Zeitverwendung
Tägliche Stundenzahlen verschiedener Zeitverwendungen in Hamburg 2020
Bedeutung
Der Indikator zeigt die zeitlichen Ressourcen von Frauen und Männern auf.
Er gibt Hinweise auf:
- den unterschiedlich strukturierten Lebensalltag von Frauen und Männern
- die geschlechtsspezifische Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit
- die unterschiedlichen zeitlichen Investitionen in eine nachhaltige ökonomische Eigenständigkeit
Zeitverwendung in Hamburg 2020
Die Zeitverwendungen von Frauen und Männern haben eine ähnliche Grundstruktur, bei etwas unterschiedlichen Gewichtungen. Berufstätigkeit nimmt in beiden Gruppen die meiste Zeit des Tages ein, gefolgt von Freizeitaktivitäten, Hausarbeit, Kinderbetreuung und Besorgungen. Bei ähnlichem Gesamtarbeitsvolumen unterscheidet sich die Zusammensetzung der Arbeitszeit. Männer verbringen mit durchschnittlich 5,7 Stunden am Tag einen Großteil ihrer Gesamtarbeitszeit in Berufstätigkeit oder Lehre und wenden nur knapp 3 Stunden für unbezahlte Sorgearbeit auf, d. h. Hausarbeit, Kinderbetreuung, Pflege, Besorgungen und Reparaturen (siehe auch Indikator 4.1.6 Sorgearbeit in Paarbeziehungen). Frauen verbringen dagegen rund 4,2 Stunden mit diesen unbezahlten Tätigkeiten und gehen für ebenfalls 4,2 Stunden einer bezahlten Erwerbsarbeit nach. In der Summe investieren Männer täglich 1,7 Stunden mehr in ihr Humankapital (Berufstätigkeit + Bildung) und ihre ökonomische Eigenständigkeit als Frauen. Auch im Umfang der Freizeit zeigen sich leichte Unterschiede: Männer verbringen täglich 2,7 Stunden mit Freizeitaktivitäten und Sport, Frauen nur 2,4 Stunden.
Betrachtet man nur die Ausübenden einer Zeitverwendung (Drop-Down-Menü), dann sind die Durchschnittwerte deutlich ähnlicher zwischen den Geschlechtern. Berufstätige Frauen wie Männer verbringen jeweils über 8 Stunden in oder auf dem Weg zu ihrer Arbeit oder Lehre und auch die Zeiten für Hausarbeit nähern sich zwischen den Geschlechtern etwas an (gleichbleibend 1,6 Stunden bei Frauen, 1,3 statt 1,1 Stunden bei Männern). (Andere unbezahlte Tätigkeiten können wegen zu geringer Fallzahlen nicht abgebildet werden). Diese Ergebnisse deuten erwartungsgemäß auf eine weniger geschlechterspezifische Zeitverwendung in der Untergruppe der erwerbstätigen Frauen hin als im Bevölkerungsdurchschnitt.