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Zukunftsmärkte für erneuerbare Energien

Hamburg stärkt Beziehung zu Nordamerika

20. Oktober 2023 Pressemitteilung

Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard reiste in dieser Woche mit einer Wirtschaftsdelegation in die USA und nach Kanada. Beide Länder verfügen über ein enormes Potenzial im Bereich der erneuerbaren Energien. In Deutschland wird der Importbedarf an nachhaltigen Energieträgern wie grünem Wasserstoff und dessen Derivaten deutlich steigen.

Die Reise folgt dem jüngst vom Hamburger Senat verabschiedeten Außenwirtschaftskonzept und dient dessen Umsetzung, indem ein Beitrag dazu geleistet wird, Unternehmen bei der Diversifizierung von Handelsbeziehungen zu unterstützen. Bekannte und verlässliche Partner wie die USA und Kanada spielen hierbei eine besondere Rolle. Das Konzept fokussiert sich zudem auf innovative Zukunftsbranchen. Erneuerbare Energieträger und Wasserstoff sind für Hamburg besonders wichtige Zukunftstechnologien und bilden daher auch den Kern des Besuchsprogramms vor Ort.

Insgesamt beteiligen sich rund 20 Unternehmen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette an der Delegationsreise, darunter die Terminalbetreiber Mabanaft und Evos, Elektrolyse-Stack-Hersteller H-Tec, Energiegroßverbraucher wie Aurubis sowie Energie- und Chemieproduzent Sasol.

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft und Innovation: „Die USA und Kanada sind für uns starke Partner und vorn im Bereich der erneuerbaren Energien. So verfügt beispielsweise die Provinz Neufundland über großes Potenzial beim Ausbau der Windenergie. Mit ihren Investitionen und Innovationen tragen sie zukünftig einen wesentlichen Anteil am Erfolg einer globalen Energiewende. Mit der Reise legen wir einen Grundstein für eine noch engere Zusammenarbeit. Die Zukunft der Energie und die Dekarbonisierung unserer Industrien liegen in nachhaltigen und erneuerbaren Lösungen, die Herausforderungen und Chancen gehen wir am besten gemeinsam in Kooperation an."

Im Rahmen der Reise gab es Gespräche mit dem U. S. Department of Commerce und der Regierung von Neufundland/Labrador sowie ein Besuch bei der Weltbank. In Philadelphia traf die Delegation auf MACH2, einem von sieben erfolgreichen Wasserstoff-Hub-Konsortien, die kurz zuvor vom US-Präsident Joe Biden in Philadelphia verkündet wurden. In St. Johns kam die Delegation mit allen vier ausgewählten Großprojekten zusammen, die in der Provinz Crownland den Zuschlag für die Produktion von Wasserstoff aus Windenergie bekommen haben.

Während der Delegationsreise ergab sich zudem ein weiterer Fortschritt bezüglich der Wasserstoffversorgung im Hamburger Hafen. Die beiden Unternehmen Mabanaft und Fairplay Towage finalisierten ein sogenanntes Memorandum of Understanding zur Versorgung von Schleppern mit Wasserstoff in Hamburg ab 2025. Damit wird der Fokus auf neue Technologien und nachhaltige Energien in der Schifffahrt unterstrichen.

Wachstumsmärkte für erneuerbare Energien

Die USA sind der zweitgrößte Wachstumsmarkt für erneuerbare Energien in den nächsten Jahren (nach China und vor der EU) und haben große Wind- und Sonnenenergiepotenziale. Kanada verfügt über beträchtliche Wasserkraftressourcen und noch unerschlossene Windkraftpotenziale – on und offshore. Sowohl die USA als auch Kanada haben ehrgeizige Ziele zur Förderung erneuerbarer Energien und innovativer Technologien.

Insbesondere der Inflation Reduction Act (IRA) in den USA, das größte klimapolitische Investitionsprogramm in der Geschichte der Vereinigten Staaten, wird eine enorme Beschleunigung bei Vorhaben der Wind- und Solarenergie auslösen. Auch Technologien zum Aufbau von Speicherkapazitäten und zur Abscheidung von Kohlenstoff werden gefördert. Insbesondere die Produktion grünen Wasserstoffs wird durch die geplanten Investitionen zunehmend wettbewerbsfähig werden. Nach Einschätzung Hamburgs wird ein Teil der produzierten Menge für den Export bereitstehen.

Hamburg als Import- und Verteilzentrum für Wasserstoff

Deutschland wird aufgrund der begrenzten Potenziale für erneuerbare Energien künftig voraussichtlich rund 70 Prozent der Wasserstoffbedarfe durch Importe decken müssen. Neben pipelinebasierten Importen über Nachbarstaaten werden auch Importe aus außereuropäischen Herstellungsorten und über andere Transportmittel, etwa per Schiff, notwendig sein. Diese werden dann über Wasserstoffderivate, wie z. B. grünen Ammoniak, grünen Methanol und eKerosin erfolgen.

Für den Import von Wasserstoff und seinen Derivaten ist Hamburg aufgrund seines Hafens und der Lage und Anbindung prädestiniert. Im Rahmen der Strategie für den Import von grünem Wasserstoff verfolgt die Stadt daher das Ziel, sich zu einem der wichtigsten Import- und Verteilzentren in Deutschland und Europa zu entwickeln. Hierfür werden im Hamburger Hafen im Rahmen zweier Vorhaben von ansässigen Unternehmen Infrastrukturen für seeseitige Import- und Lagerinfrastrukturen aufgebaut, die in den kommenden Jahren rechtzeitig bei Verfügbarkeit der Energieträger zur Verfügung stehen werden, damit der Handel und die Abwicklung über den Hamburger Hafen erfolgen kann.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.hamburg.de/bwi/medien/17096376/2023-05-02-bwi-aussenwirtschaftskonzept/.

Ein Foto der Wirtschaftsdelegation können Sie hier herunterladen: https://www.skyfish.com/p/fhh/2331391/61540937.

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