Gemeinsam mit der Schülerin Lina Höfner und dem Verein clubkinder e.V. wird ein gemeinnütziger Sektor für das klassische Betriebspraktikum erschlossen, wodurch neue Chancen sowohl für Jugendliche als auch für soziale Organisationen entstehen. Lina berichtet dabei von ihrem Herzensprojekt.
Lina Höfner berichtet von ihrem Herzensprojekt:
Wenn Berufsorientierung mehr sein sollte als Zufall
Während meiner Schulzeit habe ich immer wieder erlebt, wie schwierig die Suche nach einem passenden Platz für das verpflichtende Betriebspraktikum für viele Schülerinnen und Schüler ist. Was eine wichtige Phase der Orientierung sein sollte, wird oft zum frustrierenden Prozess aus Absagen und Unsicherheit. Viele finden Plätze nur über persönliche Netzwerke, ein Vorteil, den längst nicht alle haben. Zudem bieten klassische Praktika oft nur begrenzte Einblicke ohne echte Verantwortung. Parallel dazu habe ich in sozialen Projekten eine andere Realität kennengelernt: Organisationen und Vereine, die gesellschaftliche Aufgaben bewältigen und spannende Lernorte wären. Dort fehlt es nicht an Aufgaben, sondern an der Sichtbarkeit für Schülerinnen und Schüler.
An dieser Schnittstelle entstand meine Idee für „Praktikum mit Herz“. Früh vom clubkinder e.V. unterstützt, ist das Projekt unter „clubkinder Schulen“ nun offiziell dort zu Hause. Gemeinsam bündeln wir unsere Kräfte und gestalten die Zukunft der Berufsorientierung neu.
Zwei Herausforderungen – eine gemeinsame Lösung
Wir verbinden das reguläre Betriebspraktikum gezielt mit sozialen und gemeinnützigen Organisationen. Ergänzend zu Praktika in Unternehmen sollen auch gemeinnützige Organisationen als Lern- und Erfahrungsorte stärker sichtbar werden. Dadurch übernehmen Jugendliche in Bereichen wie Umwelt- und Naturschutz, Bildungsarbeit oder Integration echte Aufgaben. Das schafft einen doppelten Mehrwert: Jugendliche sammeln fundierte Berufserfahrung und erleben Selbstwirksamkeit. Die Organisationen wiederum gewinnen motivierte Unterstützung und begeistern junge Talente für ihre Berufsfelder.
Die Plattform: Praktikumsvermittlung mit Struktur
Im Zentrum steht eine digitale Vermittlungsplattform, die Schülerinnen und Schülern, Schulen und Organisationen vernetzt. Ein „Praktikums-Radar“ ermöglicht es Jugendlichen, Berufsfelder nach persönlichen Interessen zu erkunden. Während Schülerinnen und Schüler Profile mit ihren Stärken erstellen, hinterlegen Organisationen klare Aufgabenprofile für den Zeitraum des Betriebspraktikums. Eine digitale Assistenzfunktion soll kleinere Vereine bei der Erstellung von Ausschreibungen und Praktikumsunterlagen unterstützen. Die fachliche Verantwortung verbleibt dabei bei den jeweiligen Organisationen. Die Freiwilligenagenturen in den Hamburger Bezirken unterstützen diesen Prozess mit ihrer Beratungsexpertise. Genau diese Brückenfunktion nutzen wir: Wir verbinden motivierte Jugendliche mit den Orten, an denen sie ihr Betriebspraktikum sinnvoll absolvieren können. Dieses offene Netzwerkdenken ist entscheidend für nachhaltige Strukturen.
Ein starkes Team: Warum clubkinder e.V. das ideale Zuhause ist
Die Werte des clubkinder e.V. – Vielfalt, Gemeinschaft und Empowerment – ergänzen unser Projekt perfekt. Jugendliche sollen ihr Pflichtpraktikum nicht einfach nur „absitzen“, sondern erleben, dass ihre Arbeit wertvoll ist. Gemeinsam machen wir den sozialen Sektor als moderne Arbeitswelt für die nächste Generation erlebbar.