Grußwort des Vorstandes
Sehr geehrte Gäste,
Bi+Sexualität war schon immer Teil der LSBTIQ+-Bewegung. Sichtbarer innerhalb der schwul-lesbischen Bewegung wurde sie jedoch erst in den 1990er Jahren, als sich die Abkürzung LSB – lesbisch, schwul, bi+sexuell – zunehmend etablierte.
Trotz dieser Entwicklung bleibt die Sichtbarkeit bi+sexueller Menschen bis heute unzureichend: unsere Lebensrealität, die Diskriminierung, die wir erfahren, ebenso wie unser Stolz werden noch immer zu wenig anerkannt. Bi+sexuelle Menschen begegnen zahlreichen strukturellen Hürden – darunter Unsichtbarkeit und fehlende politische Repräsentation, Vorurteile und Diskriminierung im Gesundheitswesen, Ausgrenzung und Mobbing in Bildungseinrichtungen sowie mangelnde Einbeziehung selbst innerhalb mancher Räume der LSBTIQ+-Bewegung. Diese Erfahrungen verstärken Stigmatisierung und erschweren die uneingeschränkte Wahrnehmung unserer Rechte.
Vor diesem Hintergrund ist das Engagement des Rainbow Cities Network für die Anerkennung und Würdigung von Bi+-Pride von besonderer Bedeutung. Erstmals widmet die Ausstellung des Netzwerks ihre Aufmerksamkeit weltweit den Kämpfen, der Widerstandskraft und der Vielfalt bi+sexueller Menschen. Zugleich markiert dies einen wichtigen Moment für das Netzwerk selbst, das inzwischen 62 Städte weltweit vereint, die sich für Gleichberechtigung sowie die Rechte von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität einsetzen.
In einer Zeit, in der LSBTIQ+-Rechte vielerorts unter Druck geraten, ist klare Haltung an der Seite historisch unsichtbar gemachter Communities wichtiger denn je. Die Sichtbarkeit von bi+sexuellen Leben, Erfahrungen und Widerstandsmomente zu feiern, fühlt sich inmitten eines komplexen globalen Kontextes wie ein Atemzug frischer Luft an.
Lasst uns weiter Widerstand leisten. Wir hoffen, dass diese Fotoausstellung weitere Städte weltweit dazu inspiriert, Good Practices und öffentliche Maßnahmen für die Würde, Sichtbarkeit und Rechte bi+sexueller Menschen umzusetzen.
Der Vorstand
Rainbow Cities Network
Grußwort des Kurators
Es war Sigmund Freud, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien festhielt, dass jeder Mensch zur Wahl eines gleichgeschlechtlichen Partners fähig sei und diese unbewusst bereits erlebt habe. Nach dem Zivilisationsbruch durch das NS-Regime und den Zweiten Weltkrieg war es der amerikanische Sexualforscher Alfred C. Kinsey, der erstmals groß angelegte statistische Untersuchungen zum menschlichen Sexualverhalten durchführte. Mit den sogenannten Kinsey Reports, veröffentlicht 1948 und 1953, wurde er zu einer der prägenden Figuren der sexuellen Revolution. Schon damals wurde er von konservativen und kirchlichen Kreisen massiv angegriffen; Versuche, seine Forschung zu diskreditieren, halten bis heute an.
1948 lieferte Kinsey mit der nach ihm benannten Kinsey Scala einen empirischen Nachweis dafür, dass sexuelle Orientierung fließend ist. Die Skala reicht von 0 bis 6: 0 steht für ausschließlich heterosexuelle, 6 für ausschließlich homosexuelle Erfahrungen. Dazwischen liegen unterschiedliche Formen bi+sexueller Erfahrungen; die 3 bezeichnet ein gleich starkes hetero- und homosexuelles Erleben. Zusätzlich führte Kinsey die Kategorie X für Menschen ein, die keine sexuelle Anziehung zeigen und in sozialen Kontexten keine offensichtlichen sexuellen Reaktionen aufweisen – eine Kategorie, die heute oft mit Asexualität in Verbindung gebracht wird.
Kinsey selbst sprach von einem Kontinuum menschlicher Sexualität und betonte, dass Menschen nicht in zwei klar getrennte Gruppen eingeteilt werden können. Die Welt sei nicht einfach schwarz oder weiß; Kategorien seien Konstruktionen des menschlichen Denkens, während die Natur selten scharfe Grenzen kenne. Erst wenn wir menschliche Sexualität als vielfältiges Spektrum begreifen, können wir ihrer Realität wirklich näherkommen.
