Die Sanierung umfasst unter anderem die vollflächige Instandsetzung des Attikageschosses, die partielle Fugensanierung in den übrigen Fassadenbereichen, den Austausch geschädigter Klinker sowie die Erneuerung der Abdichtung und Dämmung der Dachterrasse. Die denkmalrechtliche Genehmigung liegt vor, die Ausschreibung ist abgeschlossen – der Start der Bauarbeiten steht unmittelbar bevor. Die gesamte Maßnahme wird rund 619.000 Euro kosten und soll noch im Jahr 2026 abgeschlossen werden. Die Stadt Hamburg unterstützt die Sanierung mit 227.000 Euro aus dem investiven Quartiersfonds. Darüber hinaus fördert die Bürgerschaft das Projekt mit 225.000 Euro aus dem Sanierungsfonds. Weitere 167.000 Euro stammen von der Bärbel und Peter Hoerner Stiftung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der HAMBURGER DENKMALSTIFTUNG, der Haspa LotterieSparen sowie der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Der Verein selbst bringt ebenfalls Mittel ein.
Dr. Andreas Dressel, Senator für Finanzen und Bezirke: „Die Patriotische Gesellschaft ist ein Symbol für das bürgerschaftliche Engagement, das Hamburg seit jeher prägt. Mit den Mitteln aus dem investiven Quartiersfonds leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieses bedeutenden Baudenkmals und stärken damit nicht nur die bauliche Substanz, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander in unserer Stadt. Es ist uns ein zentrales Anliegen, dass Orte wie das Haus der Patriotischen Gesellschaft auch für kommende Generationen erhalten bleiben und weiterhin als Räume für Austausch, Engagement und Gemeinsinn wirken können.“
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Haus der Patriotischen Gesellschaft ist weit mehr als ein historisches Gebäude: Es steht für demokratische Tradition, bürgerschaftliche Verantwortung und den Gemeinsinn unserer Stadt. Zugleich ist es für das Selbstverständnis Hamburgs ein sehr bedeutendes Baudenkmal, weil es die neue Tradition der Backsteinstadt programmatisch mitbegründet hat. Sein Erhalt stärkt die kulturelle Identität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zugleich.“
Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Das Haus der Patriotischen Gesellschaft ist ein prägendes Baudenkmal im Herzen Hamburgs und ein wichtiger Ort des bürgerschaftlichen Engagements. Mit den Mitteln aus dem investiven Quartiersfonds sichern wir wichtige Sanierungsmaßnahmen an der Nord-West-Fassade und der Dachterrasse – wir setzen den Attikabereich instand, ersetzen beschädigte Klinker, erneuern Fugen sowie Fensterstürze und Gesimse und sorgen mit einer neuen Dämmung, Abdichtung und Entwässerung dafür, dass auch die Dachterrasse langfristig erhalten bleibt.“
Dr. Willfried Maier, 1. Vorsitzender der Patriotischen Gesellschaft von 1765: „Der Erhalt dieses herausragenden neogotischen Baudenkmals ist eine Gemeinschaftsleistung. Wir sind dankbar, dass die prächtige Backsteinfassade eines der bedeutendsten Baudenkmäler Hamburgs nun wieder instandgesetzt werden kann.“
An der Nord-West-Fassade wurden zuletzt 2011/12 Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Aktuelle Untersuchungen zeigen insbesondere im stark bewitterten Attikageschoss (4. OG) erhebliche Schäden:
- Stark geschädigte bzw. fehlende Fugen, sodass Eindringen von Schlagregen möglich wurde
- Frostschäden an Sichtklinkern (Abplatzungen, Ausbrüche)
- Schäden an Fenstergewänden und weiteren Bauteilen
In den unteren Fassadenbereichen (EG bis 3. OG) sowie in den Staffelgeschossen (5.–7. OG) bestehen ebenfalls partielle Schäden an Fugen und Klinkern.
Zusätzlich wurde eine Hinterfeuchtung der Abdichtungsebene der Dachterrasse (5. OG) festgestellt. Es ist davon auszugehen, dass auch die darunterliegende Dämmung betroffen ist. Ebenso bestehen Schäden an der Brüstungsverwahrung. Im Jahr 2025 wurden Notmaßnahmen durchgeführt, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu reduzieren. Dabei wurden schadhafte Fugen provisorisch instand gesetzt.
Hintergrund
Das Gebäude der Patriotischen Gesellschaft zählt zu den bedeutenden Baudenkmalen Hamburgs und ist ein zentrales Zeugnis bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt. Errichtet wurde es ab 1844 nach Entwürfen von Theodor Bülau. Erweiterungen erfolgten 1924 (u. a. Staffelgeschosse 5.–7. OG). Nach erheblichen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude unter Leitung von Friedrich Ostermeyer wiederaufgebaut. Der heutige Reimarus-Saal diente u. a. zwischen 1848 und 1850 als Tagungsort der verfassunggebenden Versammlung sowie später der Bürgerschaft bis zum Neubau des Rathauses 1897.
Investiver Quartiersfonds
Mit dem seit 2018 bestehenden investiven Quartiersfonds wird die Infrastruktur in den Hamburger Bezirken entlang gezielter Projekte finanziell unterstützt. Dabei werden Kinder- und Jugendeinrichtungen genauso berücksichtigt, wie soziale Projekte, Stadtteilkultur oder Sportanlagen. In Abstimmung zwischen der Behörde für Finanzen und Bezirke und den Bezirken können damit vor Ort investive Maßnahmen direkt unterstützt, beziehungsweise gemeinsam finanziert werden. Mit dem investiven Quartiersfonds fördern die Bezirke, Bezirksversammlung und Bezirksverwaltung gezielt die Infrastruktur vor Ort.
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