Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden, Wissenschaft, Sozialverwaltung, Selbsthilfe und Zivilgesellschaft tauschten sich darüber aus, wie bestehende Versorgungslücken geschlossen und neue Strukturen inklusiv gestaltet werden können. Dabei wurde betont, dass Krisen heute oft schleichend verlaufen und vielfältige Lebensbereiche betreffen, weshalb ein gemeinsames Handeln aller Akteurinnen und Akteure notwendig ist. Vertreterinnen und Vertreter der Sozial- und Innenbehörde berichteten von aktuellen Herausforderungen, etwa bei der Versorgung während extremer Hitze oder Stromausfällen, und von laufenden Maßnahmen zur besseren Vernetzung und Vorsorge.
In ihrem Redebeitrag unterstrich Frau Professor Dr. Ursula Schröder, wissenschaftliche Direktorin des IFSH − Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, dass Krisenvorsorge eine Gemeinschaftsaufgabe ist, bei der zivilgesellschaftliche Strukturen und Nachbarschaften eine wichtige Rolle spielen. Es zeigte sich, dass es in Deutschland an einer systematischen Einbindung vulnerabler Gruppen mangelt und ein sozialraumorientierter Ansatz geeignet ist, Unterstützungsstrukturen im Alltag der Menschen zu verankern. Beispiele aus anderen Ländern zeigten, wie gemeinschaftliche Vorsorge gelingen kann.
In einer interaktiven Arbeitsphase erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Probleme, Unterstützungsbedarfe und mögliche Lösungen für verschiedene Krisenszenarien wie Hochwasser, Stromausfall oder Brand. Dabei wurde deutlich, wie wichtig lokale Netzwerke, barrierefreie Kommunikation und klare Verantwortlichkeiten sind. Die Ergebnisse sollen in die Entwicklung eines Hamburger Modellkonzepts für inklusiven Bevölkerungsschutz einfließen, das sicherstellt, dass auch Menschen, die nicht in bestehenden Systemen erfasst sind, im Krisenfall erreicht und unterstützt werden.
Die Fachveranstaltung war somit ein wichtiger Auftakt, um den Bevölkerungsschutz in Hamburg inklusiver zu denken bzw. um inklusive Fragestellungen in der Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes in Hamburg zu stärken und gemeinsam tragfähige Strukturen zu schaffen, die niemanden im Krisenfall zurücklassen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden weiter vertieft und in zukünftige Planungen eingebunden, um die Sicherheit und Resilienz aller Menschen in der Stadt zu stärken.
Die Powerpoint-Präsentationen der Rednerinnen und Redner werden Ihnen zeitnah hier als Download zur Verfügung gestellt.