Gesundheitsberichterstattung

Vermeidbare Sterblichkeit in Hamburg: Prävenierbare und behandelbare Sterblichkeit

  • Sozialbehörde

Hintergrund

Für die Berechnung der vermeidbaren Sterblichkeit werden Sterbefälle bei unter 75-Jährigen berücksichtigt, die hätten verhindert werden können. Unterschieden wird zwischen der prävenierbaren und behandelbaren Sterblichkeit. Prävenierbare Sterbefälle sind durch wirksame Prävention verhinderbar (z.B. Lungenkrebs durch Vermeidung von Nikotinkonsum), während behandelbare Sterbefälle durch rechtzeitige Behandlung vermeidbar gewesen wären (z.B. Brustkrebs durch Krebsfrüherkennung und rechtzeitige Therapie).

Datengrundlage

Grundlage für die Berechnung ist die Todesursachenstatistik (Quelle: Statistikamt Nord); für die Altersstandardisierung wird die Standardbevölkerung „Deutschland 2011“ (Quelle: GBE-Bund; Altersstandardisierung) verwendet. Die Berechnung basiert auf der international anerkannten OECD/Eurostat-Liste (Quelle: OECD (2022) Avoidable mortality: OECD/Eurostat lists of preventable and treatable causes of death (January 2022 version).

Prävenierbare Sterblichkeit im Zeitvergleich

Die Rate aller prävenierbaren Sterbefälle (Gesamt, s. Abb. 1) zeigt über die letzten zehn Jahre einen stabilen, leicht rückläufigen Trend (2014: 168; 2024: 158 pro 100.000 Einwohner/innen), wobei die Rate bei Männern deutlich höher liegt als bei Frauen. Unter Berücksichtigung der Covid-19-Pandemie ist 2021 ein deutlicher Anstieg der Sterbefälle, v.a. bei Männern festzustellen (2020: 222, 2021: 251 pro 100.000 Einwohner), mit anschließender Annäherung der Rate an vorherige Werte.

In der Abbildung wird die prävenierbare Sterblichkeit in Hamburg insgesamt sowie für Männer und Frauen im Zeitverlauf zwischen 2014 und 2024 dargestellt.
Abb. 1: Prävenierbare Sterblichkeit in Hamburg nach Geschlecht im Zeitvergleich (Fälle pro 100.000 Einwohner/innen (altersstandardisiert)) FHH

Behandelbare Sterblichkeit im Zeitvergleich

In den vergangenen zehn Jahren zeigt sich für die behandelbare Sterblichkeit eine schwankende Entwicklung (s. Abb. 2). Bis 2019 ist bei beiden Geschlechtern eine fast stetige Abnahme zu verzeichnen. Zwischen 2019 und 2023 ist hingegen ein Anstieg der behandelbaren Sterblichkeit (Gesamt) zu beobachten, während sich 2024 wieder ein Rückgang abzeichnet. Mögliche Ursachen für den zwischenzeitlichen Anstieg könnte eine geringe Inanspruchnahme von Vorsorge- und Routineuntersuchungen während der Covid-19-Pandemie sein. Um gesicherte Aussagen treffen zu können, sollte die behandelbare Sterblichkeit weiter beobachtet werden.

In der Abbildung wird die behandelbare Sterblichkeit in Hamburg insgesamt sowie für Männer und Frauen im Zeitverlauf zwischen 2014 und 2024 dargestellt.
Abb. 2: Behandelbare Sterblichkeit in Hamburg nach Geschlecht im Zeitvergleich (Fälle pro 100.000 Einwohner/innen (altersstandardisiert)) FHH

Weitere Informationen

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Faktenblatt: Vermeidbare Sterblichkeit in Hamburg - Prävenierbare und behandelbare Sterblichkeit

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Zum Weiterlesen

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Als vermeidbar gelten Sterbefälle bei unter 75-Jährigen, die durch geeignete Prävention oder Behandlung hätten verhindert werden können.

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