Der Themenbereich Arbeit, Einkommen und Vermögen gibt Aufschluss über die Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben – einem erklärten Ziel des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg. Zu diesem Zweck werden Indikatoren in zahlreichen Unterkapiteln dargestellt: Erwerbsbeteiligung und berufliche Segregation, Führen und Gründen, Arbeitszeit, Einkommen und Vermögen, Grundsicherung und Armut, Einkommen und Erwerbstätigkeit im Alter.
In welchem Umfang nehmen Frauen und Männer am Arbeitsmarkt teil und welche Berufe üben sie aus? Bei der Betrachtung von Arbeitslosigkeit lassen die Daten interessante Vergleiche zwischen den Hamburger Bezirken und Stadtteilen zu. Über den Vergleich von Frauen und Männern in verschiedenen Wirtschaftsabschnitten lässt sich zudem feststellen, dass auf dem Hamburger Arbeitsmarkt nach wie vor Geschlechtersegregation existiert. Entsprechend postuliert der Senat im Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm, dass sich Frauen und Männer im Arbeitsleben möglichst frei von Geschlechterstereotypen entfalten können sollen.
Ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung ist die proportionale Repräsentanz von Frauen in unterschiedlichen Hierarchiestufen. Deswegen gibt der Themenbereich Aufschluss über Geschlechterverhältnisse in Führungspositionen und bei Unternehmensgründungen. Die Indikatoren zu Führungspositionen zeigen, dass Frauen ab einer bestimmten Hierarchieebene immer weniger repräsentiert sind („gläserne Decke“). Bei Unternehmensgründungen fällt auf, dass Frauen in Hamburg seltener in wachstumsstarken und angesehenen Branchen wie Information und Kommunikation oder Finanzdienstleistungen gründen. Stattdessen konzentrieren sich weibliche Gründerinnen eher auf Bereiche wie Erziehung, Unterricht, Gesundheit und Sozialwesen.
In diesem Themenbereich erhalten Sie außerdem Auskunft über Arbeitszeitmodelle von Frauen und Männern in der Hansestadt sowie über ihr Einkommen und Vermögen. Neben dem Gender Pay Gap wird auch das Einkommen von Frauen mit und ohne Migrationserfahrung in Hamburg verglichen. Hier wird deutlich, dass Frauen mit Migrationserfahrung auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind. Entsprechend wichtig sind Angebote wie das ESF-Projekt „Wege in Arbeit für zugewanderte Frauen“. Hinsichtlich Geld- und Immobilienvermögen und Schulden bei Alleinlebenden zeigt sich: Zwar haben Männer in Hamburg tendenziell auch mehr Schulden als Frauen, insgesamt verbleibt trotzdem ein Netto-Vermögensvorsprung für die Männer.
Spiegelbildlich zur Betrachtung der Vermögensverteilung liefert der Themenbereich auch Auskunft zu Grundsicherung und Armut. Dabei zeigt sich, dass Frauen einem höheren Risiko zu verarmen ausgesetzt sind als Männer, was die Relevanz des Themas Frauenarmut erneut unterstreicht.
Entsprechend der Lebensverlaufsperspektive schließt das Kapitel mit Maßzahlen zur Erwerbstätigkeit von älteren Menschen, die trotz ihres Renteneintritts weiterhin erwerbstätig sind.