In den 1990er-Jahren wurden bi+sexuelle Menschen zunehmend sichtbarer. Das „B“ fand Eingang in das heutige Kürzel LSBTIQ+, Gruppen gründeten sich, Communities entstanden und queere Räume wurden vielfältiger und bunter. Diese Ausstellung zeigt die große Bandbreite bi+sexueller Lebensrealitäten: Gruppen schaffen Orte für Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung. Unter der Bi+-Flagge mit ihren pinken, violetten und blauen Streifen, die als Symbol für die Anziehung zu mehr als einem Geschlecht steht und Sichtbarkeit sowie Gleichberechtigung fördert, organisieren sie Gespräche, Workshops und Begegnungen. Sie eröffnen Räume, in denen Menschen sich frei bewegen oder ihren Platz irgendwo zwischen den Ufern finden können.
Oft hilft Humor dabei, Vorurteile sichtbar zu machen und ihnen entgegenzutreten. Bi+-Menschen werden ja nach Kontext häufig missverstanden: mal als „zu hetero“, mal als „nicht queer genug“, Aufklärung macht Unsichtbares sichtbar und zeigt, wie sehr Wahrnehmung davon abhängt, wer neben einer Person steht. Beratungsstellen und Community-Projekte unterstützen Bi+-Menschen darin, Geschlechternormen in Frage zu stellen und Freiheit im Ausdruck der eigenen Identität zu leben. Heute sagen Bi+-menschen und ihre Communities laut und selbstbewusst: „Wir existieren. Früher, heute und für immer.“ – und werden sowohl innerhalb der queeren Community als auch in der Gesellschaft immer sichtbarer.
Sichtbarkeit, Solidarität und sichere Räume helfen dabei, Scham zu überwinden, damit alle Menschen mit Stolz ihren Weg gehen können. Sie prägen die Vielfalt unserer Städte – sichtbar in Zebrastreifen, Flaggen und zahlreichen Community-Projekten. Denn das Ziel bleibt eine Stadtgesellschaft ohne Diskriminierung in jeder Form.
Wolfgang Wilhelm, Wien
Kurator
Bild 1: Barcelona
Holding the colours that make bisexual people visible
by Sílvia Morell (Casal Lambda)
Die bi+sexuelle Gruppe Casal Lamba trifft sich seit inzwischen 20 Jahren einmal im Monat. Ziel ist es, Austausch und Vernetzung unter den bi+sexuellen Mitgliedern des Kollektivs zu fördern.
In Gesprächen und Workshops werden unterschiedlichste Themen behandelt – als Raum für Begegnung, Reflexion und gegenseitige Unterstützung für eine der oft übersehenen und stigmatisierten Gruppen innerhalb der LSBTIQ+-Community.
Begleitet wird die Gruppe vom psychologischen Beratungsdienst der NGO, gemeinsam mit Fachkräften sowie Praktikant*innen verschiedener nationaler und internationaler Master- und Postgraduiertenprogramme.
Bild 2: Basel
Between the shores of Basel
by Thomas Wyser
Das Spektrum von Bi+ ist so vielfältig und fließend wie der Rhein, der mitten durch Basel verläuft. Er verbindet beide Ufer wie eine Brücke – und schafft Raum dafür, sich frei zwischen ihnen zu bewegen oder irgendwo dazwischen den eigenen Platz zu finden.
Der „Bi&Pan Treff“ von habs queer basel bietet einen Ort für Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat und außerdem spontan, um gemeinsam Pride-Veranstaltungen zu besuchen, tanzen oder ins Theater zu gehen sowie zusammen zu kochen.
Bild 3: Hamburg
Claiming Visibility
by Daniel Galán
Durch die Straßen Hamburgs getragen, wird die Bi+-Flagge mit ihren pinken, violetten und blauen Streifen – Sinnbild für die Anziehung zu mehr als einem Geschlecht – zu einem kraftvollen Zeichen für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung. Das Foto hält einen Moment kollektiver Präsenz während einer öffentlichen Demonstration fest und zeigt Entschlossenheit von Aktivist*innen und Allies, Bi+-Leben im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.
In Zusammenarbeit mit BiPlus Hamburg e.V. entstand ein Bild, welches das kontinuierliche Engagement des Vereins und die jährlich stattfindende Bi+ Pride hervorhebt – eine der größten Veranstaltungen ihrer Art in Deutschland. Mit Initiativen wie dieser präsentiert sich Hamburg als offene und engagierte Stadt, die sich für die Gleichberechtigung und Anerkennung von Bi+-Communities einsetzt.
