Pilotprojekt NotfallPalli startet im Mai

Palliativversorgung im häuslichen Umfeld statt im Krankenhaus

04. Mai 2026 Pressemitteilung

Viele ältere oder schwerstkranke Menschen wünschen sich, zu Hause beziehungsweise im gewohnten Umfeld zu sterben. Tatsächlich verstirbt jedoch nahezu die Hälfte aller Menschen in Deutschland im Krankenhaus. Denn vor allem in Notfallsituationen im eigenen Zuhause oder in stationären Pflegeeinrichtungen kommt es immer wieder zu Krankenhausaufnahmen, die medizinisch in dieser Situation gar nicht sinnvoll sind beziehungsweise die von den Betroffenen gar nicht gewollt sind. Hier setzt das Pilotprojekt NotfallPalli an, das am 1. Mai startet: Es umfasst eine bedarfsgerechte, ambulante Notfall-Palliativversorgung im häuslichen Umfeld oder in Pflegeeinrichtungen, die es schwerstkranken Menschen ermöglicht, ihre letzte Lebensphase selbstbestimmt und in vertrauter Umgebung zu verbringen. Unnötige Krankenhausaufenthalte sollen vermieden werden.

  • Sozialbehörde

Ein NotfallPalli-Team besteht aus speziell qualifizierten Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachkräften mit palliativmedizinischer Erfahrung. Es kann vom Kassenärztlichen Notfalldienst, dem Rettungsdienst oder der Feuerwehr oder über stationäre Palliativdienste der teilnehmenden Krankenhaus-Notaufnahmen angefordert werden, wenn bei einem Patienten oder einer Patientin eine Krankenhauseinweisung nicht gewünscht oder medizinisch nicht indiziert ist. Das NotfallPalli-Team übernimmt dann die Versorgung der Betroffenen vor Ort. Innerhalb von bis zu 72 Stunden wird entschieden, ob eine weitere Versorgung zu Hause möglich ist, der Hausarzt oder die Hausärztin die Versorgung übernehmen kann, eine ambulante Palliativversorgung angebunden wird, eine Hospizaufnahme oder Verlegung auf eine Palliativstation sinnvoll ist oder in Ausnahmefällen doch eine Krankenhauseinweisung erforderlich wird.

Derzeit besteht kein finanziertes Versorgungsmodell für Menschen in palliativen Notfall-Situationen, das eine kurzfristige qualifizierte Versorgung im häuslichen Umfeld oder in einer stationären Pflegeeinrichtung ermöglicht. Für das Angebot haben sich zahlreichende Versorgende aus der Palliativversorgung und Hospizarbeit sowie verschiedene Institutionen und Träger in Hamburg zusammengeschlossen. Getragen und finanziell unterstützt wird das Pilotprojekt vom Verein PalliativQuartier Hamburg e. V.. Das Angebot steht während der Pilotphase vom 1. Mai 2026 bis zum 28. Februar 2027 rund um die Uhr zur Verfügung. Die Projektleitung hat die Goldbach PalliativPflegeTeam GmbH (Sven Goldbach) und die Universitätsprofessur für Palliativmedizin am UKE (Prof. Dr. Karin Oechsle). An der Entwicklung und Durchführung des Projektes aktiv beteiligt sind:

 

  • die Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) PalliativPartner Hamburg, Pontis Palliative Care und Palliativ Care Team Alster
  • die Ambulanten Hospizdienste Hamburger Hospiz e. V., Elbdiakonie e. V. und Hospizverein Hamburger Süden
  • die palliativmedizinischen Abteilungen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), der Asklepios Klinik St. Georg und des Asklepios Klinikums Harburg
  • die Hamburger Sozialbehörde
  • die Hamburger Feuerwehr, inkl. Notfall-Seelsorge
  • die Hamburger Notärztinnen und Notärzte, inkl. der leitenden Notärzte der Kliniken für Anästhesiologie am UKE und AK Harburg
  • der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hamburg e. V.
  • die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg.

 

Die beteiligten Institutionen entwickeln gemeinsam standardisierte Abläufe, Austauschformate und Qualitätssicherungsinstrumente.

Wissenschaftlich begleitet wird das Pilotprojekt durch die Palliativmedizin in Kooperation mit den Instituten für Biometrie und Allgemeinmedizin des UKE. Ziel ist es, den konkreten Bedarf an einer Notfall-Palliativversorgung in Hamburg zu ermitteln, die Versorgungsqualität, Prozesse und Wirtschaftlichkeit der Notfall-Palliativversorgung systematisch zu evaluieren und eine belastbare Datengrundlage für eine mögliche zukünftige Entwicklung gegenfinanzierter Versorgungsmodelle zur Notfall-Palliativversorgung für Hamburg und ganz Deutschland zu schaffen.

 

Rückfragen der Medien

Sozialbehörde
Pressestelle
Telefon: 040 42863 2889
E-Mail: pressestelle@soziales.hamburg.de 
Internet: www.hamburg.de/sozialbehoerde

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Unternehmenskommunikation
Telefon: 040 7410 56061
E-Mail: presse@uke.de
Internet: www.uke.de

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