Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer: „Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Lebenswelten leben, lernen und arbeiten in unserer Stadt zusammen. Diese Vielfalt macht Hamburg stark, und sie verändert Hamburg. Integration gelingt, wenn von Anfang an die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, etwa durch frühzeitigen Zugang zu Bildungsangeboten, Spracherwerb, Zugang zu Arbeit, gesellschaftliche Teilhabe und Miteinander. Der Senat schafft mit einer Vielzahl von Angeboten, Maßnahmen und Förderungen die Voraussetzungen und macht mit dem Integrationskonzept den Erfolg von Integration messbar. Das Konzept zeigt aber auch, welche Erwartungen der Senat an die Zugewanderten hat.“
Staatsrätin Funda Gür: „Hamburg bleibt auf Integrationskurs: Das Integrationskonzept zeigt Fortschritte in Bildung, Sprache, Arbeit und Einbürgerung. Integration ist eine gesamtstädtische Aufgabe. Menschen mit Migrationshintergrund prägen Hamburg mit ihrer Kultur, ihrer Arbeitskraft und ihrem Engagement für unsere Stadt. Dabei wird Multikulturalität zu oft als Herausforderung negativ konnotiert. Sie ist vielmehr eine Chance – als Stärke und als Motor einer offenen, modernen Gesellschaft.“
Das Integrationskonzept verfolgt einen dynamischen Ansatz und wird, wo nötig, immer wieder angepasst. Anhand von etwa 140 Indikatoren und zugehörigen Zielwerten misst es, wie gut Integration gelingt und wo Verbesserungsbedarf besteht. Der nun vorgestellte Berichtszeitraum 2024 war geprägt von den Auswirkungen einer insgesamt weiterhin hohen Zuwanderung von Asyl- und Schutzsuchenden. Die Ergebnisse lassen sich an den Zielwerten für 2024 messen, die im Jahr 2020 festgelegt wurden und deren Erreichungsgrad wesentlich durch die Folgen der Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine geprägt waren. Dabei wurden einige Zielwerte erreicht und teils übertroffen, andere wiederum nicht.
Integration ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Fachbehörden in Hamburg betrifft. Das Konzept richtet sich sowohl an die zugewanderten Menschen als auch die aufnehmende Gesellschaft. Denn Integration kann nur durch die Einbindung aller Akteure gelingen – die Behörden, Unternehmen, Wohlfahrtsverbände, die Zivilgesellschaft und die Zugewanderten selbst. Integration bildet die Grundlage für Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit in Hamburg mit dem klaren Ziel einer chancengerechten Teilhabe in allen Lebensbereichen.
Sprache ist der Schlüssel zu Teilhabe und Integration. Bei der Migrationsberatung und Sprachförderung hat Hamburg das Angebot des Bundes temporär ergänzt, um Menschen frühzeitig zu befähigen, ihren Alltag eigenständig zu gestalten und so erste Schritte hin zu einer nachhaltigen Integration zu ermöglichen. Dabei bleibt die Nachfrage bei bestimmten Kursarten hoch. Bei den Integrationskursen erhöhte sich die Zahl der Teilnehmenden von 3.516 im Jahr 2020 auf 10.490 in 2024. Die Anzahl der Integrationskurse stieg von 251 in 2020 auf 659 in 2024, was auf die hohen Zuwanderungszahlen in den vergangenen Jahren zurückzuführen ist. Eine große Steigerung gab es auch bei den berufsbezogenen Sprachförderprogrammen des Bundes von 5.874 Teilnehmenden in 2020 auf 9.076 in 2024.
Seit Anfang 2025 hat der Bund allerdings eine Reihe von Berufssprachkursen temporär ausgesetzt. Das führt in der Praxis zum Teil zu fehlenden Anschlüssen an die absolvierten Integrationskurse. Hamburg appelliert deshalb gemeinsam mit anderen Ländern an den Bund, zeitnah Perspektiven zu schaffen und eine angemessene und bedarfsgerechte finanzielle Ausstattung der Berufs-Sprachförderung sicherzustellen.
