Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister: „Die Hamburgerinnen und Hamburger haben entschieden, dass sich die Freie und Hansestadt Hamburg nicht um Olympische und Paralympische Sommerspiele bewerben soll. Das Votum ist für den Senat verbindlich. Ich habe dem Präsidenten des DOSB, Thomas Weikert, sowie dem Vertreter Deutschlands beim IOC, Michael Mronz, soeben mitgeteilt, dass Hamburg seine Olympia-Bewerbung zurückzieht. Viele Bürgerinnen und Bürger, die sich auf die Spiele gefreut haben, sind über das Ergebnis des Referendums enttäuscht. Auch ich bedaure das Votum sehr, bedanke mich aber bei allen, die das Ziel, die Spiele nach Hamburg zu holen, unterstützt haben. Wir wussten aus dem früheren Referendum, dass die Skepsis gegenüber Olympia in Hamburg größer ist als in vielen anderen Städten. Gleichwohl haben wir uns dafür entschieden, weil Olympische und Paralympische Spiele nach den heutigen Bedingungen eine große Chance für alle sind. Sie hätten vielen Entwicklungen Rückenwind gegeben, die wir auch ohne Olympia für unsere Stadt erreichen wollen. Genau das ist jetzt unser Auftrag. Wir werden unsere Ziele in der Stadtentwicklung und die Umsetzung der großen Infrastrukturprojekte, für die wir die Unterstützung der Bundesregierung benötigen, jetzt auch ohne Olympia mit aller Kraft verfolgen. Wir werden vor allem auch eine Active City bleiben, in der Sport und Bewegung einen hohen Stellenwert haben. Der Breiten- und Spitzensport ist in Hamburg fest verankert. Er inspiriert, motiviert und bringt die Menschen zusammen. Wir freuen uns schon jetzt auf die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer und auf die künftigen großen Sportereignisse, an denen wir uns als Austragungsort oder im Public Viewing beteiligen.“
Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin: „Der Ausgang dieses Referendums ist eine herbe Enttäuschung und eine verpasste Chance für unsere Stadt. Die Mehrheit der Menschen in Hamburg hat sich gegen eine Bewerbung für Olympische und Paralympische ausgesprochen und das respektieren wir selbstverständlich. Wir wünschen uns dennoch Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland und werden die Stadt oder Region unterstützen, die vom DOSB nominiert wird. Danken möchte ich den vielen Ehrenamtlichen, den Sportlerinnen und Sportlern und allen, die die Olympia-Kampagne in den vergangenen Wochen unterstützt haben. Als wir uns dazu entschieden haben, die Olympia-Frage zur Abstimmung zu stellen, wussten wir, dass dieses Referendum auch verloren werden kann, das gehört zum Sport und zur Demokratie dazu. Aber unser gemeinsames Verständnis im Senat ist es, dass Politik im Sinne der Stadt nicht bedeuten kann, alle politischen Risiken möglichst zu vermeiden. Wir tun das, was unserer festen Überzeugung nach der Stadt und den Hamburgerinnen und Hamburger am besten dient. Wir sehen beispielsweise an der höchsten Wahlbeteiligung Deutschlands, dass Olympia in Hamburg so stark emotionalisiert wie nirgends sonst. Die Befürchtungen, dass das Geld an anderer Stelle fehlen würde, die Mieten und das Leben in Hamburg teurer würden oder zu viele Baustellen entstünden, treffen zwar in der Sache nicht zu – überwinden konnten wir sie aber in den vergangenen Wochen bei vielen Menschen nicht. Diese Sachentscheidung heute ändert gleichzeitig nichts daran, dass der Rot-Grüne Senat in Hamburg das stabilste Regierungsbündnis in Deutschland ist und bleibt. Wir haben uns in einem sehr ambitionierten Koalitionsvertrag jede Menge Hausaufgaben für die kommenden Jahre aufgegeben. Und an die werden wir uns jetzt auch weiterhin mit vollem Elan gemeinsam machen. Saubere Mobilität, noch mehr Klimaschutz und moderne Sportstätten für alle. Olympia hätte hierfür sehr geholfen - aber natürlich wollen wir möglichst viel davon auch ohne die Spiele umsetzen.“
Andy Grote, Sportsenator: „Unzählige Engagierte quer durch die gesamte Stadtgesellschaft haben leidenschaftlich für Olympische und Paralympische Spiele und für diese große Chance für Hamburg gekämpft. Ihnen gilt mein ausdrücklicher Dank. Über 250.000 Hamburgerinnen und Hamburger haben sich von der Idee für ein Festival der Vielfalt und des Sports im Herzen der Stadt begeistern lassen und eine Bewerbung mit ihrer Stimme unterstützt. Aber am Ende hat es nicht gereicht. Eine Mehrheit hat sich gegen eine Bewerbung Hamburgs entschieden. Das ist Demokratie und das Ergebnis ist zu akzeptieren. Die enorme positive Energie der vergangenen Wochen und Monate wollen wir dennoch nutzen, um wichtige Projekte aus dem Bewerbungskonzept, insbesondere für die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen umzusetzen. Wir werden auch weiterhin mit ganzer Kraft daran arbeiten, den Sport in unserer Stadt zu stärken und damit ein gutes Aufwachsen unserer Kinder und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu fördern.“
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