Art der Pflege
Leistungsempfänger:innen der Pflegeversicherung nach Leistungsarten in Hamburg 2011 bis 2023
Bedeutung
Der Indikator beschreibt Anzahl und Anteile von Frauen und Männern in stationärer und ambulanter Pflege im Zeitverlauf.
Er gibt Hinweise auf:
- eine höhere Pflegebedürftigkeit von Frauen aufgrund ihres höheren Alters
- einen deutlich höheren Anteil von Männern, die von Angehörigen zu Hause versorgt werden
- einen eingeschränkten Zugang von Frauen zu Pflege durch Angehörige und eine höhere Angewiesenheit auf „institutionelle“ Pflege
Leistungsempfänger:innen der Pflegeversicherung in Hamburg 2023 nach Leistungsarten
Frauen
Männer
Von allen Leistungsbeziehern wurden 2023 mehr Männer (65 %) als Frauen (54 %) zu Hause von Angehörigen betreut und bezogen ausschließlich Pflegegeld. Bei weiblichen Leistungsbeziehern war die professionelle Pflege zu Hause und auch die vollstationäre Unterbringung in Pflegeheimen häufiger erforderlich als bei Männern.
Leistungsempfänger:innen der Pflegeversicherung in Hamburg 2011 bis 2023 nach Leistungsarten
Es ist erkennbar, dass pflegebedürftige Frauen in allen Jahren vergleichsweise häufiger in Heimen und von ambulanten Pflegediensten betreut werden als Männer, also öfter auf „institutionelle“ Pflege angewiesen sind als männliche Pflegebedürftige. Beim reinen Bezug von Pflegegeld, hinter dem regelmäßig eine Betreuung ausschließlich durch Angehörige, Verwandte und / oder Bekannte steht, waren Frauen im Vergleich zu Männern dieser Gruppe unterrepräsentiert.
Leistungsempfänger:innen der Pflegeversicherung in Hamburg 2011 bis 2023 nach Leistungsarten
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Inanspruchnahme von vollstationärer Pflege in Pflegeheimen und von ambulanter Pflege durch Angehörige oder Pflegedienste (zu Hause Gepflegte) von 2011 bis 2023.
Die Zahl der vollstationär in Pflegeheimen versorgten Frauen ist seit 2019 rückläufig und lag in 2023 bei knapp 9.900. Die vollstationäre Heimbetreuung bei Männern nahm im Betrachtungszeitraum zunächst zu, verringerte sich zwischen 2019 und 2023 jedoch leicht auf 4.500. Der Frauenanteil verringerte sich gegenüber 2011 um 7 Prozentpunkte auf 69 % in 2023.
Die Zahl der in häuslicher Pflege befindlichen Männer hat sich seit 2011 auf knapp 33.300 in 2023 weit mehr als verdoppelt. Ebenso stark steigt die Zahl der Frauen in häuslicher Pflege im gleichen Zeitraum auf knapp 48.900. Von allen zu Hause gepflegten Personen waren im Beobachtungszeitraum jeweils rund 60 % Frauen.