4. Sorgearbeit

Wie weitgehend ist das Ziel der gleichberechtigten Erwerbs- und Sorgearbeit schon erreicht? Wie sind die Entwicklungen im bezahlten Care-Sektor? Antworten finden sich hier.

  • Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Eine Uhr, deren Ziffernblatt in drei Bereiche geteilt ist. In jedem Bereich ist ein Symbol: eine Aktentasche, ein Wohnhaus, eine ausgestreckte Hand mit einem Herz.
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Wie gleichberechtigt Frauen und Männer an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben können, hängt stark davon ab, wie Erwerbs- und Sorgearbeit organisiert und aufgeteilt sind – was wiederum von politischen Entscheidungen, rechtlichen Regelungen und gesellschaftlichen Normen geprägt ist. Der überwiegende Teil der bezahlten und unbezahlten Sorgearbeit wird nach wie vor von Frauen geleistet. Die Verpflichtungen im Haushalt können jedoch einem höheren Erwerbsumfang oder der Erwerbstätigkeit insgesamt im Wege stehen. Im Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm des Hamburger Senats wird daher das Ziel verfolgt, bessere Bedingungen für eine gleichberechtigte Erwerbs- und Sorgearbeit zu schaffen. Wie weitgehend dieses Ziel schon erreicht ist, wird durch Indikatoren in den zwei Unterkapiteln „Kinder“ (hier unter anderem die Themen Alleinerziehende, Kinderbetreuung, Zeitverwendung) sowie „Pflege“ dargestellt. 

Kinder erhöhen die anfallende Sorgearbeit in einem Haushalt enorm. Die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit ist dabei für Alleinerziehende besonders schwierig. Der Frauenanteil bei Alleinerziehenden in Hamburg lag im Jahr 2024 bei 87 %. Frauen sind also deutlich häufiger als Männer mit der Herausforderung konfrontiert, Beruf, Familie und freie Zeit allein zu vereinbaren. 

Die Inanspruchnahme einer Kinderbetreuung ist für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zentral. Im Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm wird die Nähe zu und Qualität von Betreuungsangeboten betont, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen. Der Anteil der Kinder zwischen 0 und 3 Jahren, die in einer Kinderbetreuungseinrichtung betreut werden, ist in den letzten 10 Jahren von rund 40 % auf 50 % gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass die Dauer der sorgebedingten Erwerbsunterbrechungen zurückgegangen ist. Entscheidend für die tatsächliche Vereinbarkeit der Erwerbs- und Sorgearbeit ist jedoch auch der Betreuungsumfang. In Hamburg ist der Anteil der in einer Ganztagesbetreuung betreuten Kinder im Alter von 0 bis unter 14 Jahre in den letzten 10 Jahren auf über 57 % gestiegen.  

Die Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern unterscheidet sich dennoch stark. Insbesondere wenn kleine Kinder im Haushalt leben, gibt es große geschlechtsspezifische Unterschiede, die zeigen, dass Rollenstereotype nach wie vor wirken und primär Frauen die Verantwortung für Sorgearbeit übernehmen. Die Beteiligung von Vätern am Erwerbsleben bleibt von Kindern weitestgehend unbeeinflusst. Darauf geben folgende neu hinzugefügte Daten einen Hinweis: Väter mit Kindern unter 3 Jahren arbeiten wöchentlich im Durchschnitt über 20 Stunden mehr als Mütter mit Kindern unter 3 Jahren. 

Die ungleiche Verteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern spiegelt sich zudem im neu hinzugekommenen Indikator zu Elterngeld wider. Während die grundsätzliche Beteiligung von Vätern am Elterngeld erst einmal positiv stimmt (deutlicher Anstieg in den letzten Jahren), bleibt die Differenz bei den durchschnittlichen Elterngeldbezugsmonate hoch: 2024 nahmen Mütter 13,7 und Väter 4,4 Monate Elternzeit. 

