Die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit ist in der modernen Arbeitswelt ebenfalls essenziell, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu gewährleisten und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu steigern. Die Anzahl der beschäftigten schwerbehinderten Menschen (GdB > 50) und ihnen gleichgestellten Personen ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Inklusion und Chancengleichheit. Zudem sind Auszubildende die Zukunft eines jeden Unternehmens; ihre Ausbildung und Integration sichern die kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovationskraft. Eine ausgewogene Altersstruktur ist ebenfalls von großer Bedeutung, da sie den Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen fördert und die Innovationsfähigkeit des Unternehmens stärkt. Eine nachhaltige Personalstruktur berücksichtigt all diese Faktoren und schafft ein stabiles Fundament für die Zukunft.
Beschäftigte
Die Zahl der Beschäftigten für das Jahr 2024 beträgt 79.068 und steigt für das Gesamtportfolio im Drei-Jahres-Vergleich kontinuierlich an. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein prozentualer Zuwachs von 5,10 % zu verzeichnen. Dies entspricht einem Zuwachs von 3.838 Beschäftigten. Es ist in allen Segmenten in der Vorjahresbetrachtung ein Anstieg der Beschäftigtenzahl festzustellen. Das Segment Gesundheit und Soziales hat mit einem Plus von 1.372 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr den stärksten Zuwachs zu verzeichnen. Die Segmente Bildung und Wissenschaft (+ 620 Beschäftigte) und Beratung und sonstige Dienstleistungen (+ 600 Beschäftigte) schließen sich an.
Mit 22.627 Beschäftigten bzw. 28,62 % (vom Gesamtportfolio) sind in 2024 im Segment Gesundheit und Soziales die meisten Beschäftigten des Gesamtportfolios tätig.
Bei den nachfolgenden Daten zur Personalstruktur ist zu berücksichtigen, dass hier keine Daten der Minderheitsbeteiligung Asklepios Kliniken Hamburg GmbH als größtem Arbeitgeber im Segment Gesundheit und Soziales und bei den Übersichten zu Frauen, Schwerbehinderten und Altersstruktur keine Daten der börsennotierten Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft als größtem Arbeitgeber im Segment Verkehr und Logistik eingeflossen sind. Die nachfolgend dargestellten prozentualen Anteile sind insofern „bereinigte“ Werte, als dass nur die Beschäftigtenzahlen der Unternehmen einfließen, die auch die betrachteten Personalkennzahlen gemeldet haben.
Da die Daten für das Jahr 2024 erstmals erhoben wurden, werden die tabellarischen Darstellungen erst mit den folgenden Berichten auf eine Drei-Jahres-Darstellung anwachsen.
Im Jahr 2024 waren bei den Berichtsunternehmen insgesamt 29.055 Frauen beschäftigt. Die Anzahl der beschäftigten Frauen entspricht 48,67 % der Gesamtbeschäftigten der Berichtsunternehmen für das Jahr 2024. Mit 78,45 % ist der Frauenanteil im Segment Gesundheit und Soziales am höchsten.
Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten beträgt im Jahr 2024 bei den Berichtsunternehmen insgesamt 19.198. Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten entspricht 28,84 % der Gesamtbeschäftigten der Berichtsunternehmen für das Jahr 2024. Auch hier ist der Wert im Segment Gesundheit und Soziales mit 52,79 % am höchsten. Mit 8,81 % ist der Anteil im Segment Verkehr und Logistik am niedrigsten.
Die Anzahl der schwerbehinderten Menschen (GdB > 50) und ihnen gleichgestellten Personen (vgl. § 2 SGB IX) beträgt im Jahr 2024 bei den Berichtsunternehmen 2.807. Die Anzahl der Schwerbehinderten entspricht 4,70 % der Gesamtbeschäftigten der Berichtsunternehmen für das Jahr 2024. Der höchste Wert ergibt sich mit 7,54 % im Segment Verkehr und Logistik. Im Segment Beratung und Dienstleistungen ist der Wert mit 0,88 % am niedrigsten.
Auszubildende
Für das Jahr 2024 melden 44 Berichtsunternehmen insgesamt 2.282 Auszubildende. Mit 45,75 % bzw. 1.044 Auszubildenden und 11,79 % bzw. 269 Auszubildenden sind in den Segmenten Bildung und Wissenschaft sowie Öffentlicher Personennahverkehr die meisten Auszubildenden zu verzeichnen. Der Blick auf das Gesamtportfolio zeigt auch bei dieser Kennzahl einen stetigen Zuwachs. So stieg die Anzahl der Auszubildenden vom Jahr 2023 zu dem Jahr 2024 um 7,79 %.
