Inhaftierte
Strafgefangene und Sicherungsverwahrte nach Hauptdeliktgruppen in Hamburg 2015 bis 2024
Bedeutung
Der Indikator beschreibt das Geschlechterverhältnis bei Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten in Hamburg.
Er gibt Hinweise auf:
- eine deutliche Geschlechterdiskrepanz in Häufigkeit und Form von schweren Straftaten
- eine deutliche Überzahl an schweren Straftaten, die von Männern begangen wurden – und folglich eine deutliche Überrepräsentanz von Männern unter den Inhaftierten
- die nahezu ausschließliche Verteilung von Männern zu Haftstrafen und Sicherheitsverwahrungen aufgrund von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
- Handlungserfordernisse im Bereich der Präventionsarbeit, insbesondere mit Jungen und Männern
Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2015 bis 2024
Waren 2015 53 Frauen und 1098 Männer strafgefangen bzw. sicherungsverwahrt, so erhöhte sich die Zahl bis 2024 auf 63 Frauen und 1302 Männer. An den Säulen ist abzulesen, dass – abgesehen von einem Hoch von 10 % im Jahr 2016 – sich der Anteil der Frauen an allen Inhaftierten von 2015 bis 2024 zwischen 4 % und 6 % bewegt.
Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in Hamburg 2024 nach Hauptdeliktgruppen
Der weit überwiegende Teil der Inhaftierten in Hamburg 2024 waren Männer. Dies galt für alle Inhaftierungsgründe. Die größten Frauenanteile je Inhaftierungsgrund von bis zu zehn Prozent fanden sich bei „Andere Vermögens- und Eigentumsdelikte, Urkundendelikte“ sowie „Diebstahl und Unterschlagung“. Aufgrund der folgenden Deliktgruppen waren ausschließlich Männer inhaftiert: „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, „Raub“, „gemeingefährliche einschließlich Umweltstraftaten“ und „Straftaten im Straßenverkehr“.
Aufteilung der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten je Geschlecht in Hamburg 2024 nach Hauptdeliktgruppen
Frauen
Männer
Die Abbildungen veranschaulichen die Aufteilung auf die Inhaftierungsgründe nach Frauen und Männern. Unter allen inhaftierten Frauen saßen 2024 rund ein Drittel wegen „Diebstahl und Unterschlagung“ und je ein Fünftel wegen „Straftaten nach anderen Bundes- und Landesgesetzen“ und „Andere Vermögens- und Eigentumsdelikte; Urkundendelikte“ im Gefängnis. Bei den Männern waren die häufigsten Gründe für die Inhaftierung „Straftaten nach anderen Bundes- und Landesgesetzen“ (30 %) und mit je einem Fünftel „Andere Straftaten gegen die Person (außer im Straßenverkehr)“ und „Diebstahl und Unterschlagung“.