Hintergrund
Spazierengehen ist eine niedrigschwellige Möglichkeit sich alleine oder gemeinsam zu bewegen. Diese moderate Bewegungsaktivität ist gesundheitsfördernd und kann das Risiko für gesundheitliche Probleme reduzieren.
In Zeiten der Corona Pandemie ist Spazierengehen zum Trend geworden. Hier geht es darum, wer wie oft und ausdauernd Spaziergänge macht, und zwar in der Zeit vor der Corona-Pandemie.
Datengrundlage
Die Hamburg City Health Study (HCHS) ist eine longitudinale populationsbezogene Beobachtungsstudie, die sich ausschließlich an Personen zwischen 45 und 74 Jahren mit Wohnsitz in Hamburg richtet.
Aus den Jahren 2016-2018 liegen über 8.000 Angaben zum Spazierengehen vor. Die Daten wurden gewichtet nach Alter und Bildung ausgewertet und können als annähernd repräsentativ für Hamburg gelten.
Spazierengehen nach Geschlecht und Dauer (siehe Abbildung 1)
Laut Selbstangabe geht fast die Hälfte der Frauen und Männer zwischen 4 und 12 Stunden/Woche spazieren (48% der Frauen und 44% der Männer).
Ein Fünftel der Befragten (22% der Frauen, 18% der Männer) gehen insgesamt mehr als 12 Stunden/Woche spazieren.
Männer sind etwas häufiger als Frauen nur bis zu 4 Stunden/Woche unterwegs (30% der Frauen, 38% der Männer). Damit sind Frauen in dieser Hinsicht tendenziell aktiver.
Spazierengehen bei Männern nach Alter und Dauer (siehe Abbildung 2)
Bei älteren Männern ab 65 Jahren ist der Anteil der Spaziergänger mit mehr als 12 Stunden/Woche höher als bei den jüngeren Altersgruppen (22% vs. 16% vs. 16%).
Eine Erklärung für diese Zunahme könnte der Renteneintritt sein. Bei Frauen ist dieser Effekt nicht so stark ausgeprägt (Altersgang 25% vs. 23% vs. 20%; keine Abbildung).
Spazierengehen nach Bildung und Dauer (siehe Abbildung 3)
Die Bildung scheint eine Rolle zu spielen, denn Frauen und Männer mit einer niedrigeren Bildung gehen häufiger insgesamt mehr als
12 Stunden/Woche spazieren als Personen mit höherer Bildung (Frauen 27% vs. 18%; Männer 25% vs. 14%).
Auch besonders ausdauerndes Spazierengehen von mehr als 16 Stunden/Woche tätigen 15% der Personen mit niedriger Bildung, aber nur 8% der Personen mit höherer Bildung (nicht in Abb.).
Spazierengehen als niedrigschwellige, kostengünstige und gesundheitsförderliche Aktivität bedarf einer bewegungsfreundlichen Lebenswelt/Nachbarschaft, die allen Lebensphasen gerecht wird.
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