Senatorin für Gesundheit, Soziales und Integration, Melanie Schlotzhauer, sagte in ihrer Rede in der Gedenkstätte: „In Neuengamme ist Erinnerung allgegenwärtig. Das KZ Neuengamme steht dafür, was Menschen einander antun können, wenn sie ihre Menschlichkeit verlieren. Über 100.000 Menschen waren hier und in den Außenlagern inhaftiert — wurden entrechtet, misshandelt, ermordet. Wir gedenken ihrer Namen, ihrer Geschichten, auch jenen, deren Namen wir nicht mehr kennen. Dieses Gedenken ist Verpflichtung und Mahnung an die Gegenwart zugleich.“
Zum Gedenken am Mahnmal in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme kam Stefanie Soltek, die Nachkommin von Max Albin Neubert. Ihre Rede wurde verlesen. Neubert wurde als Homosexueller im KZ Neuengamme inhaftiert und ermordet.
Anschließend gedachten Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit, und Senatorin Melanie Schlotzhauer am Mahnmal St. Nikolai bei der Zentralen Kranzniederlegung der Opfer der zwei Weltkriege. Gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie den Opferverbänden würdigten die Teilnehmenden die Kriegs- und Gewaltopfer. Aus diesem Anlass sprachen Bürgerschaftspräsidentin Veit und der Vorstandsvorsitzende der Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte, Stefan Romey, Worte des Gedenkens. Fünf junge Menschen unter der Leitung von Roberta Bojang (Absolventin des United Nations Youth Champions for Disarmament Programme) führten im Anschluss eine künstlerische Tanzperformance auf.
Bei der Zentralen Gedenkstunde im Hamburger Michel ermahnte der Vorsitzende des Hamburger Landesverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Farid Müller: „Der Volkstrauertag ist kein Tag der Vergangenheit. Er ist ein Tag des Erinnerns, der Mahnung – und der Verantwortung für die Gegenwart.“
Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit, betonte unsere historische Verantwortung: „Es waren Deutsche, die den Zweiten Weltkrieg verursacht haben, mit mehr als 60 Millionen Toten. Erinnern bedeutet – auch 80 Jahre nach dem Kriegsende – aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Das dürfen wir niemals vergessen. Und deswegen muss es uns wachrütteln: wenn rechte Kräfte historische Tatsachen verdrehen und demokratische Werte infrage stellen.“
Die diesjährige Gedenkrede wurde von dem Journalisten und Musiker Reinhold Beckmann gehalten. „Wir Deutschen, kaum verwunderlich, haben – auch noch rund 80 Jahre später – den Krieg so satt wie kaum ein anderes Volk. Damals waren wir die Aggressoren und Völkermörder. Jetzt könnten wir, so sagen es Experten, selbst zum Opfer eines Angriffs werden.“
Im Anschluss sprach Senatorin Melanie Schlotzhauer das Totengedenken.
Der Volkstrauertag 2025 wurde, wie in den vergangenen Jahren, in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geplant und durchgeführt.
Pressefotos der Gedenkfeiern können abgerufen werden unter: https://public.skyfish.com/p/hhbue/2608277
Bitte verwenden Sie für Bilder aus Neuengamme und der Hauptkirche St. Michaelis den Bildnachweis: Hamburgische Bürgerschaft/Michael Zapf
Bitte verwenden Sie für Bilder vom Mahnmal St. Nikolai: Hamburgische Bürgerschaft/Constanze Schneider
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