Bild 4: Genf
What?! Being bi isn't cool?!!
by Ivan P. Matthieu
Mit Humor und Selbstbewusstsein zeigt sich Bi+-Sichtbarkeit bei der Geneva Pride 2025. Die Demonstration findet alle zwei Jahre in Genf statt und wechselt sich mit anderen Städten der französischsprachigen Schweiz ab.
Die Veranstaltung wird fortlaufend von der Stadt Genf unterstützt, die sich bereits vorbereitet, 2027 das 30-jährige Jubiläum der Romandie Pride auszurichten.
Bild 5: New Taipei City
Weiming Tang: Haven for Bisexuals in New Taipei City
by Yuchin Huang
Zwischen inneren Gefühlen und einer Außenwelt, die sie oft nicht versteht, erleben viele bi+sexuelle Menschen Konflikte und seelische Belastungen. In New Taipei City bietet Weiming Tang einen Ort der Zuflucht und Akzeptanz.
Der dort verehrte Rabbit God – der Kaninchengott – wird als Schutzgottheit der LSBTIQ+-Community angesehen, dessen Segen jedoch über alle Grenzen hinausreicht und allen Menschen gilt. Weiming Tang schafft damit einen Raum, in dem bi+sexuelle Menschen sich selbst annehmen, die Farben Pink, Violett und Blau als Zeichen der Community tragen, zur Ruhe kommen, Herausforderungen überwinden und ihr eigenes Glück suchen können.
Bild 6: Frankfurt am Main
Selective Perception (2015)
by Lana Yanovska
Erwartungen beeinflussen unsere Wahrnehmung. Vertraute Details legen sich wie ein feines Netz über unseren Blick und lassen uns oft nur das sehen, was wir zu sehen erwarten.
Selective Perception untersucht, wie unterschiedlich Menschen wahrgenommen werden – abhängig davon, welche Person an ihrer Seite steht. In jedem Bildpaar ist eine Beziehung echt, die andere inszeniert. In manchen Fällen waren sogar beide Konstellationen irgendwann Teil des realen Lebens der Beteiligten.
Für Yanosvka erzählt Selective Perception davon, wie schnell wir Menschen einordnen, Beziehungen bewerten und Annahmen treffen – oft, ohne es überhaupt zu bemerken.
Bild 7: Kopenhagen
Getting Bi, Getting Together
by Bi+Pol in LGBT+DK
Mitten im Strom der Pride bewegt sich ein gemeinsames Zeichen für Bi+-Sichtbarkeit und Solidarität vorwärts.
Bild 8: Podgorica
Queer stories of Podgorica
by Andrijana Vešović @zombijana
Geschichte einer bi+sexuellen Person, eingesendet für eine Sichtbarkeitskampagne mit anonymen Erzählungen von LSBTIQ+-Personen über Podgorica:
Während wir den kleinen Koi-Fisch beobachten, der allein durch den Teich im Park schwimmt, sage ich, dass ich mich oft genauso fühle – gefangen in dieser Welt und ohne etwas anderes zu kennen, als würde ich nicht wirklich zu ihr gehören. Sie lacht und meint, ich solle nicht so dramatisch sein: Es gebe so viele Welten wie Menschen. „Und in meiner Welt bist du die Hauptfigur – genau wie der scheinbar einsame Koi-Fisch im Park.“
Bild 9: Ljubljana
Bug on a Widshield
von Marijo Županov @zupanov
Dieses Foto von Trula Višnja entstand vor dem Rathaus von Ljubljana. Trula Višnja gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten Ljubljanas – und ganz Sloweniens – und ist Teil der neuen Drag-Bewegung des Landes. Drag erlebt in Slowenien derzeit eine Renaissance: In Ljubljana finden inzwischen wöchentlich Drag-Events statt. Drag-Künstler*innen stehen seit jeher an vorderster Front im Kampf um die Gleichberechtigung queerer Menschen. Sie verkörpern Ausdrucksfreiheit, das spielerische Aufbrechen von Geschlechternormen und kompromisslose Fierceness.
Marijo Županov (*1989) lebt und arbeitet als Fotograf in Ljubljana, Seine Arbeiten wurden sowohl in Slowenien als auch international ausgestellt. Inspiration findet er vor allem in der queeren Szene der Stadt. Neben freien Projekten arbeitet er in den Bereichen Mode-, Architektur-, Event- und Porträtfotografie.
