„In Hamburg setzen wir uns entschlossen dafür ein, strukturelle Ungleichheiten für Frauen abzubauen und die Selbstbestimmung aller Menschen zu stärken.“ (Koalitionsvertrag 2025)
Der Hamburger Gleichstellungsmonitor 2026 ist eine Fortschreibung und Weiterentwicklung früherer Gleichstellungsmonitore der Freien und Hansestadt Hamburg. Er verfolgt das Ziel, kontinuierlich die Entwicklung der Gleichstellung in Hamburg darzustellen. Durch die Fortschreibungen ist es möglich, sukzessive mehr Information über verschiedene Lebensbereiche zu erhalten und Handlungsbedarfe zu identifizieren.
Der nun vorliegende Monitor ist geleitet von den politischen Zielen des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms des Hamburger Senats, Erkenntnissen aus dem EU-Projekt Gender Mainstreaming in Public Policy and Budgeting, aktuellen Studien zu Genderungleichheiten sowie dem Vergleich mit Gleichstellungsreports aus anderen Bundesländern, dem Bund sowie der Europäischen Union. Er folgt des Weiteren dem Anspruch, Gleichstellung möglichst umfassend zu definieren und berücksichtigt neben dem Geschlecht weitere Merkmale nach dem Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (insbesondere ethnische Herkunft und Alter, auch in ihren intersektionalen Überschneidungen). Datenlücken der amtlichen Statistik werden dabei mit Daten aus weiteren Quellen geschlossen, u. a. mit Daten der Hamburger Fachbehörden und – erstmalig – des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE).
Der Gleichstellungsmonitor ergänzt das systematische Vorgehen des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms, indem er anhand von nun 78 Indikatoren den Stand der Gleichstellung in Hamburg in sechs Themenbereichen abbildet. Diese Bereiche sind:
- Bevölkerung und Bevölkerungsbewegung
- Partizipation
- Bildung, Ausbildung und wissenschaftliche Qualifizierung
- Arbeit, Einkommen und Vermögen
- Sorgearbeit
- Lebenswelt
Der Gleichstellungsmonitor kann als wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer Gleichstellungsmaßnahmen dienen und / oder auch als Legitimation bestehender Maßnahmen.
Für die vorliegende Fortschreibung wurden 55 Indikatoren aktualisiert, 8 Indikatoren aktualisiert und angepasst (zum Beispiel durch Ergänzung um Zeitreihen), 3 Indikatoren ersetzt und 8 Indikatoren neu hinzugenommen.
Besonders hervorzuheben ist die Neuaufnahme des Themenfeldes Gesundheit. Hierfür wertete das UKE die Daten der Hamburg City Health Study (HCHS) so aus, dass nun erstmalig geschlechterdifferenzierte Informationen zu gesundheitlichem Risikoverhalten (Rauchen, Alkohol, Drogen), dem subjektiven Gesundheitszustand und der Teilnahme an Maßnahmen der Gesundheitsförderung vorliegen. Somit lassen sich Aussagen zum Thema Gender Health Gap treffen, ein Thema, das großes gesellschaftliches Interesse erfährt und auch im aktuellen Koalitionsvertrag explizit adressiert wird.
Darüber hinaus wurden im Themenbereich Sorgearbeit neue Daten zum Elterngeld ergänzt. Im Themenbereich Lebenswelt wurden zudem neben dem neuen Themenfeld Gesundheit auch im Themenfeld Mobilität mehrere Indikatoren ersetzt und ergänzt.
Der Hamburger Gleichstellungsmonitor wird vom Referat Frauen und Gleichstellung, Amt für Gleichstellung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) in Zusammenarbeit mit dem Statistikamt Nord erstellt.
Mit der Sammlung, Aufbereitung und Interpretation (d. h. gleichstellungsfachlichen Einordnung) der Daten trägt der Gleichstellungsmonitor zur Schließung des Gender Data Gap in Hamburg bei.