Sorgearbeit in Paarbeziehungen
Sorgearbeit in Paarbeziehungen in Hamburg 2016 bis 2020
Bedeutung
Der Indikator bildet die geschlechterstereotypische Zeitverwendung für Hausarbeit, Kinderbetreuung, Pflege, Besorgungen und Reparaturen in gemischtgeschlechtlichen Paaren ab.
Er gibt Hinweise auf:
- Geschlechterunterschiede in der zeitlichen Belastung durch unbezahlte Sorgearbeit
- den „Gender Care Share“, d. h. Anteil der von Frauen übernommenen Sorgearbeit im Paar, gemäß Drittem Gleichstellungsbericht1
- Geschlechterverhältnisse in Paarbeziehungen
Sorgearbeit in Paarbeziehungen in Hamburg 2016 bis 2020
In Paarbeziehungen wenden Frauen deutlich mehr Zeit für Sorgearbeit, wie Hausarbeit, Kinderbetreuung, Pflege, Besorgungen oder Reparaturen, auf als Männer. Die tägliche Stundenzahl der Frauen für diese Tätigkeiten schwankt um fünf Stunden herum, die der Männer um drei. Damit liegt der Anteil der von Frauen erledigten Sorgearbeit in einem Haushalt, der „Gender Care Share“, über 60 %. Dieses Verhältnis ist relativ konstant über die Zeit und in etwa vergleichbar mit demjenigen für Deutschland insgesamt.1 Aus der ungleichen Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit folgt, dass Frauen weniger Zeit zur Verfügung steht, um einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachzugehen oder in (Weiter-)Bildung zu investieren. Damit sind auch ihre Möglichkeiten für eine eigenständige ökonomische Absicherung im Vergleich zu Männern eingeschränkter.