Bild 12: Zürich
I'm bi, you are confused.
by Bi+ Switzerland
Das Foto zeigt Menschen, die bei der Zurich Pride 2025 für Bi+-Repräsentation demonstrieren. Obwohl es in vielen Ländern bereits seit den 1990er-Jahren Bi+-Organisationen gibt, wurden Bi+-Personen in der Schweiz lange Zeit vor allem innerhalb von schwul-lesbischen Strukturen mitvertreten. Ihre eigenen Erfahrungen und Anliegen blieben dabei oft weniger sichtbar. Bi+ Switzerland wurde 2022 als erste Organisation in der Schweiz gegründet, die sich gezielt für Bi+-Personen einsetzt. Sie schafft Räume für Austausch, stärkt die Sichtbarkeit und arbeitet an mehr Anerkennung innerhalb der Gesellschaft.
Bild 13: Mexiko City
Here we are
by Karina Buendía Monroy
Wir existieren. Damals, heute und für immer. Bi+sexuelle Menschen brauchen Räume für Sichtbarkeit, Anerkennung und Begegnung – Orte, an denen wir unsere Erfahrungen teilen und in Würde leben können.
Wir sind dankbar für die Beteiligung von Dani, Gina, Iván, Mafer, Naomi, Nara, Nishla, Raúl, Tania und Yaneth sowie der Kollektive Bisexualas México und Movimiento des Personas von Discapacidad.
Bild 14: Cork
Pride Cross Walk in Cork City
by Amie Spillane
Das Foto zeigt den Pride-Zebrastreifen in Cork, bei dem eine Bi+-Flagge einen abgenutzten Abschnitt beleuchtet – ein Symbol dafür, wie bi-sexuelle Menschen auch jene Bereiche von Pride sichtbar machen, die oft übersehen werden. Pride-Flaggen stehen für Identität, während Zebrastreifen zugleich zeigen, dass eine Stadt sich um LSBTIQ+-Menschen kümmert. Sichtbarkeit, solidarische Unterstützung und sichere Räume helfen dabei, Scham zu überwinden, damit alle Menschen mit Stolz ihren Weg gehen können.
Bild 15: Paris
Bi' Cause
by Yuhao PAN @yuhaopan.art
Vincent Viktoria ist Co-Sprecher*in von Bi‘Cause, einer bi-sexuellen, pansexuellen und LSBTIQ+-Organisation mit Sitz in Paris.
Das Foto entstand in der Bibliothek des LSBTIQ+-Zentrum von Paris und der Île-de-France. Genau in diesem Zentrum wurde Bi‘Cause am 26. Mai 1997 gegründet und dient bis heute als Hauptsitz der Organisation und als Ort für die meisten Treffen und Projekte.
Bi‘Cause arbeitet eng mit dem LSBTIQ+-Zentrum sowie der Stadt Paris zusammen – insbesondere im Rahmen des städtischen Aktionsplans zur Bekämpfung von LSBTIQ+-Feindlichkeit.
Bild 16: Wien
Bi* loud, bi* proud, bi* visible!
by visiBi*lity Austria
VisiBi*lity Austria ist eine in Wien ansässige Community, die von Bi+-Personen für Bi+-Personen organisiert wird. Gemeinsam schaffen sie einen Raum, in dem Bi+-Menschen sichtbar sein können – sowohl innerhalb der LSBTIQ+-Community als auch in der Gesellschaft insgesamt. Die Gruppe trifft sich regelmäßig zu Veranstaltungen und gemeinsamen Aktivitäten und arbeitet daran, weiter zu wachsen und stärkere Netzwerke aufzubauen. In diesem Sinne wählten sie bei der Vienna Pride im vergangenen Jahr das Motto „Visible and Indivisible“ – sichtbar und unteilbar. Denn gemeinsam sind wir laut, stolz und sichtbar.
Bild 17: Taipei
Seeing the Diversity Within the Community
by Bi the Way
Im Spektrum sexueller Vielfalt stehen bi+sexuelle Menschen oft im „Dazwischen“ – sie werden häufig übersehen, manchmal hinterfragt und tragen nicht selten die stille Last, sich ohne ausreichende Unterstützung zu outen. Bi the way wurde 2007 als erste bi+sexuelle Organisation in Taiwan gegründet und hat sich seither zu einem lebendigen Kollektiv nicht-monosexueller Menschen entwickelt. Im Laufe der Jahre hat die Gruppe Zugehörigkeit gefördert und die vielen Facetten der Bi+-/ Pan-Community in Taiwan sichtbar gemacht. Für Bi the Way ist Vielfalt keine Herausforderung, sondern ein Grund zur Freude und zum Stolz. Das Foto zeigt Mitglieder, die gemeinsam mit der Taiwan Asexual Group an dem jährlichen Trans* March in Taipei teilnehmen: unterschiedliche Identitäten, gemeinsame Widerstandskraft und der geteilte Glaube, dass Sichtbarkeit sowohl Mut als auch Feier des Lebens ist.
