Roter chinesischer Fächer

China

Zwischen Hamburg und China besteht eine seit Jahrzehnten gewachsene Partnerschaft, die alle Lebensbereiche umfasst.

China in Hamburg

Hamburg ist für China das Tor zu Europa, und seit 1986 mit Shanghai durch eine Städtepartnerschaft eng verbunden. Dies ermöglicht Austausch und Kooperation auf zahlreichen Ebenen. Mit der Veranstaltungsreihe CHINA TIME wurde ein Forum geschaffen, mit dem alle zwei Jahre der Blick der Öffentlichkeit auf die Wachstumsregion China gelenkt und der Reichtum der Verbindungen zwischen Hamburg und China gefeiert wird.

Geschichte

Seit 1920 bestand ein Matrosenclub, aus dem 1929 der bis heute bestehende Chinesische Verein Hamburg hervorging. Auf St. Pauli gab es ein chinesisches Viertel, wo sich zumeist ehemalige Seeleute niedergelassen hatten.

Vor und während des Dritten Reichs gab es rassistische Diskriminierung gegen Chinesen und viele wurden verfolgt, interniert oder ausgewiesen. Als Konsequenz verschwand das chinesische Viertel von St. Pauli.

Nur wenige der überlebenden Chinesen kehrten nach Hamburg zurück. 1962 wurde das chinesische Seemannsheim „Im Winkel“ in Eppendorf gegründet. Hier finden chinesische Seeleute neben Unterkunft und Verpflegung auch eine Möglichkeit zum Austausch sowie Unterstützung bei Behördengängen und Deutschkurse.

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof wurde für den Chinesischen Verein ein chinesischer Friedhof eingerichtet, der weiterhin von den Mitgliedern gepflegt wird.

Heute leben rund 10.000 Menschen chinesischer Abstammung in der Metropolregion.

Politik und Wirtschaft

Bereits seit 1972 wird China von einem Generalkonsulat in Hamburg vertreten. Das Herzstück dieser Verbindung bildet die Städtepartnerschaft mit der chinesischen Hafenmetropole Shanghai, wo die Hansestadt seit 1986 vom Hamburg Liaison Office (HLO) vertreten wird. Als offizielle Vertretung Hamburgs fördert das Office die Wirtschaftskontakte von Hamburger Unternehmen vor Ort und pflegt die vielfältigen Verbindungen beider Partnerstädte. 

Durch den Hamburger Hafen und die zahlreichen Handelsverbindungen ist die Hansestadt mit China wirtschaftlich eng verbunden. Mehr als die Hälfte des deutschen Außenhandels mit der Volksrepublik China wird heute über den Hamburger Hafen abgewickelt. Über 500 chinesische Unternehmen sind in Hamburg vertreten und nutzen die Metropole als europäische Drehscheibe für ihre Dienstleistungen und den Export ihrer Waren nach ganz Europa. Hamburger Unternehmen treiben Handel mit China und steuern von hier aus ihre europaweiten China-Im- und Exporte.

Bildung und Forschung

An vielen Schulen in Hamburg kann man Chinesisch lernen und es gibt vier private chinesische Sonntagsschulen, in denen deutsche und chinesische Kinder, Jugendliche und Familien an Wochenenden Einblicke in die chinesische Geschichte, Sprache und Kultur erhalten. Am Schüleraustausch mit der Partnerstadt Shanghai haben bereits zahlreiche Hamburger Schülerinnen und Schüler teilgenommen.

Die 1909 gegründete Fakultät für Sprache und Kultur Chinas gilt als Wiege der Sinologie in Deutschland und ist heute Teil des Asien-Afrika-Instituts (AAI) der Universität Hamburg. Auch das Institut für Asien-Studien (IAS) befasst sich als bundesweites Asien-Kompetenzzentrum in Forschung und Politikberatung seit 1956 mit China. Es ist das älteste der unter dem Dach des German Institute of Global and Area Studies (GIGA) zusammengeschlossenen Regionalinstitute. Aktuelle Forschungsergebnisse über die chinesische Kultur vermittelt auch die Hamburger Sinologische Gesellschaft e. V. (HSG) einem breiten Publikum. Seit 2007 besteht zudem das Konfuzius-Institut an der Universität Hamburg (KIHH). Es widmet sich der Vermittlung der chinesischen Sprache und Kultur sowie der Förderung des fachlichen Austauschs und des interkulturellen Dialogs zwischen Deutschland und China.

Kunst und Kultur

Die Jahrtausende alte chinesische Kultur fasziniert Europäer schon seit jeher. Traditionen erleben in der Phase des rasanten Wachstums eine Renaissance: Kunst, Musik und Literatur, aber auch die alten Lehren und Weisheiten des Konfuzianismus und Daoismus prägen bis heute das Denken und Fühlen der Menschen. Gleichzeitig entwickeln sich in der zeitgenössischen Kunst und Kultur – begünstigt von Öffnung und Globalisierung –neue Szenen, die sich auf ganz eigene Art mit der veränderten chinesischen Gesellschaft befassen.

Im Mittelpunkt des kulturellen Austausches stehen die menschlichen Begegnungen, die durch eine ganze Reihe von Institutionen in Hamburg ermöglicht werden, beispielsweise die Chinesisch-Deutsche Gesellschaft (CHDG) und die Hamburger China-Gesellschaft (HCG). Kulturelle Begegnungsfelder und Schnittstellen gibt es auf allen Ebenen. Museen, Ausstellungen, Konzerte und Diskussionsrunden laden die China-interessierten Hamburgerinnen und Hamburger das ganze Jahr über zum Austausch ein.

Akteure China

Chinesisches Flair vor dem Rathaus
Ulrike Schmidt

Akteure China

Hier finden Sie einen Überblick über wichtige Institutionen und Einrichtungen, die sich für China engagieren.