Altersstruktur im Gesamtportfolio:
Die Altersstruktur im Gesamtportfolio beschreibt die Verteilung der Beschäftigten nach Altersgruppen und ermöglicht eine Analyse und Prognose der Beschäftigtenentwicklung in der Stadtwirtschaft. Diese Angaben sind von den Berichtsunternehmen erstmals für das Jahr 2024 erhoben und ausgewertet worden. Für das Jahr 2024 ist zu erkennen, dass knapp die Hälfte (48,05 %) der Beschäftigten zwischen 30 und 50 Jahren alt sind. Der Anteil der Beschäftigten über 50 Jahren (35,95 %) ist etwas mehr als doppelt so hoch wie der Anteil der Unterdreißigjährigen (15,98 %). Somit spiegelt sich auch in den öffentlichen Unternehmen die in Deutschland und vielen anderen Industrieländern zu beobachtende Alterung der Bevölkerung wider. Insgesamt sollte eine solche Altersstruktur jedoch den wünschenswerten Austausch und eine gegenseitige Inspiration zwischen den verschiedenen Generationen am Arbeitsmarkt ermöglichen.
In die Auswertung sind alle Berichtsunternehmen eingeflossen, die über eigenes Personal verfügen und Daten zur Altersstruktur gemeldet haben. Unberücksichtigte Unternehmen sind neben den bereits oben genannten Asklepios Kliniken Hamburg GmbH und Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hier auch Dataport und ZEBAU Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH. Für diese Unternehmen liegen keine Angaben zur Altersstruktur für das Jahr 2024 vor.
Tarifbindung in den öffentlichen Unternehmen:
Tarifverträge sind ein Garant für gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung. Darüber hinaus tragen sie zu Stabilität und Rechtssicherheit im Arbeitsverhältnis bei. Die Betrachtung der Tarifgebundenheit im Unternehmensportfolio der Hamburger Stadtwirtschaft ist dabei eine weitere Neuerung des Beteiligungsberichts 2024.
Für das Berichtsjahr 2024 besteht bei 55 der 104 Berichtsunternehmen eine Tarifbindung, 25 Berichtsunternehmen unterliegen keiner Tarifbindung. Bei 23 Berichtunternehmen ist kein eigenes Personal beschäftigt. Die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH wird als Minderheitsbeteiligung nicht berücksichtigt.
In den 55 Unternehmen, die einer Tarifbindung unterliegen, sind neben dem TVöD, TV-L und TV-AVH insbesondere Haustarifverträge und Branchen-Tarifverträge einschlägig. Einzelheiten können den jeweiligen Einzeldarstellungen der Unternehmen entnommen werden. 12 Unternehmen haben angegeben, dass bei Ihnen z.B. aufgrund einer niedrigen Beschäftigtenanzahl zwar keine eigenen Tarifverträge gelten, sie jedoch angelehnt an bestehende Tarifverträge vergüten. Bei den verbleibenden 13 Unternehmen handelt es sich überwiegend ebenfalls um kleinere Unternehmen mit einer Beschäftigtenanzahl unter 50. Von einigen werden Wettbewerbsvorteile aufgrund einer flexibleren und marktorientierteren Gehaltsstruktur, die auch über die Vorgaben eines Tarifvertrags hinausgehen kann, als Begründung für die fehlende Tarifbindung genannt.
Betriebliche Mitbestimmung in den öffentlichen Unternehmen
Dank betrieblicher Mitbestimmung können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an betrieblichen Entscheidungen des Unternehmens mitwirken und ihre Interessen vertreten. Sie ist damit ein wichtiger sozialer Baustein im Arbeitsalltag und stellt daher eine folgerichtige Erweiterung des jährlichen Beteiligungsberichts dar.
Bei 53 Berichtsunternehmen sind im Berichtsjahr Mitbestimmungsgremien vorhanden, 27 Berichtsunternehmen haben keine Mitbestimmungsgremien. Bei 23 Berichtunternehmen ist kein eigenes Personal beschäftigt. Die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH wird als Minderheitsbeteiligung nicht berücksichtigt.
In den 53 Unternehmen, in denen Mitbestimmungsgremien vorhanden sind, sind nachfolgende Gremien in folgender Anzahl vertreten:
- Betriebsrat/Personalrat: 45/8
- (Gesamt-)Schwerbehindertenvertretung: 32
- Jugend- und Auszubildendenvertretung: 8
Einzelheiten können den jeweiligen Einzeldarstellungen der Unternehmen entnommen werden. Unternehmen, die über keine Mitbestimmungsgremien verfügen, begründen dies mit einer zu geringen Beschäftigtenanzahl oder der bislang fehlenden Initiative zur Gründung eines Betriebsrates bei ihren Beschäftigten.