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Städtepartnerschaft mit Prag
Primátor Jaroslav Kořán und Bürgermeister Dr. Henning Voscherau schlossen am 19. April 1990 die Vereinbarung über eine Städtepartnerschaft zwischen Prag und Hamburg. Was kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhanges als ein erster Brückenschlag zwischen lang geteilten Regionen begann, hat sich zu einer vitalen Partnerschaft entwickelt. Heute stehen neben der wirtschaftlichen Kooperation Themen wie Bildung, Digitalisierung, Kultur, Nachhaltigkeit, Sport und Stadtentwicklung im Fokus der Schwesternschaft beider Städte.
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Die Stadt Prag
Prag ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik und gleichzeitig mit über 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Prag überzeugt mit äußerer Schönheit, weshalb die UNESCO 1992 den historischen Kern der Stadt an der Moldau zum Weltkulturerbe erklärte. Prag brachte viele berühmte Literaten und Künstler hervor: Franz Kafka oder Rainer Maria Rilke sind nur zwei Beispiele.
Chronik der Städtepartnerschaft
Seit der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsabkommens hat sich die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Prag dynamisch entwickelt und ist zu einer lebendigen Partnerschaft im Geist der europäischen Einigung geworden.
1990: Städtepartnerschaft beschlossen
Als 1990 die Vereinbarung über eine Städtepartnerschaft zwischen Prag und Hamburg geschlossen wurde, hatte eine der großen historischen Umwälzungen des europäischen Kontinents gerade erst begonnen: Die Berliner Mauer war gefallen und nach der jahrzehntelangen politischen, sozialen und kulturellen Zerrissenheit des Kalten Krieges bewegten sich Ost und West endlich wieder aufeinander zu.
Prag und Hamburg war damals bewusst, dass Europa auf der Grundlage eines neuen Geistes der Verständigung wieder zusammenfinden müsse. Beide Städte wollten anknüpfen an historische Beziehungen, die über Jahrhunderte bestanden hatten. Es war ihr Wunsch, einen regionalen und ganz konkreten Beitrag zur Wiedervereinigung Europas zu leisten.
2009: Hamburg-Prager Bildungsabkommen
Am 9. März 2009 unterzeichneten der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg und das Ministerium für Schulwesen, Jugend und Sport der Tschechischen Republik die Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit im Bereich des Schulwesens. Im Mittelpunkt des Abkommens stehen der Austausch von Informationen über die Weiterentwicklung im Bereich der Pädagogik, Didaktik und Methodik sowie der Ausbau individueller Kontakte durch Partnerschulen und Schüleraustausche. Die Umsetzung der Gemeinsamen Erklärung leistet einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung der städtepartnerschaftlichen Beziehungen und der Festigung und Weiterentwicklung der tschechisch-deutschen Freundschaft.
2025: Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft
Das 35. Jubiläum der Städtepartnerschaft Hamburg-Prag 2025 war geprägt durch Konzerte, Ausstellungen, Wirtschaftsveranstaltungen, Vorträge, Filmprojekte und vieles mehr, die in Hamburg und in Prag gefeiert wurden. Höhepunkt war die Partnerschaft Hamburgs anlässlich des Empfangs zum Tag der deutschen Einheit in der Deutschen Botschaft in Prag, an dem u. a. der tschechische Staatspräsident Petr Pavel und der Prager Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda teilnahmen.
Was Hamburg und Prag verbindet
Im Kontext der lebendigen und breit angelegten Städtepartnerschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten so viel geschehen, dass sich feststellen lässt: Die Freundschaft der Schwesterstädte Hamburg und Prag ist eine Erfolgsgeschichte im Prozess der europäischen Einigung nach dem Kalten Krieg. Vereine und bürgerschaftliches Engagement haben Hamburg und Prag in den vergangenen Jahrzehnten zusammenwachsen lassen. Heute ist die Ära der Neuausrichtung und des Wiederaufbaus bereits Erinnerung – eine Erinnerung, die vielen Bürgerinnen und Bürgern Prags wie auch Hamburgs noch sehr gegenwärtig ist.
Die Metropolen verbinden viele gemeinsame Themen. Im Mittelpunkt stehen regelmäßige Delegationsbesuche, wirtschaftliche Kooperationen, Digitalisierung und KI, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit, Kultur und Sport. Auf politischer Ebene werden in der Zusammenarbeit Visionen und Lösungskonzepte entwickelt, die dringende Themen wie u. a. nachhaltige Stadtentwicklung, Digitalisierung oder urbane Mobilität betreffen. Die FLOTTE HAMBURG würdigte Hamburgs „Goldene Schwesternstadt“ 2021 mit der Taufe eines neuen Schiffes auf den Namen „Prag".
Viele Hamburger Unternehmen unterhalten intensive Geschäftsbeziehungen in die tschechische Hauptstadt. Die engen Wirtschaftsbeziehungen reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Prag ist als Logistik-Drehkreuz ein wichtiger Partner für den Hamburger Hafen, weshalb Hamburg Marketing e.V. seit 1990 mit einer Repräsentanz vor Ort vertreten ist.
