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Tumoren des oberen Harntraktes: Überleben unabhängig vom sozioökonomischen Status

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Schultz A, Jobst N, Peters F, Netsch C, Rosenbaum CM, Filmar S (2025) The impact of patient, tumor, and socioeconomic characteristics on survival in upper urinary tract urothelial carcinoma (UTUC): A population-based registry study from Hamburg, Germany (2004–2021). Cancers 17:2724, doi:10.3390/cancers17172724

Das Urothelkarzinom ist die zweithäufigste urologische Krebserkrankung und betrifft zu 90–95 Prozent der Fälle die Blase, während primäre Urothelkarzinome der oberen Harnwege (UTUC) mit 5–10 Prozent seltener auftreten. Die bevölkerungsbasierte Studie untersuchte über 700 Hamburger UTUC-Fälle aus den Jahren 2004–2021. Ziel der Forschenden war es, den Einfluss sozialer Unterschiede auf die Überlebenschancen zu prüfen – in einer Stadt, die durch große sozioökonomische Kontraste geprägt ist. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem relativen Überleben bzw. der Übersterblichkeit – ein Maß für die erhöhte Sterblichkeit aufgrund der Krebserkrankung im Vergleich zur Sterblichkeit der Allgemeinbevölkerung.

  • Sozioökonomischer Status: Der SES zeigt hier keinen statistisch signifikanten Einfluss auf das Überleben – trotz tendenziell ungünstigerer Stadien bei Frauen aus sozial benachteiligten Gebieten.
  • Alter, Geschlecht und Stadium: Das relative Überleben war schlechter bei jüngeren Betroffenen und bei fortgeschrittener Erkrankung. Frauen hatten – bei gleichem Stadium – eine signifikant höhere relative Übersterblichkeit als Männer.
  • Therapie und Versorgung: Unterschiede zeigten sich in der Nutzung systemischer Therapien und spezialisierter onkologischer Zentren – insbesondere bei Patientinnen mit niedrigem sozioökonomischen Status.

Bei Tumoren des oberen Harntrakts (UTUC) spielen Alter, Geschlecht und Tumorstadium eine größere Rolle für das relative Überleben als der sozioökonomische Status (SES). Unterschiede nach Stadtteilen waren statistisch nicht nachweisbar. Dennoch verdeutlichen die Ergebnisse den Bedarf, Diagnose und Versorgung auch für sozial benachteiligte Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern.

 

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