Neben der kindbezogenen Sorgearbeit zeigen sich Geschlechterunterschiede auch im Bereich der Pflege, sowohl bei den Pflegenden als auch bei den Pflegebedürftigen. Frauen sind beispielsweise häufiger auf stationäre Pflege angewiesen als Männer. Im Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm des Hamburger Senats wird auch deshalb eine Bedürfnisorientierung und Geschlechtersensibilität in der Gesundheitsfürsorge thematisiert. 

Auch im bezahlten Care-Sektor zeigen sich enorme Geschlechterunterschiede: Der Frauenanteil an Beschäftigten in der Kinderbetreuung sowie der Alten- und Krankenpflege liegt weit über dem der Männer – im Zeitverlauf zeigen sich lediglich leichte Annäherungen. Diese geschlechtsspezifische Segregation wird durch traditionelle Rollenbilder gefördert und kann in finanziellen Nachteilen für Frauen münden, wenn Tätigkeiten im Care-Sektor niedriger vergütet sind. In Anbetracht dieser Herausforderung sind im Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm des Senats verschiedene Maßnahmen verankert, um der Routine einer geschlechterstereotypen Berufswahl entgegenzuwirken. 

Themen

Ausschnitte von Menschen in unterschiedlicher Kleidung, beispielsweise ein Feuerwehrhelm, Kopf und Schultern einer Frau in Arztkleidung, der Oberkörper eines Mannes mit Sakko und Krawatte.
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0. Bevölkerung und Bevölkerungsbewegung

Wie entwickeln sich die Einwohnerzahlen in Hamburg? Zeigen sich bei den Zu- und Fortzügen Unterschiede zwischen den Geschlechtern?

Links stehen drei Frauen, rechts drei Männer. Die sechs Menschen sind divers in Bezug auf ihr Alter, ihre Herkunft und ihre Hautfarbe. Ein Mann und eine Frau stehen an einem Pult.
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1. Partizipation

Wie sind Frauen und Männer in Hamburg an politischen Entscheidungen beteiligt? Erfahren Sie mehr über Wahlverhalten, Vertretung in politischen Gremien und Spitzenpositionen sowie Engagement.

Mit Bildung assoziierte Gebäude und Gegenstände: eine Schule, eine Universität, ein Computerbildschirm, ein Flipchart, ein Buch, ein Stift, ein Geodreieck und eine Glühbirne.
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2. Bildung, Ausbildung und wissenschaftliche Qualifizierung

Wie steht es um die Chancengleichheit von Frauen und Männern in Schule, Ausbildung und Studium in Hamburg? Informationen zu Bildungswegen und -entscheidungen von Mädchen und Frauen finden sich hier.

Eine Frau, abgebildet auf einer 50-Euro-Banknote. Sie hat verschränkte Arme und ist mit einem gestreiften Oberteil und einem Blazer bekleidet.
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3. Arbeit, Einkommen und Vermögen

Wie gestaltet sich das Erwerbsleben von Frauen und Männern in Hamburg? Erfahren Sie mehr über Erwerbsbeteiligung, berufliche Segregation, Frauenanteile in Führungspositionen und bei Gründungen, den Gender Pay Gap und vieles mehr.

Eine Uhr, deren Ziffernblatt in drei Bereiche geteilt ist. In jedem Bereich ist ein Symbol: eine Aktentasche, ein Wohnhaus, eine ausgestreckte Hand mit einem Herz.
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4. Sorgearbeit

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Verschiedene Gebäude, Fahrzeuge und Gegenstände: ein Krankenhaus, ein Gefängnis, eine Straßenbahn, ein Fahrrad, eine Einkaufstasche, ein Baum und ein Fußball.
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5. Lebenswelt

Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede zeigen sich in weiteren Lebensbereichen wie Mobilität, Sport und Gesundheit? Mehr dazu in diesem Themenbereich.