Krankenhausplanung

Vorbereitendes Gutachten zur Aufstellung eines neuen Krankenhausplans der Freien und Hansestadt Hamburg

Das Gutachten wurde von der Sozialbehörde beauftragt, um die aktuelle Krankenhausversorgung in Hamburg umfassend zu untersuchen und den zukünftigen Bedarf abzuschätzen. Die Analyse bildet eine wichtige Grundlage für den neuen Krankenhausplan ab 2027 und berücksichtigt bereits die Vorgaben der Krankenhausreform.

  • Sozialbehörde

Im Rahmen des Gutachtens (PDF, 9,3 MB) wurden die Leistungen der Krankenhäuser im somatischen Bereich erstmals in die neuen medizinischen Leistungsgruppen der Krankenhausreform überführt.

Das Gutachten befasst sich unter anderem mit folgenden Themen:

  • dem zukünftigen Versorgungsbedarf in Hamburg und der Metropolregion,
  • dem bestehenden Angebot der Krankenhäuser in Hamburg,
  • ambulanten Versorgungsangeboten der Krankenhäuser,
  • der Personalsituation und der Ausbildung,
  • der Krankenhausversorgung im Hamburger Umland,
  • der Herkunft und den Wegen der Patientinnen und Patienten,
  • sowie wichtigen Entwicklungen, die die Krankenhausversorgung beeinflussen, etwa der demografische Wandel oder der Fachkräftemangel.

Darüber hinaus wurden Hamburger Krankenhäuser sowie medizinische Expertinnen und Experten umfassend befragt.

Den Schwerpunkt des Gutachtens bildet eine umfassende Analyse der stationären und teilstationären Versorgung im somatischen und psychiatrischen Bereich.

Dabei wurden einzelne Versorgungsbereiche gesondert betrachtet, darunter:

  • die Notfall- und Unfallversorgung sowie die intensivmedizinische Versorgung,
  • die Versorgung von Herzinfarkten und Schlaganfällen,
  • die Geburtshilfe und Versorgung von Früh- und Neugeborenen,
  • die geriatrische Versorgung und Frührehabilitation,
  • die Versorgung von Diabetespatientinnen und -patienten,
  • die Versorgung psychiatrisch und demenziell erkrankter Menschen,
  • die Palliativversorgung und Schmerzbehandlung,
  • sowie spezialisierte Leistungen, für die bundesweite Mindestmengen gelten.

Kernergebnisse des Gutachtens

Alle Aussagen beziehen sich auf die zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung vorliegenden Daten.

Hamburg als Gesundheitsmetropole

  • Rund ein Drittel der Patientinnen und Patienten stammt aus dem Umland. Dies unterstreicht die Bedeutung Hamburgs als Gesundheitsmetropole für die gesamte Region.
  • Im Vergleich zu anderen Bundesländern verfügt Hamburg über eine hohe Zahl an Krankenhausbetten und eine überdurchschnittliche Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen.
  • Hamburg weist bundesweit den höchsten sogenannten Case-Mix-Index auf. Dieser beschreibt einen besonders hohen Anteil komplexer Behandlungen.

Notfallversorgung und stationäre Versorgung

  • Die akutstationäre Versorgung in Hamburg wird insgesamt als sehr gut erreichbar bewertet.
  • Auch die Notfallversorgung ist dicht aufgestellt und für die Bevölkerung gut erreichbar.

Fachgebiete und Leistungsgruppen

  • Die somatische Versorgung verteilt sich auf 57 Leistungsgruppen. Die meisten Behandlungen entfallen auf die Allgemeine Innere Medizin und die Allgemeine Chirurgie.
  • Zwischen 2019 und 2023 gingen die Fallzahlen im somatischen Bereich infolge der Covid-19-Pandemie um rund 10 % zurück. Die Auslastung der vorhandenen Betten lag im Jahr 2023 bei rund 70 %.
  • Vor allem bei planbaren Behandlungen zeigen sich Möglichkeiten, bestimmte Leistungen stärker an spezialisierten Standorten zu bündeln.
  • In den psychiatrischen Fachgebieten zeigt sich ebenfalls eine sehr gute Erreichbarkeit. Die Auslastung der Planbetten lag im Jahr 2023 bei durchschnittlich 83 %.
  • Die Fallzahlen in der Psychiatrie entwickelten sich zwischen 2019 und 2023 insgesamt rückläufig. Eine Ausnahme bildet die Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der die Fallzahlen gestiegen sind.
  • Im teilstationären psychiatrischen Bereich stiegen die Fallzahlen zwischen 2019 und 2023 um rund 7 %.

Ausgewählte Versorgungsbereiche

  • Die Versorgung von Herzinfarkten und Schlaganfällen ist sehr gut erreichbar und konzentriert sich bereits heute auf besonders leistungsstarke Standorte.
  • Die intensivmedizinische Versorgung liegt im Bundesvergleich auf einem hohen Niveau.
  • Die geburtshilfliche und neonatologische Versorgung ist mit 16 Standorten gut aufgestellt und gut erreichbar.
  • Frührehabilitative Leistungen werden überwiegend im neurologischen Bereich erbracht.
  • Die geriatrische Versorgung erfolgt an 12 Standorten mit sehr guter Erreichbarkeit.
  • Menschen mit Demenzerkrankungen werden an vielen Standorten in spezialisierten Strukturen versorgt.
  • Die Palliativversorgung wird von 12 Anbietern sichergestellt und ist ebenfalls gut erreichbar.

Insgesamt bestätigt das Gutachten für Hamburg eine gut strukturierte und gut erreichbare Krankenhausversorgung. Gleichzeitig zeigt es Herausforderungen für die zukünftige Entwicklung der Krankenhauslandschaft auf. Dazu zählen insbesondere der demografische Wandel, veränderte medizinische Anforderungen und der Fachkräftemangel.

Krankenhausplanung in Hamburg: Fragen und Antworten (FAQ) für Bürgerinnen und Bürger

Download

Vorbereitendes Gutachten zur Aufstellung eines neuen Krankenhausplans der Freien und Hansestadt Hamburg: Bestandsaufnahme, Bedarfsanalyse und Prognose stationärer Leistungen der Hamburger Krankenhäuser (Stand: 30. April 2026)

PDF herunterladen [PDF, 9,3 MB]

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16. März 2012