zum ersten Mal in der Geschichte mehr Frauen als Männer vertreten. Auch in Wissenschaft und Bildung gibt es deutliche Fortschritte: Der Frauenanteil der Hamburger Studierenden ist von 49 (WS 2015/2016) auf 54 Prozent (WS 2024/2025) gestiegen, bei Promovierenden (Anstieg auf 49 Prozent) und Professuren (Anstieg auf 34 Prozent) geht es ebenfalls voran. Doch der Monitor macht ebenso deutlich: Auch in Hamburg ist die Realität vieler Frauen noch immer von Ungleichheit geprägt. Für das gleiche Jahreseinkommen arbeiten sie im Durchschnitt neun Wochen länger als Männer. Frauen tragen weiterhin den Großteil der Sorgearbeit, arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit, sind stärker von Altersarmut betroffen und in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Im Bereich Gesundheit zeigen die erstmals im Gleichstellungsmonitor abgebildeten, geschlechterdifferenziert ausgewerteten Daten, dass Frauen im Vergleich zu Männern seltener rauchen oder Alkohol und Drogen konsumieren.
Wer Gleichstellung ernst nimmt, muss genau hinsehen – und Mehrfachdiskriminierung mitdenken. Mehr als ein Viertel der Frauen ohne Migrationshintergrund verfügt über kein oder maximal 1.000 Euro monatliches Nettoeinkommen, bei Frauen mit Migrationsgeschichte sind es mehr als die Hälfte. Wirksam handeln können wir nur, wenn wir diese Vielfalt sichtbar machen und erfassen. Deshalb wird das Gender Monitoring konsequent weiterentwickelt: intersektional, differenziert und nah an den realen Lebensbedingungen.
Der Hamburger Gleichstellungsmonitor wird vom Referat Frauen und Gleichstellung, Amt für Gleichstellung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) in Zusammenarbeit mit dem Statistikamt Nord erstellt. Datenlücken der amtlichen Statistik werden dabei mit Daten aus weiteren Quellen geschlossen, u. a. mit Daten der Hamburger Fachbehörden und – erstmalig – des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE).
Die vierte Fortschreibung des Hamburger Gleichstellungsmonitors ist hier abrufbar.
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