Der Themenbereich Partizipation rückt Fragen in den Fokus, wie Frauen und Männer an zentralen politischen Entscheidungsprozessen beteiligt sind. Im Mittelpunkt stehen dabei vier zentrale Aspekte: das Wahlverhalten, die Vertretung in politischen Gremien, die Besetzung politischer Spitzenpositionen sowie Möglichkeiten zu Mitbestimmung und Engagement. Die Perspektiven der Geschlechter in politischen und verwaltungstechnischen Prozessen stärker zu verankern und eine ausgewogene Beteiligung von Frauen sicherzustellen sind auch erklärte Ziele des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms des Hamburger Senats.
Zum Thema Wahlen wird das Wahlverhalten von Frauen und Männern in Hamburg bei Europa-, Bundestags- und Bürgerschaftswahlen dargestellt. Wählen ist die Grundvoraussetzung für politische Repräsentation. In Bezug auf Gleichstellung sind viele Fragen interessant: Wie stark sind Frauen in Parlamenten vertreten und wovon hängt das ab? Wie hängen weibliche Wahlbeteiligung und politische Repräsentation zusammen? Haben Frauen und Männer unterschiedliche politische Prioritäten und Präferenzen? Diese Fragen machen deutlich, dass das Wahlverhalten ein entscheidender Ausgangspunkt für die Gleichstellung der Geschlechter in politischer Beteiligung und Entscheidungsmacht ist.
Die Geschlechterverteilung in der Hamburgischen Bürgerschaft sowie in den Bezirksversammlungen spiegeln den Stand der Gleichstellung auf Mandatsebene in politischen Gremien wider. Nach der letzten Bürgerschaftswahl 2025 lag der Frauenanteil bei rund 49%. Im Bundesvergleich nimmt Hamburg hier den Spitzenplatz ein, kein anderes Land liegt näher an der Geschlechtergleichverteilung – also der Parität – im Landesparlament. Zudem werden politische Spitzenämter in der Regierung des Landes vermehrt von Frauen wahrgenommen, hier wurde bereits Parität erzielt.
Politische Teilhabe und das Verständnis für Demokratie beginnen schon vor Erreichen des Wahlalters. Die Schüler:innenvertretung bietet eine wichtige Gelegenheit, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und in partizipativen Prozessen die eigenen Interessen zu vertreten. Das Unterkapitel Mitbestimmung und Engagement gibt daher unter anderem Aufschluss über die Geschlechterverhältnisse in den Kreisschüler:innenräten und der Schüler:innenkammer.