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Infektionen
Anhaltendes Ausbruchgeschehen mit Haemophilus influenzae b (Hib) in Hamburg
Seit September 2024 wird in Deutschland ein Ausbruch invasiver Haemophilus influenzae Typ b (Hib)-Infektionen beobachtet. Betroffen sind vorwiegend Erwachsene, die in Hamburg leben oder sich dort aufgehalten haben. Durch Genomsequenzierung konnte eine enge Verwandtschaft des Erregers von bisher 32 der aktuell insgesamt 37 Fälle gezeigt werden (Stand: Juli 2026).
Sozialbehörde
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Colourbox.de / Olena Latkun
Bei einem Großteil der Fälle liegt anamnestisch der Konsum von inhalativen Drogen vor, der überwiegende Teil der betroffenen Personen ist obdachlos. Alle in Hamburg Infizierten haben einen „Szenebezug“, halten sich also im Umfeld des Hauptbahnhofs auf und haben Kontakt zu Konsumierenden von Betäubungsmittelpflichtigen Drogen (BtM). Fünf Personen sind im Rahmen des Ausbruchs bisher an der Erkrankung verstorben.
Fragen und Antworten (FAQ) zum Erreger und zum Ausbruch
Vom aktuellen Ausbruch sind vor allem Menschen betroffen, die illegale Drogen konsumieren und sich in der Szene rund um den Hamburger Hauptbahnhof aufhalten. Gefährdet sind auch andere Drogenkonsumierende mit Szenebezug sowie Menschen ohne festen Wohnsitz.
Ein geschwächtes Immunsystem, Lebererkrankungen, Diabetes oder andere Vorerkrankungen (z.B. fehlende oder eingeschränkt funktionierende Milz) erhöhen das Risiko für schwere Verläufe wie Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung. Die Krankheit kann sich innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich entwickeln. Eine schnelle Behandlung im Krankenhaus mit Antibiotika kann lebensrettend sein.
Seit 1990 werden Säuglinge/Kleinkinder standardmäßig gegen Hib geimpft. Für Kinder, Jugendliche und Menschen mit gesundem Immunsystem besteht daher kaum Grund zur Sorge.
Eine Ansteckung mit Hib ist möglich durch Husten, Niesen oder wenn Menschen sich beim Sprechen sehr nahe sind, also durch Kontakt mit infektiösen Atemwegssekreten. Auch beim Teilen von Zigaretten, Essgeschirr, Trinkflaschen, Rauchzubehör (z.B. Crack-Pfeife) und Drogenbesteck kann es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Ansteckung kommen. Ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung ist asymptomatischer Träger von Haemophilus influenzae Bakterien im Rachenraum. Diese Personen zeigen also keine Symptome einer Infektion, können aber andere Personen anstecken.
Typische Symptome einer Erkrankung durch Hib sind ein sehr starkes Krankheitsgefühl, Fieber, Luftnot, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Erbrechen. Bitte denken Sie beim Auftreten dieser Symptome unter Menschen mit inhalativem Drogenkonsum und / oder Obdachlosigkeit unbedingt auch an eine Infektion mit Hib. Eine unverzügliche Behandlung mit Antibiotika im Krankenhaus ist erforderlich.
Beim Teilen von Zigaretten, Rauchzubehör, Essens- oder Drogenbesteck u.ä. besteht ein sehr hohes Ansteckungsrisiko da Hib-Bakterien übertragen werden können. Daher sollten diese Utensilien nicht geteilt werden! Darüber hinaus bietet die Impfung einen zuverlässigen Schutz vor einer Infektion.
Der beste und sicherste Schutz gegen eine Hib-Infektion ist eine Impfung.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grundimmunisierung im Säuglingsalter mit 3 Impfstoffdosen. In der Regel wird diese Grundimmunisierung mittels eines Kombinationsimpfstoffes durchgeführt, der gleichzeitig gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Hib und Hepatitis B schützt. Wird eine Hib-Impfung im Alter von 1 bis 4 Jahren nachgeholt, reicht eine 1-malige Impfung.
Ab einem Alter ≥ 5 Jahre ist eine Hib-Impfung nur in Ausnahmefällen bei schweren Vorerkrankungen (z. B. bei anatomischer oder funktioneller Asplenie) und bei gehäuftem Auftreten von Hib-Fällen oder Ausbruchsgeschehen indiziert. Die Impfempfehlung im Rahmen von Ausbruchsgeschehen besteht für Personen, die in Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind und bei denen ein medizinisch begründbares Risiko für eine invasive Hib-Erkrankung besteht. Dazu zählen beispielsweise Drogenkonsum, prekäre Wohnsituation oder Wohnungslosigkeit sowie chronische Leber- oder Nierenerkrankungen oder Mangelernährung.
Informationen zu Impfmöglichkeiten
Gehören Sie zur Zielgruppe und möchten sich impfen lassen? Haben Sie Interesse, die Impfung anzubieten?
Wichtige Informationen für medizinisches Personal bzw. Personal in Einrichtungen der Drogen- und Suchthilfe
Bitte informieren Sie Ihre Mitarbeitenden, damit die betroffenen Personen über die Risiken einer Infektion mit Haemophilus influenzae Typ b, die Impfmöglichkeiten und präventive Maßnahmen aufklären können und helfen Sie so mit, weitere Infektionen zu vermeiden.
Nutzen Sie den unten verlinkten Flyer des Robert-Koch Institutes als Information zur Weitergabe.
Kopfläuse treten bei Kindern und ihren Familienangehörigen sehr häufig auf. Sie werden bei engem Kontakt übertragen und haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie sind lästig, aber ungefährlich: Es werden durch Läuse keine Krankheiten übertragen.