Bild 18: Bregenz
The LGBTIQ+ flags are displayed in the city center during the summer months
by City of Bregenz
Die Landeshauptstadt Bregenz setzt sich aktiv für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ein – diskriminierungsfrei gegenüber queeren Lebensrealitäten. Als Mitglied des Rainbow Cities Network trägt Bregenz dieses Bekenntnis zur Vielfalt in die Jahresausstellung 2026 und stärkt damit die Sichtbarkeit der LSBTIQ+-Community.
Bi+-Sichtbarkeit bedeutet, Lebensrealitäten sichtbar zu machen, die noch immer häufig übersehen oder missverstanden werden. Pride heißt, die eigene Identität selbstbewusst zu leben – im öffentlichen Raum ebenso wie im Privaten. Bregenz unterstreicht diese Haltung durch Sensibilisierungsarbeit, Veranstaltungen, Informationsangebote und konkrete Maßnahmen gegen Diskriminierung auf lokaler Ebene.
Bild 19: Bern
(Not) queer enough?
by Judith Schönenberger
www.diefotografin.ch, Image created with AI
Bi+ wird je nach Kontext unterschiedlich missverstanden: mal als „zu hetero“, mal als „nicht queer genug“. Doch Offenheit ist kein Problem, sondern eine Stärke und ein Grund zum Stolz. Sie steht für ein selbstbestimmtes Dasein: präsent, nicht verhandelbar und ohne die Pflicht, sich ständig erklären zu müssen. Bi+ Pride bedeutet, Ja zur eigenen Identität zu sagen – sichtbar, würdevoll und endlich nicht mehr im Alltag übersehen.
Bild 20: Heidelberg
Winning art work
by Kai Taylor
Der Beitrag der Stadt Heidelberg zur Rainbow Cities Ausstellung 2026 stammt aus der Kunstausstellung „(Un)Visibly Bi+“ (dt. „(Un)Sichtbar Bi+“), die vor Ort vom Queerfeministischen Kollektiv Heidelberg gemeinsam mit der Stadt Heidelberg organisiert wurde, um Bi+-Perspektiven sichtbar zu machen.
Die ausgewählte Arbeit stammt von Kai Taylor (er/ihm), einem trans* und pansexuellen Mixed-Media-Künstler. Seine Arbeiten erforschen Verletzlichkeit, Zugehörigkeit und queere Ahnenlinien anhand des Bildes eines anatomischen Herzens mit beweglichen „Herzfäden“.
Bild 21: Montpellier
Montpellier T'AIME
by City of Montpellier, Christophe RUIZ/Montpellier3m
Bild 22: Mannheim
Burning for Love
by Sarah Lang
Bi+- und pansexuelle Menschen gehören zu Mannheim – ebenso selbstverständlich wie das Wahrzeichen der Stadt, der Wasserturm, der im Hintergrund zu sehen ist. Das Leitbild „Mannheim 2030“ verspricht eine Stadt ohne Diskriminierung für alle Menschen, auch für jene mit vielfältigen sexuellen Identitäten. Als Zeichen der Sichtbarkeit und Solidarität mit der Bi+-Community hisst die Stadt Mannheim seit Jahren die Bi+- und Pan-Pride-Flaggen am Rathaus. Im Jahr 2026 finden außerdem erstmals die Bi+-Pride Weeks statt – mit zahlreichen Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet.
Bild 23: Bordeaux
Plural Identities
by Naeva Nualas
Dieses Foto aus der Ausstellung „Plural Identities“ wurde während des Pride Month 2025 in öffentlichen Räumen in Bordeaux gezeigt. Die Ausstellung verfolgt das Ziel, für die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten zu sensibilisieren – jenen Identitäten, denen wir im Alltag an ganz gewöhnlichen Orten begegnen können, etwa im Kino, auf der Rolltreppe oder im Wartezimmer. Sie erinnert daran, dass wir die Identität oder sexuelle Orientierung eines Menschen niemals vorschnell beurteilen können, denn sie ist etwas zutiefst Privates. Bi+sexualität ist ein fester Bestandteil dieser vielfältigen Identitäten.