Verstärkt, vernetzt und präsent

Sozialbehörde veröffentlicht Neukonzeption der Straßensozialarbeit

04. Juni 2025 Pressemitteilung

Die Sozialbehörde hat am heutigen Mittwoch, 4. Juni 2025, eine Neukonzeption der Straßensozialarbeit und flankierender Hilfen für obdachlose Menschen veröffentlicht. Die Straßensozialarbeit in Hamburg soll strukturell und qualitativ so weiterentwickelt werden, dass Hilfsbedürftige wirksamer erreicht werden und einen schnelleren Zugang zum Hilfe- und Regelsystem erhalten. Ziel ist es, durch eine bessere Vernetzung und Koordinierung der Angebote mehr Menschen von der Straße zu holen.

  • Sozialbehörde

Zentrale Eckpunkte sind:

  • Die Straßensozialarbeit wird personell gestärkt.
  • Die präventive Arbeit zur Vermeidung von verfestigter Obdachlosigkeit steht im Mittelpunkt.
  • Eine aktivierende Ansprache von obdachlosen Menschen hat das Ziel, Hilfeprozesse einzuleiten und beharrlich nachzuverfolgen.
  • Neue koordinierende Stellen für die Belange obdachloser Menschen werden eingerichtet.
  • Die Träger der Straßensozialarbeit kooperieren verbindlich mit allen beteiligten staatlichen und nicht-staatlichen Stellen.
  • Eine gemeinsame Fallsteuerung und Dokumentation der Arbeit ermöglicht eine verbesserte Hilfe im Einzelfall.

Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer: „Die Lebenslage obdachloser Menschen zu verbessern und Stadtteile zu entlasten – das sind zentrale Ziele unserer sozialpolitischen Hilfen. Wir finden uns nicht mit der Verfestigung von Obdachlosigkeit ab. Zukünftig werden wir mit einem stärker aufsuchenden, aktivierenden und beharrlichen Ansatz in der Straßensozialarbeit in unserer Stadt arbeiten. Menschen, die auf der Straße leben, werden wir so wirksamer ansprechen und schneller in Hilfs- und Beratungsangebote vermitteln. Dafür stärken wir die Straßensozialarbeit auch finanziell.“

Die Neukonzeption stellt neue Anforderungen an die Straßensozialarbeit. Oberstes Ziel ist dabei, verfestige Obdachlosigkeit zu verhindern oder zu beenden. Flankierende Hilfen sollen den Betroffenen neue Perspektiven aufzeigen. Die Strukturen der Straßensozialarbeit und der Sucht- und Obdachlosenhilfe werden stärker verzahnt. Zudem sollen Straßensozialarbeit und Ordnungs- und vergleichbare Kräfte stärker zusammenwirken, um die Akzeptanz in den Stadtteilen und Quartieren nicht zu verlieren.

Einige Maßnahmen sind bereits umgesetzt worden, um zielgerichtet zu helfen und den Hauptbahnhof und umliegende Stadtteile zu entlasten: die Einrichtung einer Koordinierungsstelle Social HUB Hauptbahnhof (April 2024), die Einrichtung einer Pflegeeinrichtung am Garstedter Weg für besonders vulnerable obdachlose Menschen (April 2024), die Inbetriebnahme der Fettschen Villa zum Übergangswohnen (Juli 2024) und der Start des Streetwork-Mobils (Januar 2025).

Weiterhin sind zunächst die finanzielle und personelle Stärkung der Straßensozialarbeit, die Errichtung eines Fachkräftepools sowie die Entwicklung eines einheitlichen Berichtswesens in Planung. Die weiteren Maßnahmen zur Stärkung der Straßensozialarbeit in Hamburg bedürfen einer Vorplanung und Prüfung und werden von der Sozialbehörde in enger Abstimmung mit anderen Behörden, Bezirksämtern und Trägern der Straßensozialarbeit sukzessive umgesetzt.

Das Konzept wird bei Bedarf fortgeschrieben und an aktuelle sozialpolitische Entwicklungen angepasst. Ebenso werden die Maßnahmen regelhaft überprüft. In die weitere Entwicklung fließen auch die Erfahrungen anderer Großstädte wie Wien, Zürich und Berlin mit ein. Voraussichtlich Anfang des 3. Quartals werden die quantitativen und qualitativen Rahmenbedingungen der Straßensozialarbeit im Rahmen einer Förderrichtlinie ausgeschrieben, die dann zum 1. Januar 2026 in Kraft treten soll.

Hintergrund
Die Zahl der obdachlosen Menschen ist in den vergangenen Jahren auch in Hamburg angestiegen. Eine bundesweit durchgeführte Erhebung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gibt für Hamburg die Zahl der obdachlosen Menschen mit 3.800 an.

Dabei ist Hamburg mit Hilfesystemen für obdachlose Menschen sehr gut aufgestellt. Niedrigschwellige Angebote und weitere Anschlusshilfen sind in den vergangenen Jahren stark ausgebaut worden. Die Neukonzeption der Straßensozialarbeit ist als weiterer Teil von bereits begonnenen Maßnahmenpaketen im Bereich der Obdachlosenhilfe zu verstehen. Sie fügt sich damit in die Schwerpunkte zur Straßensozialarbeit im Hamburgischen Koalitionsvertrag ein.

Rückfragen der Medien
Sozialbehörde
Pressestelle
Telefon: 040 42863 2889
E-Mail: pressestelle@soziales.hamburg.de 
Internet: www.hamburg.de/sozialbehoerde

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Lebenslagenverändernde Perspektiven der Straßensozialarbeit und flankierende Hilfen für obdachlose Menschen in Hamburg

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