Umsetzung des Landespsychiatrieplans

Spezielles Angebot für wohnungslose psychisch erkrankte Männer eröffnet in Hamburg-Stellingen

30. Juli 2026 Pressemitteilung

In Hamburg-Stellingen finden wohnungslose, öffentlich-rechtlich untergebrachte Männer mit psychischen Erkrankungen künftig ein spezialisiertes Unterbringungsangebot. Nachdem bereits Ende 2025 in Hamburg-Bahrenfeld ein vergleichbares Angebot für Frauen in öffentlich-rechtlicher Unterbringung geschaffen wurde, wird das städtische Sozialunternehmen Fördern & Wohnen (F&W) AöR im Auftrag der Sozialbehörde am 1. August 2026 in Hamburg-Stellingen einen Standort für psychisch erkrankte Männer eröffnen. Die Unterkunft im Bornmoor bietet Platz für bis zu 46 Bewohner mit psychosozialem Unterstützungsbedarf, die bereits öffentlich-rechtlich untergebracht sind. Sie vereint die Unterbringung der Wohnungslosen mit sozialpädagogischer Betreuung sowie fachärztlicher Versorgung unter einem Dach.

  • Sozialbehörde

Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer: „Wer wohnungslos ist und zugleich an einer psychischen Erkrankung leidet, braucht besondere Unterstützung. Mit dem neuen Standort für Männer setzen wir einen weiteren wichtigen Baustein des Landespsychiatrieplans um. Nach dem Start des Angebots für Frauen schaffen wir nun auch für Männer einen Ort, an dem Wohnen, psychiatrische Behandlung und sozialpädagogische Begleitung Hand in Hand gehen. Unser Ziel ist es, die Bewohner zu stabilisieren und sie Schritt für Schritt wieder an die regulären Versorgungsangebote anzubinden. Weg von der Straße eröffnen wir ihnen so neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben.“

Dr. Arne Nilsson, Geschäftsführer von Fördern & Wohnen: „Unser erfahrenes Team ist fachlich bestens aufgestellt, um wohnungslose Männer mit besonderem Bedarf so zu begleiten, dass sie ihre Lage verbessern können. Mit Fachärzten arbeiten wir dabei Hand in Hand, direkt vor Ort. Wir sind froh, Menschen damit neue Chancen eröffnen zu können.“

John Afful, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg: „Als Kassenärztliche Vereinigung Hamburg ist es unser Ziel, eine bedarfsgerechte ambulante medizinische Versorgung für alle Versicherten sicherzustellen – auch für besonders vulnerable Patientengruppen. Deshalb bringen wir unsere Expertise über Versorgung in dieses Modellprojekt ein und schaffen psychiatrische Versorgung dort, wo sie dringend gebraucht wird.“

Ralf Baade, stellvertretender Leiter der Landesvertretung Hamburg des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek), für die gesetzlichen Krankenkassen in Hamburg: „Mit diesem Angebot gehen wir neue Wege in der Unterstützung wohnungsloser Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen soll eine passgenaue Hilfe ermöglichen, die Betroffene gesundheitlich stabilisieren und ihnen den Weg in eine eigene Wohnperspektive eröffnen kann.“

Für das spezialisierte Angebot wurde die bestehende öffentlich-rechtliche Unterbringung am Standort in den vergangenen Monaten konzeptionell weiterentwickelt. Das Angebot für Männer befindet sich in einem baulich getrennten Gebäudeteil eines bereits für wohnungslose Männer genutzten Standorts. Mindestens zweimal wöchentlich berät, begleitet und behandelt ein Facharzt für Psychiatrie die Bewohner. Sechs sozialarbeitende Vollzeitkräfte und eine Hauswirtschaftskraft, begleiten die Bewohner individuell und unterstützen bei der Entwicklung und Umsetzung von Hilfeplänen in enger Zusammenarbeit mit dem Facharzt. Auch bei Terminen mit Ärzten, Behörden oder Beratungsstellen erfolgt eine Begleitung durch Sozialarbeitende. Neben der psychischen Stabilisierung und tagesstrukturierenden Beschäftigung werden lebenspraktische Fähigkeiten wie z. B. der Umgang mit Finanzen, Haushaltsführung und Tagesplanung gefördert. Ziel ist, die Männer schrittweise wieder auf ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben vorzubereiten, einschließlich der Entwicklung einer eigenen Wohnperspektive oder des Übergangs in besondere Wohnformen. 

Umsetzung des Landespsychiatrieplans: 

Die spezialisierten Wohnunterkünfte für Frauen in Hamburg-Bahrenfeld (ein Angebot für wohnungslose Frauen in öffentlich-rechtlicher Unterbringung) und Männer in Hamburg-Stellingen sind Teil eines dreijährigen Modellprojekts, das eine verbesserte psychiatrisch-psychotherapeutische Regelversorgung vor Ort mit intensiver sozialpädagogischer Betreuung und multiprofessionellem Fallmanagement verbindet. Auch eine enge Kooperation mit Suchthilfe-Beratungsstellen ist gewährleistet. Menschen mit behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen, die bereit sind, sich auf eine adäquate Versorgung einzulassen, finden in den Wohnunterkünften eine stabilisierende und lebenspraktisch unterstützende Umgebung, die zugleich den Übergang in reguläre Wohnformen oder qualifizierte Assistenzangebote (z. B. im Rahmen der Eingliederungshilfe Wohnen mit Assistenz) ermöglicht. Das Angebot ist Teil einer umfassenden Fortentwicklung der Wohnungslosenhilfe und zielt darauf ab, die speziellen Bedürfnisse psychisch hoch belasteter Frauen und Männer besser zu bedienen und die Anbindung an Regelversorgungssysteme zu verbessern. Menschen mit behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen erhalten in den Einrichtungen psychiatrische Behandlung, sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung im Alltag. Ziel ist es, sie zu stabilisieren und den Übergang in eigenes Wohnen oder andere passende Wohnformen zu ermöglichen. 

Zudem ist das Konzept eine Maßnahme im Landespsychiatrieplan. Sozialbehörde, Kassenärztlicher Vereinigung Hamburg (KVH), Krankenkassen und Ersatzkassen kooperieren bei dem Modellprojekt, das eine niedrigschwellige und bedarfsgerechte Versorgung psychisch erkrankter wohnungsloser Menschen ermöglicht.

Rückfragen der Medien 
Sozialbehörde
Wolfgang Arnhold | Pressesprecher
Telefon: 040 42863 2889
E-Mail: pressestelle@soziales.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/sozialbehoerde

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