Die Vernetzung der Fab-Cities untereinander ist essentiell, weil sie die Voraussetzung schafft, Wissen zu teilen und Standards zu setzen. Mit den gemeinsamen Standards können die Fab-Labs global noch besser kooperieren. Indem Hamburg als erste deutschsprachige Stadt beitritt ist sie das Tor zur Welt der Produktionsmethode der Zukunft und sichert sich eine Schlüsselposition. Die Chancen, die sich für Hamburg aus einer gezielten Förderung von Fab-Labs ergeben, sind vielfältig. Ökonomisch wird es durch die Verbreitung von Programmierkenntnissen, Robotik und Elektrotechnik für fertigende Unternehmen attraktiver, sich in Hamburg anzusiedeln. Aus den Fab-Labs können aber auch direkt Prototypen entstehen für deren Vermarktung Unternehmen gegründet werden. Außerdem werden Möglichkeiten geschaffen, sich jenseits von Schul- und Universitärer Bildung zu qualifizieren.
Auch das Laboratorium für Fertigungstechnik der Helmut-Schmidt-Universität unterstützt das Empowerment der lokalen Bevölkerung über einen niedrigschwelligen Zugang zu Produktionstechnologien mit dem OpenLab in Hamburg-Wandsbek, Marienthal. Die Initiatoren, Dr.-Ing. Tobias Redlich und Prof. Dr.-Ing. Jens P. Wulfsberg vom Laboratorium Fertigungstechnik (LaFT), integrieren das OpenLab in die laufende Lehre und ermöglichen Studierenden aus allen Disziplinen auf diese Weise, neuere technologische Entwicklungen und Open Source Hardware zu erleben und zu erforschen. Darüber hinaus ist Dr.-Ing. Tobias Redlich mit Forschungsprojekten aktiv innerhalb der Maker-Bewegung in Tunesien. Der Austausch zwischen Fab-Labs, Makerspaces, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Open-Source-Hardware- und Software-Enthusiasten, Umweltverbänden, Repair-Cafés und den städtischen Vertretern sowohl innerhalb einer Stadt als auch international zwischen den Städten lässt gemeinsame Schaffenskraft unter Nutzung von Synergien und Lerneffekten entstehen. Deshalb hat Dr.-Ing. Tobias Redlich die Bewerbung von Hamburg als Fab-City und die Bildung eines breiten Unterstützernetzwerks in Hamburg initiiert.
Zur Information:
Das Konzept der Fab City entstammt der Fab-Lab-Bewegung. Fab Labs (fabrication laboratories) sind offene Werkstätten, in denen mit modernen Fertigungstechnologien wie 3D-Druckern und CNC-Fräsen nahezu alles hergestellt werden kann, vom Auto übers Handy bis zum Haus. Weltweit gibt es weit über 1000 Fab Labs und ihre Zahl steigt exponentiell. Diese Produktionsmethode wird auch als digitale Fertigung bezeichnet, weil die Fertigung nach am Computer erzeugten Produktionsplänen (Designs) richtet. Das führt dazu, dass die Produkte der Zukunft global entworfen und lokal gefertigt werden. Eine Stadt wird zur Fab City, wenn sie systematisch einen möglichst flächendeckenden und niedrigschwelligen Zugang zu Fab Labs schaffen will.