Kulturelle und wissenschaftliche Verbindungen zwischen den Städten
In der Kultur verbinden Hamburg und Prag Musik-, Film- und Theaterfestivals sowie eine große Ausstellungsvielfalt. In Wissenschaft und Bildung besteht eine enge Kooperation zwischen den Universitäten beider Städte. Bereits 1980 wurde die Partnerschaft zwischen der Universität Hamburg und der ältesten Universität Mitteleuropas, der Prager Karls-Universität, begründet.
"Verbunden durch Elbe und Moldau"
Ronald Sawatzki / Senatskanzlei Hamburg
"Hamburg und Prag sind seit Jahrhunderten eng durch Hafen, Handel, Kultur und Wissenschaft verbunden. Die 1990 geschlossene Partnerschaft zwischen Hamburg und Prag ist eine Erfolgsgeschichte in Sinne der europäischen Einigung"
Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher
Bilder der Städtepartnerschaft
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Flotte Hamburg , Andreas Schmidt-Wiethoff
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Flotte Hamburg , Andreas Schmidt-Wiethoff
Ansprechpartner & Akteure
Senat der Freien und Hansestadt Hamburg – Senatskanzlei
Ob Schulpartnerschaft, Vereinsreise oder Kulturprojekt – die Senatskanzlei unterstützt Bürgerinnen, Bürger und Gruppen bei städtepartnerschaftlichen Vorhaben. Ihre Ansprechpartnerin hilft Ihnen gern weiter.
Die Freie und Hansestadt Hamburg wird in Prag durch Ursula Schulz vertreten. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Vermittlung und Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und Prag. Mehr zu den Ambassadors
Hafen Hamburg Marketing e.V.
Repräsentanz Prag Prvního pluku 8a/621 186 00 Praha 8 Tschechische Republik +42 (0) 224 891 300 E-Mail: prague@hafen-hamburg.de
Repräsentanz des Hamburger Hafens in Prag. Damit knüpft die Hansestadt direkt an die traditionellen Kontakte in der Region an, die bis zurück in die Zeit Karls IV. reichen. In Prag bildet sie eine kompetente Anlaufstelle für den Außenhandel.
Universität Hamburg
Die Hochschulpartnerschaft zwischen der Universität Hamburg und der 1348 gegründeten Karls-Universität besteht seit 1980. Im Universitätsvertrag werden turnusgemäß zu erstellende Arbeitsprogramme vereinbart, um eine aktuelle fachbezogene Kooperation zu gewährleisten.
CineGraph: Hamburgisches Centrum für Filmforschung e.V.
Schillerstraße 43 22767 Hamburg
CineGraph widmet sich dem deutschsprachigen Film im europäischen und transatlantischen Kontext und arbeitet eng mit dem Národní Filmový Archiv in Prag zusammen.
Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen
Die KZ-Gedenkstätte Neuengammeerinnert mit Ausstellungen und Veranstaltungen an mehr als 100.000 Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges Häftlinge des KZ Neuengamme waren. Unter ihnen waren ca. 1.600 tschechoslowakische Häftlinge.
Goethe-Gesellschaft Hamburg e.V.
Die 1924 gegründete Hamburger Goethe-Gesellschaft e.V. pflegt seit 1999 den intensiven Austausch mit der tschechischen Goethe-Gesellschaft in Prag. Darüber hinaus bestehen seit 2011 enge Beziehungen zum „Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren“.
Glasgalerie Stölting
Eliska und Tom Stöltings Glasgalerie stellt bereits seit 1988 zeitgenössische tschechische Glaskunst aus und bietet Künstlern eine international beachtete Plattform
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfondsist ein konkretes Ergebnis der Deutsch-Tschechischen Erklärung vom 21. Januar 1997. Auftrag des Zukunftsfonds ist es, auf vielfältige Weise die Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen zu fördern, die Zahl der beidseitigen Begegnungen zu erhöhen und die Formen der Zusammenarbeit durch die Unterstützung von gemeinsamen Projekten zu erweitern.
Städtepartnerschaftserklärung
Vereinbarung über die Städtepartnerschaft zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und der Hauptstadt Prag in der Tschechoslowakischen Bundesrepublik vom 19. April 1990.
Die Freie und Hansestadt Hamburg und die Hauptstadt Prag vereinbaren entsprechend den Beschlüssen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und des Rates der Hauptstadt Prag eine Städtepartnerschaft.
Beide Städte, verbunden durch Elbe und Moldau, wollen mit dieser Vereinbarung an ihre traditionell guten Beziehungen anknüpfen und sie auf breiter Basis pflegen und ausweiten.
Im Streben nach gutnachbarlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechoslowakischen Bundesrepublik unterstützen Hamburg und Prag alle Aktivitäten zur Förderung der gemeinsamen Region der Elbe.
Die Freie und Hansestadt Hamburg und die Hauptstadt Prag sind zu enger Zusammenarbeit in Fragen bürgernaher Führung und Verwaltung moderner Großstädte auf den Gebieten Infrastruktur der Ver- und Entsorgung, Städtebau, Architektur und Denkmalpflege, Umweltschutz, Gesundheits- und Sozialwesen bereit. Sie wollen zugleich Zusammenarbeit und Austausch in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Kultur in vielfältigen Formen erweitern.
Unterzeichnet am 19. April 1990 von Hamburgs Erstem Bürgermeister Henning Voscherau und Prags Primator Jaroslav Korán in Hamburg.