Seniorinnen und Senioren

Hamburger Hausbesuch wird wieder aufgenommen

16. Juli 2021 Pressemitteilung

Alle 80-Jährigen haben mittlerweile ein Impfangebot erhalten, die Impfquote ist sehr hoch und die Infektionszahlen niedrig. Damit kann ein besonderes Angebot für Hamburgs Seniorinnen und Senioren nun wieder aufgenommen werden. Bei einem Hausbesuch erhalten sie im persönlichen Rahmen individuelle Informationen und Beratung zu altersbezogenen Themen.

  • Sozialbehörde
Senioren im Beratungsgespräch.
Modell-Foto: Colourbox.de

Wer in Hamburg 80 Jahre alt wird, erhält ein Gratulationsschreiben mit einem Terminangebot für einen Hausbesuch. Wer das Angebot annimmt, erhält einen selbstverständlich kostenlosen Hausbesuch durch eine geschulte Honorarkraft. Diese freiwillige Möglichkeit dient dazu, Hilfebedarfe rechtzeitig zu erkennen. Die Jubilarinnen und Jubilare können so bei Bedarf unmittelbar über geeignete Unterstützungsmöglichkeiten oder andere zielgruppenspezifische Angebote informiert werden.

Die Themen, die während des Hamburger Hausbesuchs angesprochen werden können, sind vielfältig und individuell unterschiedlich: von der gesundheitlichen Situation, Ernährung und Bewegung über die gesellschaftliche Einbindung und soziale Kontakte, die Wohnsituation, speziell unter Berücksichtigung von Barrierefreiheit und hauswirtschaftlicher Hilfen, bis hin zu Unterstützungs- und Pflegebedarfen, die sich möglicherweise abzeichnen.

Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Ich freue mich, dass wir nun mit gutem Gewissen die Hausbesuche wieder aufnehmen können. Viele 80-Jährige in Hamburg sind noch fit und unternehmungslustig, andere brauchen etwas mehr Unterstützung. In welcher Situation man sich auch befindet: Es ist immer ratsam, darum zu wissen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es im Falle des Falles gibt. Wir wollen auch im hohen Alter ein gesundes und aktives Leben in Hamburg möglich machen, und der Hausbesuch ist dafür ein tolles Angebot.“

Während der Pandemielage mussten die Hausbesuche aus Gründen des Infektionsschutzes eingestellt werden. Ab Mitte Juli werden sie nun wieder aufgenommen. Um dennoch weiterhin alle Beteiligten in der Besuchssituation zu schützen, wurde ein striktes Hygienekonzept erarbeitet, welches neben der strikten Einhaltung der AHA+L-Regeln unter anderem vorsieht, dass zunächst nur Geimpfte oder Genesene besucht werden.

Während der vergangenen Monate wurde ein telefonisches Angebot aufrechterhalten. Die Seniorinnen und Senioren konnten sich auch entscheiden, sich auf eine Warteliste für einen späteren Hausbesuch eintragen zu lassen. Die Fachstelle Hamburger Hausbesuch wird nun zunächst denjenigen Personen einen Terminvorschlag machen, die auf dieser Warteliste stehen. Im kommenden Monat werden dann wieder Gratulationsschreiben zu den aktuellen Geburtstagen versendet.

Hintergrundinformation: Der Hamburger Hausbesuch

Hamburgs 80-Jährige erhalten zum runden Geburtstag Post. Die Fachstelle Hamburger Hausbesuch am Albertinen-Haus macht darin einen konkreten Terminvorschlag. Wird der Hausbesuch nicht gewünscht, kann der Besuch seitens der Angeschriebenen telefonisch, schriftlich oder per Mail abgesagt oder auch verschoben werden. Auch die Möglichkeit eines telefonischen Informationsgespräches besteht auf Wunsch weiterhin.

Durch den Hausbesuch und die Beratung kann auch der Vereinsamung vorgebeugt werden. Es handelt sich ausdrücklich nicht um einen Besuchsdienst. Auch die professionelle Beratung durch bestehende Einrichtungen, kann und soll dadurch nicht ersetzt werden. Kompetente Anlaufstellen für weiterführende Bedarfe sind zum Beispiel die Hamburger Pflegestützpunkte.

Der Hamburger Hausbesuch ist im Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Hamburg, dem Hamburgischen Gesundheitsdienstleistungsgesetz, geregelt. Nach erfolgreicher Erprobung seit Ende 2018 in den Bezirken Harburg und Eimsbüttel wurde der Hausbesuch Anfang 2020 auf ganz Hamburg ausgeweitet. Das Angebot steht auch jüngeren oder älteren Seniorinnen und Senioren offen, wenn sie diesen anfordern.

Etliche Tausend Hamburgerinnen und Hamburger profitieren von dem Angebot: Im Jahr 2021 werden 15.412 Hamburgerinnen und Hamburger 80 Jahre alt (2020: 16.241).

Trotz der Corona-bedingten Einschränkungen fanden nach der Ausweitung des Angebots auf alle Hamburger Bezirke im Zeitraum Dezember 2019 – Januar 2021 insgesamt rund 3.100 Hausbesuche statt. Darüber hinaus wurden zwischen April 2020 und Juni 2021 rund 130 telefonische Informationsgespräche im Rahmen des Hamburger Hausbesuchs durchgeführt.

Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der Fachstelle finden Sie unter www.hamburg.de/hamburger-hausbesuch.

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