Verstetigung nach erfolgreicher Modellphase
Das Projekt „Schulgesundheitsfachkräfte an Hamburger Grundschulen“ ist nach einer erfolgreichen Pilotphase und positiven Evaluationsergebnissen zum 1. Januar 2025 für elf Hamburger Grundschulen mit niedrigem Sozialindex verstetigt worden.
Das Modellvorhaben wurde 2020 gemeinsam von der Sozialbehörde, der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung, dem Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) und dem Bezirksamt Hamburg Nord ins Leben gerufen und fünf Jahre lang erprobt und finanziert. Eine umfassende, begleitende Evaluation wurde von der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführt.
Was machen Schulgesundheitsfachkräfte?
Schulgesundheitsfachkräfte unterstützen Kinder in der Regel im Alter von fünf bis zehn Jahren im Schulalltag. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht zum einen, dass Kinder erkennen, was gut und was weniger gut für ihre körperliche und mentale Gesundheit ist und dass sie gesundheitsförderliche Verhaltensweisen ausprobieren können. Zum anderen sollen gesundheitliche Probleme und Entwicklungsauffälligkeiten rechtzeitig erkannt und Kinder mit gesundheitlichen Auffälligkeiten gut begleitet werden.
Durch den Einsatz der Schulgesundheitsfachkräfte werden gezielt gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen in der Lebenswelt Schule weiter entwickelt und etabliert. Schulgesundheitsfachkräfte arbeiten dabei eng mit Lehrkräften und weiteren pädagogischen Fachkräften, dem öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) und den Familien zusammen.
Sie beziehen außerschulische Angebote zur Gesundheitsförderung in ihre Arbeit ein und öffnen Zugänge zu lokalen Aktivitäten. Außerdem unterstützen Schulgesundheitsfachkräfte Kinder in akuten Situationen, wie zum Beispiel bei Unfällen, Schmerzen oder Unwohlsein.
>>> Wie das konkret umgesetzt wird, berichtet Schulgesundheitsfachkraft Nike Ebert im Interview <<<
Die Schulgesundheitsfachkräfte sind an Grundschulen in fünf Hamburger Bezirken im Einsatz:
Evaluationsergebnisse (Auszug)
Schulgesundheitsfachkräfte übernehmen eine zentrale Rolle in der Gesundheitsförderung, gesundheitlichen Beratung und Begleitung der Kinder. Sie ergänzen das multiprofessionelle Team an Schulen mit ihrer Expertise. Die wissenschaftliche Evaluation der Leuphana Universität Lüneburg zeigt:
- Eine Mehrheit von 98,5 Prozent der befragten Lehrkräfte wünscht sich eine dauerhafte Präsenz der Schulgesundheitsfachkräfte an ihren Schulen.
- Die Schulgesundheitsfachkräfte sind in den Schulen gut integriert: 99,2 Prozent der Lehrkräfte und 80,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler kennen die Fachkräfte.
- Besonders geschätzt wird ihre Unterstützung für die gesamte pädagogische Arbeit; mit einer Zustimmung von 84,4 Prozent der Lehrkräfte.
- An den Projektschulen wünschen sich die Lehrkräfte eine langfristige Fortführung der Tätigkeit der Schulgesundheitsfachkräfte, um begonnene Projekte fortzusetzen.
- Schülerinnen und Schüler profitieren deutlich von den Schulgesundheitsfachkräften: 98,6 Prozent berichten von mindestens einem positiven Effekt auf ihre Gesundheit oder konkrete Unterstützung.
- Die Schulgesundheitsfachkräfte setzen erfolgreich präventive Maßnahmen um, die das Wohlbefinden und die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern – mindestens 71,9 Prozent ihrer Tätigkeit entfällt auf präventive Arbeit.
- Die gesundheitliche Unterstützung durch die Schulgesundheitsfachkräfte trägt zur erhöhten Teilhabe am Unterricht bei: 68 Prozent der betroffenen Schülerinnen und Schüler kehrten nach gesundheitlichen Zwischenfällen wieder in den Unterricht zurück, anstatt nach Hause zu gehen.
Kontakt
Freie und Hansestadt Hamburg
Sozialbehörde - Amt für Gesundheit
E-Mail: meinegesundheit@soziales.hamburg.de
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