Frühe Bildung von der Kita bis zur Schule ist entscheidend, damit junge Zugewanderte eine stabile Perspektive erhalten. Wichtiger Bestandteil sind die Elternlotsenprojekte in Kitas, mit denen 2024 4.042 Familien erreicht wurden. Seit 2023 gewährt Hamburg Eltern von Kindern aus öffentlich-rechtlichen Wohnunterkünften einen sehr vereinfachten Zugang zum achtstündigen Kita-Gutschein. Auch die Kita-Plus-Kitas tragen dazu bei, Integration von Anfang an zu ermöglichen: 2024 wurden in 392 Einrichtungen 2.098 Flüchtlingskinder betreut.
2024 lag die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die die Schule mit einem Abschluss verlassen, bei 91 Prozent. 50,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit ausgeprägtem Sprachförderbedarf benötigten im Berichtsjahr 2024 nach einem Jahr keine additive Sprachförderung mehr. Damit wurde der Zielwert von 50 Prozent erstmals leicht überschritten. Die Zahl der IVK-Klassen konnte wegen rückläufiger Zuzugszahlen von 166 in 2023 auf 154 in 2024 leicht reduziert werden. Die Ausbildungsbeteiligungsquote von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Hamburger Berufsschulen stieg von 20 Prozent in 2020 auf immerhin 29,5 Prozent in 2024.
Arbeit ist der stärkste Integrationsmotor. Eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration zugewanderter Menschen bietet dabei nicht nur die Chance, die gesellschaftliche Debatte um Migration zu versachlichen, sondern ist auch Beleg für gelungene Integration. Bei der Beschäftigungsquote der Zugewanderten aus den acht Hauptherkunftsländern lag in Hamburg 2024 mit 51,1 Prozent bundesweit auf Platz 1. Mit 62,3 Prozent waren in Hamburg im November 2024 insgesamt weit mehr Asyl- und Schutzsuchende auf Fachkraft-, Spezialisten- und Expertenniveau tätig als im Bundesdurchschnitt, der bei 52,5 Prozent lag.
Integration gelingt nur gemeinsam, im Quartier, in der Nachbarschaft, im Alltag. Im Bereich „Zusammenleben im Quartier“ zeigen 283 interkulturelle Veranstaltungen in den Hamburger Bezirken im Jahr 2024, dass Hamburg Vielfalt lebt. Gleichzeitig fördern die Fachbehörden gezielt Engagement und die interkulturelle Öffnung – etwa von Vereinsstrukturen im Sport. Über das persönliche Engagement in den Bezirken, Communities und von Migrantenorganisationen bis hin zur Arbeit der bezirklichen Gremien und des Landes-Integrationsbeirats, der den Hamburger Senat in Integrationsfragen berät, zeigt sich eine große Bereitschaft, die Hamburger Stadtgesellschaft aktiv mitzugestalten.
Fast 20.000 Anträge auf Einbürgerung und fast 9.600 neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Jahr 2024 zeigen den großen Wunsch vieler Zugewanderter nach Zugehörigkeit und sind ein starkes Zeichen dafür, dass Integration in Hamburg funktioniert. Dies zeigt sich auch in der Verwaltungslandschaft, denn mehr als 20 Prozent der Mitarbeitenden der Freien und Hansestadt Hamburg haben einen Migrationshintergrund. Unter den Auszubildenden und Studierenden ist es sogar fast ein Viertel. Dabei steht Hamburg für Offenheit, für Chancen und für Heimat. Wer hier lebt, soll auch dazugehören – mit gleichen Rechten und Pflichten.
Weitere Informationen zum Hamburger Integrationskonzept gibt es im Internet: Hamburger Integrationskonzept 2017 - hamburg.de.
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